Abmahnung Google Fonts

9 April 2014
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Demzufolge braucht man keine DSGVO. Und auch keinen Konsumentenschutz, wer bei X einkauft hat einfach selbst Schuld.

Ist glücklicherweise aber nicht so.

Vor einigen Jahren ist man auch ohne ausgekommen.

vor einigen Jahren ist man auch ohne Gurte und Airbags ausgekommen ...
und ja, der Vergleich hinkt :rolleyes: ;)

Bauernfängerei/Betrug und missbräuchliche/falsche Bezüge realer Richtlinien/Gesetze/Verordnunge gab es auch schon vor der DSGVO ...

die DSGVO hat aber schon auch ihr gutes, da sie einen europäischen Mindeststandard geschaffen hat und die für die Betroffenen extreme Unübersichtlichkeit/Unterschiedlichkeit der europäischen nationalen Datenschutz-Gesetze abgeschafft hat ...

nachdem es sich bei der DSGVO aber halt auch noch um junges Recht handelt, sind ebenso auch noch einige Unklarheiten bzw. unterschiedliche Auslegungen vorhanden, die erst durch die Rechtssprechung klargestellt werden müssen ...
 
29 Januar 2016
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Google äußert sich zu den Massen-Abmahnungen zu Google Fonts

(Quelle) Für die Interessierten bzw. Betroffenen interessant, deshalb füge ich den ganzen Artikel ein:

Die Abmahnungen im Zusammenhang mit Google Fonts sorgen seit einer Weile in Deutschland und Österreich für viel Aufsehen. Die Angelegenheit hat mittlerweile auch das Hauptquartier des Suchmaschinenriesen erreicht und Google hat sich nun dazu geäußert.

Seit dem vergangenen Sommer sorgen immer wieder dubiose Anwälte und hinter ihnen stehende Kläger für Abmahnwellen im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Denn streng genommen machen sich alle, die Google Fonts nicht lokal einbinden, eines solchen DSGVO-Verstoßes schuldig.

Denn, wenn diese Schriftarten nicht lokal gespeichert sind, dann lädt der Browser diese von einem externen Server herunter. Laut einem Münchner Gerichtsurteil vom Anfang des Jahres werden über den dazugehörigen Server personenbezogene Daten an Google geschickt, und zwar in die USA.

An dieser juristischen Entscheidung und auch der technischen Interpretation gibt es viel Kritik, Fakt ist aber eben, dass es das entsprechende Urteil gibt - und das eröffnet dubiosen Juristen die Möglichkeit für ein Abmahngeschäft. Nun hat sich auch der Suchmaschinenriese aus dem kalifornischen Mountain View dazu geäußert und per Blogbeitrag ein Statement veröffentlicht.

Darin erklärt man zunächst, um was es eigentlich geht: "Google Fonts ist eine Bibliothek mit Open-Source-Schriftfamilien sowie eine Web-API, mit der diese Schriftfamilien in Websites eingebettet werden können. Die Menschen wollen, dass die Websites, die sie besuchen, gut gestaltet, einfach zu bedienen sind und ihre Privatsphäre respektieren."

Weiter betont Google, dass man die Privatsphäre respektiert: "Die Google Fonts-Web-API ist so konzipiert, dass die Erfassung, Speicherung und Verwendung von Daten auf das beschränkt wird, was für die effiziente Bereitstellung von Schriftarten und für aggregierte Nutzungsstatistiken erforderlich ist. Diese Daten werden sicher und getrennt von anderen Daten aufbewahrt."

"So funktioniert das Internet"

Schließlich beteuert das Unternehmen, dass die Daten ausschließlich für Google Fonts zum Einsatz kommen: "Google verwendet die von Google Fonts gesammelten Informationen nicht für andere Zwecke und insbesondere nicht für die Erstellung von Profilen von Endnutzern oder für Werbung. Außerdem ist die Tatsache, dass die Server von Google notwendigerweise IP-Adressen erhalten, um Schriftarten zu übertragen, keine Besonderheit von Google und entspricht der Funktionsweise des Internets."