Apple betreibt unfairen Wettbewerb beim Musik-Streaming

25 März 2014
5.592
3.798
Die EU-Kommission folgt einer Beschwerde von Spotify und sieht klare Verstöße durch Apple.
Die EU-Kommission wirft Apple unfairen Wettbewerb in seinem App Store vor. Das Unternehmen benachteilige andere Anbieter von Musikstreaming-Apps, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am 30. April nach einer Beschwerde des Marktführers Spotify. Der Streamingdienst hatte sich Mitte März 2019 bei der EU-Kommission über Apples Geschäftsgebaren beschwert.

Die Brüsseler Behörde geht unter anderem dagegen vor, dass die Verkäufe von Abos in den Apps über Apples Bezahlplattform abgewickelt werden müssen. Dabei behält das Unternehmen 30 oder 15 Prozent der Einnahmen ein. Setzt sich die EU-Kommission durch, würde dies das Geschäftsmodell von Apple für den App Store auch bei anderen Diensten infrage stellen.

Die Wettbewerbshüter zeigten sich besorgt, dass Nutzer von Apple-Geräten höhere Preise für Musikstreaming-Abos bezahlen müssten oder einige Abonnements nicht in ihren Apps kaufen könnten. Sie kamen in ihren vorläufigen Feststellungen auch zu dem Schluss, dass Apple eine dominierende Marktposition beim Vertrieb von Musikstreaming-Anwendungen im App Store habe. Das Unternehmen sei zugleich "Torwächter" und Konkurrent mit seinem eigenen Dienst Apple Music, betonte Vestager.

Apple ist sauer, Spotify freut sich
Apple konterte: "Die Argumentation der Kommission zugunsten von Spotify ist das Gegenteil von fairem Wettbewerb." Spotify wolle "alle Vorteile des App Stores nutzen und meint, dafür nichts zahlen zu müssen". Spotify begrüßte die Entscheidung der Kommission. Dies sei "ein entscheidender Schritt, um Apple für wettbewerbswidriges Verhalten zur Verantwortung zu ziehen".

Apple nimmt seit dem Start der Downloadplattform 2008 grundsätzlich eine Abgabe von 30 Prozent auf Einnahmen mit digitalen Artikeln oder Dienstleistungen wie Abos. Läuft das Abo länger als ein Jahr, verringert sich der Anteil auf 15 Prozent - und seit Kurzem auch für Entwickler, die weniger als eine Million US-Dollar pro Jahr einnehmen.

Die Untersuchung der Kommission wurde von einer Beschwerde des Musikstreaming-Marktführers Spotify angestoßen, der mit Apple Music konkurriert. Spotify findet es unfair, dass für Apple beim gleichen Abopreis wegen der App-Store-Abgabe mehr Geld übrigbleibe.

Für die EU-Kommission ist der Fall eindeutig
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die meisten Streaminganbieter die Gebühr an ihre Kunden mit höheren Preisen weiterreichten. Spotify etwa bot eine Zeit lang seine Abos in der iPhone-App für 12,99 statt 9,99 Euro pro Monat an. Schon vor einigen Jahren ging der Dienst aber dazu über, stattdessen iPhone-Kunden das Abonnement über eine Webseite zu verkaufen, um der Gebühr zu entgehen. Auch der Videostreamingdienst Netflix geht diesen Weg.

Bei diesem Modell kommt der zweite Wettbewerbsverstoß aus Sicht der Kommission zum Tragen: Die Anbieter dürften nicht direkt in der App einen Link zu der Webseite einbauen, auf der man die Abos an Apple vorbei kaufen kann. Apple kontert, es würde zum Beispiel auch kein Elektronikmarkt Werbung eines Konkurrenten neben den eigenen Preisschildern zulassen. Das iPhone-Unternehmen verweist auch darauf, dass Spotify seit dem Ausstieg aus In-App-Käufen 2016 mehr als 100 Millionen Abo-Kunden gewonnen habe. Außerdem gebe Spotify die Senkung der Gebühr von 30 auf 15 Prozent nicht an die Kunden weiter.

Spotify liegt vor Apple Music
Spotify ist die klare Nummer eins im Musikstreaminggeschäft vor Apple. Der in Schweden beheimatete Anbieter hatte zum Ende des vergangenen Quartals 356 Millionen Nutzer, von denen 156 Millionen zahlende Abokunden sind. Apple hatte in seinem Dienst Apple Music im Sommer 2019 mehr als 60 Millionen Abokunden - und nannte seitdem keine neuen Zahlen. Apple verzichtet anders als Spotify auf eine regulär nutzbare kostenlose Variante des Musikstreamingdienstes, der mit Werbeschaltungen finanziert wird und weniger Funktionen bietet.

Neben dem Spotify-Fall stehen schon länger Vorwürfe von Banken im Raum, die sich bei kontaktlosem Bezahlen benachteiligt sehen. Sie kritisieren unter anderem, dass sie nicht an Apple vorbei auf den sogenannten NFC-Chip zugreifen könnten. Apple Pay ist der einzige Weg, um auf iPhones Zugriff auf den NFC-Chip zu erlangen, über den man das Smartphone an der Ladenkasse statt einer Bankkarte einsetzen kann. Apple sieht das als technische Lösung, um die Sicherheit der Zahlungen zu gewährleisten, und versichert, dass jeder, der Zugang zu Apple Pay wolle, ihn auch bekomme.
Quelle: https://www.golem.de/news/eu-kommis...en-wettbewerb-bei-musik-apps-2104-156171.html

Mal schaun ob nun nicht das Thema mit Apple sperrt Dinge aus unerfindlichen Gründen mehr fahrt aufnimmt oder eine Eintagsfliege bleibt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DerLTEUser
9 April 2014
2.651
1.416
Das könnte unter Umständen weitere Kreise ziehen (AppStore und so).
Bin gespannt, das prodelt ja schon Weile.
 
9 April 2014
2.651
1.416
Gerade bei Musik (und Film) wird es interessant wie die Industrie dahintersteht und das wird davon abhängen wo sie wieviel Kohle kriegen.
Also wenn sie von Apple mehr kriegen als von Spotify (oder anderen Diensten) werden sie sich wohl eher zurückhalten, ist es aber umgekehrt (ich weiß es nicht) werden sie wohl auch Druck machen bzw. sich anschließen.

Das Ergebnis wird wohl auch, zumindest ein wenig, Einfluss auf die AppStore Diskussion haben.

So zumindest meine Einschätzung.
 
25 März 2014
5.592
3.798
Gerade bei Musik (und Film) wird es interessant wie die Industrie dahintersteht und das wird davon abhängen wo sie wieviel Kohle kriegen.
Gut da wissen wir alle und haben wir auch gehört das hier Apple subventioniert und Zuckerl verteilt. Musik z.B. Tailor Swift.

Das Ergebnis wird wohl auch, zumindest ein wenig, Einfluss auf die AppStore Diskussion haben.
Du ja da hoffe ich doch dass das soweit geht das auch die Right-to-Repair Bewegung hier auch aufspringen kann um diese Ristriktion sowie Bevorteilung von Apple Services einzuschränken
 
26 April 2014
1.586
472
Gerade bei Musik (und Film) wird es interessant wie die Industrie dahintersteht und das wird davon abhängen wo sie wieviel Kohle kriegen.
Also wenn sie von Apple mehr kriegen als von Spotify (oder anderen Diensten) werden sie sich wohl eher zurückhalten, ist es aber umgekehrt (ich weiß es nicht) werden sie wohl auch Druck machen bzw. sich anschließen.

Das Ergebnis wird wohl auch, zumindest ein wenig, Einfluss auf die AppStore Diskussion haben.

So zumindest meine Einschätzung.

es ist keiner von den konsumern, endbenutzern gezwungen iphone zu nutzen , imac, macboook, gibt ja noch android mit diversen anderen herstellern. aber es geht ja um das liebe geld. den apple appstore braucht man auch den android ist nur noch malware verseucht wo betrüger auf jeder ecke lauern .

wenn die eu kommision schon so dann soll sie mal amazon anschauen den amazon verdient auch bei jedem produkt mit das ein händler einstellt bei amazon umsonst gibt es nichts.
 
25 März 2014
5.592
3.798
den apple appstore braucht man auch den android ist nur noch malware verseucht wo betrüger auf jeder ecke lauern .
Stimmt gabs noch nie im Appstore:
https://www.wired.com/story/apple-app-store-malware-click-fraud/

wenn die eu kommision schon so dann soll sie mal amazon anschauen den amazon verdient auch bei jedem produkt mit das ein händler einstellt bei amazon umsonst gibt es nichts.
Es ist eh nichts rühmliches wenn andere auch so tun, aber es heißt nicht das man Reflexartig auf andere hinzeigen muss, wenns um Apple geht um das Thema abzuschwächen.
 
26 April 2014
1.586
472
Es ist eh nichts rühmliches wenn andere auch so tun, aber es heißt nicht das man Reflexartig auf andere hinzeigen muss, wenns um Apple geht um das Thema abzuschwächen.

ich zeige auf keinen um die apple thematik abzuschwächen aber es ist nun mal gang und gebe in der geschäftswelt und das schon lange vor dem apple ios appstore.


ich kann auch noch paypal zeigen denn paypal verlangt auch gebühren für den händler 3 % und auch sofortüberweisung, klarna rechnung ,mastercard,visa usw. die verlangen alle 3 % oder mehr pro betrag von de summe der bestellung. das was apple google macht ist in der geschäftswelt ist kein einzelfall. oder auch das ein berater beraterhonorar bekommt ist auch normal genau so wie der immobilenmakler provison kassiert.
der versicherungsmakler kassiert auch noch mal kräftig mit bei der polizze und dann auch monatlich provision gibt es schon seit mehr als 30 jahren. und im musikbereich verdient das plattenlabel auch nochmal pro verkauf einige prozente mit . und im filmbereich genau so . es gibt keinen bereich wo nicht irgendein zwischenhändler etwas mitverdient dem mediamarkt, amazon verdienen an den produkten mit sei es TV, PC, Konsolen spiele, etc weil ansonsten die ihr personal, miete nicht bezahlen könnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
20 September 2015
3.571
2.368
Dabei behält das Unternehmen 30 oder 15 Prozent der Einnahmen ein.​
Was ist mit Google? Behalten die sich nicht auch einen bestimmten % Satz wenn sie etwas über Google Play verkaufen? Denn, dann müsste man auch mal gegen die Vorgehen.

Für die EU-Kommission ist der Fall eindeutig
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die meisten Streaminganbieter die Gebühr an ihre Kunden mit höheren Preisen weiterreichten. Spotify etwa bot eine Zeit lang seine Abos in der iPhone-App für 12,99 statt 9,99 Euro pro Monat an. Schon vor einigen Jahren ging der Dienst aber dazu über, stattdessen iPhone-Kunden das Abonnement über eine Webseite zu verkaufen, um der Gebühr zu entgehen.
Spotify ist ja nicht gezwungen worden ihr(e) Abo(s) über den App Store anzubieten. Die Lösung mit der Weiterleitung auf die eigene Webseite mag zwar nicht optimal sein, aber wenn man ein Abo abschließen möchte ist das auch so in wenigen Minuten erledigt.

bezahlen müssten
Es wird keiner dazu gezwungen das Abo über den App Store abzuschließen/laufen zu lassen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: iceboy