Balkonkraftwerk - normgerecht anschließen?

19 Juli 2022
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Hallo Leute,
ich bin seit heute stolzer Besitzer eines Balkonkraftwerks...und ich habe "buyers remorse".

Zu spät für ein Storno habe ich gelesen, dass der Anschluss per Schuko nicht mehr "erlaubt" ist. Selbst der Konsument schreibt noch von Schuko, aber Netzbetreiber, WKO und Co. sagen nein. https://www.wko.at/branchen/gewerbe...sigkeit-von-plug-in-photovoltaik-anlagen.html

Hab mich bei Energie Österreich erkundigt, die schickten mir den folgenden Link:
2. Die Erzeugungsanlage wird durch eine Elektrofachkraft fest angeschlossen. Sie kennt die Vorschriften und Risiken. Der direkte Anschluss von Stromerzeugungsanlagen an eine Steckdose birgt Unfall- und Haftungsrisiken. Schutzkontaktstecker sind nach der gültigen ÖVE E 8101 für den Anschluss von Erzeugungsanlagen verboten und deshalb nicht vorgesehen.
https://oesterreichsenergie.at/file...zeugungsanlagen_vereinfachtes_Verfahren_5.pdf

Na gut, ich bin ja ein normtreuer Bürger und will sicher keinen Stress mit Versicherung u. Co - nur wie kriege ich das Ding jetzt richtig angeschlossen? Der Elektriker wird mich vermutlich ansehen als wär ich vom Mond. Hat irgendjemand halbwegs gesicherte Infos wie so ein "fester Anschluss" jetzt aussehen soll? Würde eine Wieland Dose reichen?
Hab sogar am Haus eine einzelne Außendose die eigens abgesichert ist an der sonst nichts hängt, sollte ja super sein...

Irgendwie regt mich das auch ziemlich auf, es ist so österreichisch - eine Norm, aber auch wieder keine konkrete. Die Deutschen machen das wenigstens gscheit - normgerecht ist Wieland. Auch wenn das technisch blöd ist - hier weiß man immerhin ganz klar was zu tun ist, in Österreich bleibts nebulös.


Bitte keine "schließ einfach an, sch**** dir nix" Postings, das hilft mir nicht wirklich.

Danke im Voraus für euere Hilfe!
 
1 April 2014
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Das wurde vor Jahren schon diskutiert als die Anlagen aufgekommen sind, Österreichs Energie ist übrigens das Medium der E Industrie, das ist eine sehr freie Auslegung der Norm.

Wenn du diese beiden Quellen fragst darfst du auch keine Deckenlampe selbst montieren (mach dir den Spaß und frag sie)

Bei der Versicherung würde ich schauen ob grobe Fahrlässigkeit versichert ist, das kostet nicht mehr aber damit kannst du schon Recht viel selbst machen. Meine Elektroinstallation sind sauberer als die meisten die der Elektriker macht
 
21 Januar 2015
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Screenshot_20220719-193150.png Wie lange hast du da Teil schon bei dir liegen?
Falls es noch innerhalb der 14 Tage Frist ist, vom Fernabstatzgesetz gebrauch machen und zurückschicken.
Einen Joker hast du noch, aber da würd ich mir keine Zeit mehr lassen. Quasi "sicherheitshalber um sich abzusichern" Nachfragen ob die Anmeldung geklappt hat. Noch kann man einfach behaupten vor 2 Wochen Per Post ein Anmeldeformular abgeschickt zu haben und es ist halt wo liegengeblieben, und holt das jetzt noch schnell nach. Da das dann noch in der Übergangszeit war bis 9.7. wo auch noch die alte Norm gegolten hat, könntest du gerade noch durchrutschen als Nachzügler. Weil nach 14 Tagen ohne Rückmeldung darf man einfach anstecken.
 
19 Juli 2022
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Anhang anzeigen 36612 Wie lange hast du da Teil schon bei dir liegen?
Falls es noch innerhalb der 14 Tage Frist ist, vom Fernabstatzgesetz gebrauch machen und zurückschicken.
Einen Joker hast du noch, aber da würd ich mir keine Zeit mehr lassen. Quasi "sicherheitshalber um sich abzusichern" Nachfragen ob die Anmeldung geklappt hat. Noch kann man einfach behaupten vor 2 Wochen Per Post ein Anmeldeformular abgeschickt zu haben und es ist halt wo liegengeblieben, und holt das jetzt noch schnell nach. Da das dann noch in der Übergangszeit war bis 9.7. wo auch noch die alte Norm gegolten hat, könntest du gerade noch durchrutschen als Nachzügler. Weil nach 14 Tagen ohne Rückmeldung darf man einfach anstecken.
Wusste gar nichts von der Übergangszeit, verdammt. Bei Wien Energie steht offenbar schon länger eine Checkbox für "wurde durch Elektriker korrekt angeschlossen".
Zurückschicken würde gehen aber ist halt groß, nach Deutschland...ich würde es dann wohl eher weiterverkaufen.

Danke auf jeden Fall für deine Ideen.
 
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19 Juli 2022
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Das wurde vor Jahren schon diskutiert als die Anlagen aufgekommen sind, Österreichs Energie ist übrigens das Medium der E Industrie, das ist eine sehr freie Auslegung der Norm.

Wenn du diese beiden Quellen fragst darfst du auch keine Deckenlampe selbst montieren (mach dir den Spaß und frag sie)

Bei der Versicherung würde ich schauen ob grobe Fahrlässigkeit versichert ist, das kostet nicht mehr aber damit kannst du schon Recht viel selbst machen. Meine Elektroinstallation sind sauberer als die meisten die der Elektriker macht
Puuuh bei selbstgemachten Elektroinstallationen wirds wohl eher auf Vorsatz rauslaufen.
 
27 Dezember 2016
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Diese Norm ist nicht neu. Die gabs 2019 als ich mich das erste mal erkundigt habe auch schon.

Da sind ein paar mächte am Werk, die unbedingt den Wielandstecker in der DACH-Region durchboxen möchten.

Auch der Artikel bei der WKO ist nicht ganz sauber.

Denn eines wird gerne verschwiegen.

Ich zitiere aus einer der unzähligen Gegenseiten. (Auch die Balkonkraftwerkableger der Netzbetreiber selbst berufen sich darauf)

OVE 8101:2019-01-01/551.7.2
Diese (gesetzlich nicht verbindliche) Norm beschreibt den Anschluss einer Erzeugungseinrichtung an den Endstromkundenkreis als nicht normgerecht. Laut dieser Norm kann diese Anlage nur errichet werden, wenn ein Elektriker die Hausanlage kontrolliert, die Sicherungen gegebenfalls austauscht und die Steckerverbindung „Laiensicher“ ist.

Also unter normalen Voraussetzungen sehe ich das so.

1. Ist diese Norm gesetzlich nicht verbindlich. Eine gesetzlich nicht verbindliche Norm kann mir prinzipiell kein Verbot erteilten.

2. gehe ich davon aus, dass jemand die Anlage direkt an einer Wandsteckkdose einsteckt. Ich kenne keine Wandsteckdose die unter 3KWh Dauerbelastung zugelassen ist. Die max 800 Watt dürfen also kein Problem sein.
 
8 Januar 2018
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Wenn es dein Gewissen beruhigt tausch die schuko einfach gegen Wieland aus und fertig. Schuko vom wechselrichter gegen Wieland Stecker tauschen. Fertig. Ein pv modul nach Deutschland zurückschicken würde ich schon alleine wegen den transportkosten nicht machen. Dem schuko Stecker ist es völlig egal in welche Richtung der Strom fließt. Dieser ist nur eine kontaktierung. Bei 800 watt fließen gerademal im optimal Fall 3,5 ampere. Bei der geringen last juckt es die schuko Steckdose noch nicht einmal.. Wenn die Dose korrekt angeschlossen ist und wir du schon sagtest sogar eine eigene Sicherung besteht sehe ich keinen Grund warum dein Vorhaben nicht funktionieren sollte.

Ein balkonkraftwerk würde ich nicht mal irgendwem melden. Die Leistung von 800 watt frisst dein eigenes Haus noch bevor irgendwas ins Netz zurück fließt. Und selbst wenn juckt es den Netzbetreiber bei solchen Leistungen überhaupt nicht da der überschuss sofort vom Nachbarn verbraucht wird noch bevor es der nächste Trafo bemerkt...

Die Unfallrisiken die dein nb nennt würde ich gerne wissen denn ein netzgekoppelter wechselrichter muss innerhalb Millisekunden abschalten wenn der Strom auffällt oder du den Stecker ziehst. Das wurde schon 1000 mal durchgekaut das der schuko total sicher ist.
 
27 Dezember 2016
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Die Unfallrisiken die dein nb nennt würde ich gerne wissen denn ein netzgekoppelter wechselrichter muss innerhalb Millisekunden abschalten wenn der Strom auffällt oder du den Stecker ziehst. Das wurde schon 1000 mal durchgekaut das der schuko total sicher ist.
Seh ich grnauso.

Oder hat von euch schon mal jemand Schutzausrüstung angezogen, bevor der Toaster angesteckt wurde?
 
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17 Dezember 2021
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Warum schließt du das Kabel dann nicht (von unten etwa) DIREKT in der Schukosteckdose an?
Die hat doch innen sowieso immer einen zweiten Steckplatz zu einer weiterführende Dose, dort klemmst die 3 Leitungen (natürlich richtig also farbgleich für den Laien) an und fertig. Deine Dose kann somit auch weiterhin als gewöhnliche Dose für Verbraucher weiterverwendet werden und die PV ist dennoch fix angeschlossen. Um den Stromkreis ggf. zw. Dose und Wechselrichter trennen zu können gibts am Wechselrichter ohnehin auch noch einen Stecker (bei meinen zumindest) wo man ihn ggf. trennen kann vom restlichen Netz.

Zuguterletzt kannst auch die Schukodose gegen eine Wieland austauschen und den Stecker am Kabel natürlich ebenso. Da die Dose einzeln extra gesichert ist, wie du ja schreibst, kann man das ggf. auch selbst durchführen wenn man etwas Geschick mitbringt. Man sollte halt Erfahrung einen neuen Stecker auf ein Kabel zu montieren oder eine Dose zu installieren mitbringen, das ist hoffentlich klar. Dafür findet man aber sicher jemanden im Bekanntenkreis.

Kannst aber auch hier noch was dazu lesen, steht auch was zu anderen EU-Ländern inkl. Ö drinnen weiter unten.
 
Zuletzt bearbeitet:
31 Mai 2014
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Oder wenn es "wasserdicht" gemacht werden soll: einfach einen Elektriker mit dem Anschluss beauftragen. Kann mMn. nicht mehr als 200,- kosten. Und dann hat es der Fachmann gemacht.
 
8 Januar 2018
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Sobald noch ein Elektriker am balkonkraftwerk was machen muss verdoppelt sich beinahe die amortationszeit. Wenn man bedenkt das ein Standart Modul nicht mehr wie 160-200 kostet.. Sollte man auch überlegen obs unbedingt notwendig ist... Am besten im Freundeskreis einen damit beauftragen..
 
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24 Juli 2022
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Wie ist denn das nun wirklich?
Es ist doch seltsam, dass überall damit geworben wird, dass man diese Anlagen direkt an die Steckdose anhängen kann wenn man dies garnicht darf.
Verschiedenste Artikel verweisen dabei auf die Norm OVE 8101:2019-01-01/551.7.2.
Wenn man hier schaut: https://pvaustria.at/normen/ (ganz unten aufklappen) dann findet man:
Code:
Diese (gesetzlich nicht verbindliche) Norm beschreibt den Anschluss einer Erzeugungseinrichtung an den Endstromkundenkreis als nicht normgerecht. Laut dieser Norm kann diese Anlage nur errichet werden, wenn ein Elektriker die Hausanlage kontrolliert, die Sicherungen gegebenfalls austauscht und die Steckerverbindung „Laiensicher“ ist.

Diese Norm ist zwar gesetzlich nicht bindend, kann aber als Stand der Technik betrachtet werden.

Gesetzlich nicht verbindlich? Es reicht wenn ein Elektriker draufschaut und die Steckerverbindung als "laiensicher" absegnet? Hä?
Kann das hier jemand übersetzen? Danke :-D
 
27 Dezember 2016
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Gesetzlich nicht verbindlich?
Das ist wortwörtlich zu verstehen.

Diese Norm wird seit Jahren von der Wielandstecker-Lobby verbreitet. Die Lobby ist so stark, dass die Wko zwar laufend Preise für steckerfertige Schukoanlagen vergibt (das würden sie nicht, wenn sie dem Gesetz nicht genügen würden) und sich aber gleichzeitig nicht dazu bringen lassen diese die Kunden verunsichernde Info zu entfernen bzw zumindest darauf hinzuweisen, dass der Schuko eh sicher und auch erlaubt ist.


Normen gibts so gut für alles. Gewisse davon sind gesetzliche Mindestnormen, andere gehen über das gesetzliche soll hinaus. Die genannte Norm geht über das Mindestmaß hinaus.

Also nicht verrückt machen lassen.
 
17 Dezember 2021
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Das heißt doch nichts anderes, als wenn der Inverter innerhalb von ms abschaltet auch die Schukoverbindung laiensicher ist. Vielleicht gibts auch andere Inverter bei denen das nicht der Fall ist und dann wäre sie eben nicht laiensicher. Wie die Laiensicherheit zustandekommt kann auf unterschiedliche Wege realisiert werden, nicht anderes heißt das ganze so schön umschrieben von den EVUs (mittels vorgeschobener WKÖ, die naturgemäß die Interessen ihres Klientel vertritt), damit sich nur ja niemand traut selbst Strom zu erzeugen, jedes mW soll nach deren Wunsch von ihnen gekauft werden müssen, ist doch eigentlich ganz logisch und klar.
 
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