Diskussion über Geld, Sparen, Zinsen und Rendite

25 März 2014
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Man hat ja zum Glück kein Geld zuhause. Meinetwegen eine paar Monatsausgaben, und wer eine ganz eine große Freude hat damit, vielleicht auch zusätzlich nochmal Reserven in den "Reserve-Währungen" wie USD oder CHF. Was für ein Wortspiel :)

Ansonsten kann man mittels Banken Geld nur dann versenden, wenn es bei Banken in bereits digitaler Form (Buchgeld) aufliegt.

Damit hat sich das erübrigt.

Ihr wollt weder monatlich mit einem Sackerl Geldscheine von eurem Arbeitgeber nachhause laufen, und genausowenig wollt ihr für jede monatliche Zahlung das Bargeld zur Firma hin tragen: Am Montag die Wien Energie, am Mittwoch laufe ich zu Städtischen meine KFZ-Versicherung einzahlen, und wenn das Wetter schön ist nachher in die Lasallestraße zur Post- und Telegraphenverwaltung. Dort zahle ich gleich das Entgelt für meinen Fernsprechanschluss :p

Willkommen in der Vergangenheit.

Und mit Fakten geschmückt:
Bankguthaben sind einfach liquider, denn ich muss Giralgeld nicht physich bei mir haben um es auszugeben oder sonst irgendwie zu verwalten.
Dazu nimmt es die ganz klassichen Risiken weg, die da auszugsweise wären:
* Diebstahl
* Zerstörung (Feuer, selbst kaputt gemacht)
* Vergessen des Aufbewahrungsorts oder überhaupt der Existenz

Zusätzlich wird es verdammt unhandlich. Vor mehr als 15 Jahren habe ich mir den Spaß gemacht, ein Auto bei einem Händler, Wert > € 10K, in Bar zu zahlen. Mehr als schiefe Blicke und verdrehte Augen hat es mir nicht gebracht.

Ich hasse übrigens Bargeld und zahle seit spätestens 2015 konsequent nur mehr bargeldlos, wenn irgendwie möglich. Natürlich auch die kleine Falsche Wasser um 55 Cent (die erst recht, denn eine Tasche voller kleiner Münzen mag ich noch weniger). Das sei allen gesagt, die sich dem genüber weigern: Die Digtalisierung macht auch nicht vor euch halt, und irgendwann steckt auch ihr drin - ob ihr wollt oder nicht. Weniger Sorgen hat man allerdings, wenn man nicht auf den Zwang wartet, sondern vorher freiwillige dne Schritt in die moderne Zeit macht.

Ausnahmen sind spezielle Dinge, wo ich Bargeld einfach mal ausprobiere: Autokauf. Abseits vom Spaß für mich ist es für alle Beteiligten - mich eingeschlossen - aber sowieso nur unnötig kompliziert und aufwändig, Bargeld statt eine Überwiesung zu nutzen.
 
18 April 2018
1.649
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Weisst Du @neptunus, nix für ungut, Du besitzt durchaus interessantes Wissen und ich stimme mit Dir in vielen Punkten überein, aber Deine ewigen Monologe sowie die konstanten doch recht überheblichen know-it-all Äusserungen sind auf die Dauer doch ein bisserl enervierend. Turn it down a notch und man wird das fachliche Wissen sogar schätzen :)
 
25 März 2014
2.475
1.441
Das ist aber ein harscher Ton den du hier vor allen anderen einschlägst ...

Was wäre, wenn das meiste Geld nicht mehr bei Banken ist, sondern in bar von den Leuten gehalten wird?

Das ist ein interessanter Gedanke - nämlich deiner - und man kann sich mal sehr gut damit beschäftigen. Hab ich mich auch. Nicht lange später kommt man aber darauf, dass es völlig an der Wirklichkeit vorbei gedacht ist:

* Private sind sich einfach zu bequem, als dass sie die Bargeldlosigkeit wirklich durchziehen. Ich hab es mal versuchsweise gestartet und dann wieder gelassen. Man muss sehr hartgesotten dafür sein. Ich bin es nicht. Wenn man die ganzen Leute mit ihren "Pro-Bargeld" Äußerungen hört, dann geben sie zwar oft ihre Gedanken zum Besten, am Ende reicht es aber nichtmal soweit mit der Courage, dass sie zumindest bei ihrem Arbeitgeter nur mal anfragen, ob sie statt einer Überweisung ihr Salär in bar haben können.

* Dort, wo das wirklich große Geld liegt und bewegt wird, ist man aber bei den Firmen.
Eine gewisse Zahl an Miterabeitern, und es sind monatlich 1 Mio. Plus alleine schon wegen der Löhne/Gehälter samt dazugehörigen Zusatz-Abgaben, Stichwort Lohnnebenkosten. Der Zahlungsverkehr mit Kunden und Lieferanten noch gar nicht mit eingerechnet.

Firmen brauchen Liqudität beim Thema Geld, eine Abwicklung der Ströme in bar wäre vergleichsweise mit Bankgeschäften langsam, ineffzient und dazu in mehrerlei Hinsicht unsicher.

Bargeld zahlt sich nur bei ungwöhnlich großen Beträgen aus. Diesbezüglich gab es von einer großen Bank in Deutschland Überlegungen, Milliarden an Euro des Eigenkapitals in Form von Geldscheinen in einem Kellertresor zu lagern: Weil die Räumlichkeiten samt ihrer Bewachung und einer Versicherung günstiger ausfallen, als Negativzinsen bei der EZB zu zahlen, wenn das Geld über Nacht - in Form von Giralgeld - dort gelagert wird.

Für "normale" Firmen/Konzerne ist das Horten von Bargeld nicht drin, weil eben einer der wesentlichsten Gründe ist: Liquidität. Und die fehlt bei Bargeld.

Daher: Nur mehr Bargeld bei gleichzeitig großem Rückgang von Giralgeld, das wird es nicht spielen. Braucht man gar nicht weiter zu denken.


Was das Verhalten und die Gewohnheiten der Leute in der Zukunft betrifft (Beispiel Digitalisierung), weiß ich überigens überhaupt nicht mehr als die große Mehrheit. Allerdings manches ein paar Jahre früher, wie ich seit 20+ Jahren immer wieder festgestellt habe 😂

Die Mehrheit der Menschen ist in ihrem Verhalten träge, sprich: Veränderungen werden grundsätzlich nicht immer als gut angesehen. Nicht umsonst wird die Trägheit den sieben Todsünden zugezählt. Die Abneigung gegenübe Veränderungen können wir allesamt bei uns selbst beobachten - der eine mehr, der andere weniger. Und zu dem allen findet ihr eine Reihe tiefergehender Informationen in diverser Literatur aus dem Themenfeld der Psychologie.


Vielen würde es das Leben ein Stück leichter machen, nicht alles Neue erstmal abzulehnen und für die Fernhaltung auch noch extra Energie aufzuwenden, sondern stattfessen für den eigenen Geist ungewohnten Ansichten und Meinungen mit einem größeren Maß an Offenheit zu begegnen.

Das gilt hier im Forum und überhaupt im ganzen Leben.

Beispiele, die ich mir selbst anhören musste seit Ende der 1990er:
* Für was brauche ich einen Computer?
* Für was brauche ich Internet?
* Für was brauche ich ein Smartphone?
* Für was brauche ich einen Messenger?

Es ist immer leichter, selber einen Schritt in Richtung der eigenen Weiterentwicklung zu gehen, als sich mit aller Kraft zu verweigern, um am Ende unter Druck und Zwang erst recht genau dort zu landen. Mache schaffen den Sprung dann gar nicht mehr und sind fortan überhaupt abgehängt von dem, was in der Gesellschaft aktuell ist.

Also: Das eigen Ego runter schrauben wenn man neuartige, einem selbst derzeit noch unbekannte Meinungen wahrnimmt. Und Schritt 2: Das Leben genießen. Geht man mit einer gewissen Offenheit durchs Leben, begünstigt das die Zufriedenheit sehr.

Und ich persönlich, ich nehme meine Beobachtungen zur Kennntis, finde sie interessant und freue mich darüber zugleich:
Es ist unglaublich, mit welch großer Resonanz ich Leute für so manche anfangs noch sehr zukünftig wirkende Themen begeistern und mitreißen kann und konnte. Ich nehme da mal als große Theman die Nutzung der Digitalisierung zum Vorteil der Leute heraus, sowie die (modernen) Möglichkeiten rund um die Verwaltung von Geld.

Ein paar wenige hingegen, die ziehen es vor lieber Leute klein zu machen, die in ihren Augen größer als sie selbst wirken. Das ist aber ganz normal.

Am Ende entscheidet jeder selbst, welche Handlungen ihn zum Erfolg bringen sollen, ebenso trägt auch jeder die Konsequenzen, wenn es dann doch nicht so klappt.
 
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18 April 2018
1.649
741
Das ist aber ein harscher Ton den du hier vor allen anderen einschlägst ...
Ich möchte nicht harsch sein, sondern habe nur in den letzten Wochen Deine Postings gelesen. Wie gesagt, nix für ungut, nur meine ehrliche und offene Meinung. Bitte lies Dir Deine Antwort in dem von mir geschriebenen Kontext noch einmal durch und ich hoffe Du wirst verstehen was ich meine. Es geht weniger um den Inhalt, als mehr um den Ton - welcher eben auch die Musik macht.

dass es völlig an der Wirklichkeit vorbei gedacht ist:
Das mag sein, daher habe ich "theoretisch" gesagt. Nichtsdestotrotz, Banken benötigen das Geld sind aber nicht gewillt dafür zu "zahlen" (und ja, der EZB-Faktor ist mir bekannt). Die logische Konsequenz wäre dass man es eben abzieht.
dass sie zumindest bei ihrem Arbeitgeter nur mal anfragen, ob sie statt einer Überweisung ihr Salär in bar haben können.
Verstehe Deinen Standpunkt durchaus und gebe Dir Recht, aber man muss es nicht schwarz/weiss sehen. Man kann durchaus Geld über eine Bank erhalten ohne, dass man es bei ihr belässt.

So überraschend das genau heute gekommen ist, so erwartbar war die Senkung zugleich aber auch.

Sie sind ja erst vor wenigen Tagen von 0,4 auf 0,3 runter. Von daher ist der Absturz auf 0,1 schon überraschend.
 
25 März 2014
2.475
1.441
@cavaliere
Es gibt nicht nur eine Wahrheit auf der Welt, du hast halt auch eine. Soweit ist das legitim.

Wenn du Kritik an mir hast, dann würde ich vorschlagen das privat mitzuteilen.

Inmitten der Threads wirft das womöglich ein nicht ideales Licht auf das Image der Plattform, auf der wir hier alle sein dürfen (Fachforum mit versierten Infos und großer Kompetenz in den Bereichen Telekommunikation / Mobilfunk).
Auch bringt es den Leuten nicht viel, die einen Thread anklicken wegen der wertvollen und nüztlichen Informationen. Inzwischen befindet sich das LTE-Forum sogar bei Google schon in den Top-Ergebnissen, wenn man zu versierten Fragestellungen sucht.

Zur aktuellen Zinssenkung:

Rein vom Zinsniveau her dürfte aktuell für den Einen oder Anderen womöglich auch wieder www.spareinlage.at relevant werden.

Das sind gebundene Anlagen von Geld gegen Zinsen, und zwar in der Form von Unternehmensanleihen.
Kontoführung (konkreter Wortlaut: Depotführung) sowie Handling sind kostenlos. Geld kann auch vor Ablauf der Bindungsfrist schon abegerufen werden, gegen entsprechende Reduktion der Verzinsung.

Aber Achtung, dort hat man kein Bankguthaben, sondern man "borgt" das Geld der Spar Finanz AG in Form von Anleihen.

Wesentliche Unterschiede im Vergleich zu einer Bankeinlage:
* keine Einlagensicherung; Das Unternehmen finanziert sich mit dem Geld. Bei einer Insolvenz könnt ihr eure Forderung beim Masseveralter anmelden. Pi x Daumen wird das in einem (nahezu) Totalverlust münden
* 27,5% statt 25% KESt, da man durch die Anleige im Wertpapierbereich gelandet ist
 
2 April 2014
149
132
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Ich hasse übrigens Bargeld und zahle seit spätestens 2015 konsequent nur mehr bargeldlos, wenn irgendwie möglich. Natürlich auch die kleine Falsche Wasser um 55 Cent (die erst recht, denn eine Tasche voller kleiner Münzen mag ich noch weniger). Das sei allen gesagt, die sich dem genüber weigern: Die Digtalisierung macht auch nicht vor euch halt, und irgendwann steckt auch ihr drin - ob ihr wollt oder nicht. Weniger Sorgen hat man allerdings, wenn man nicht auf den Zwang wartet, sondern vorher freiwillige dne Schritt in die moderne Zeit macht.
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Bargeldloses Zahlen ist in vielen Fällen praktisch und bequemer, allerdings beförderst du damit das, was Politik, Banken und Hochfinanz haben wollen, nämlich letztendlich die Abschaffung des Bargelds.
Bargeld ist aber gedruckte Freiheit:
Einerseits bist du damit nicht gläsern, sodaß der Kauf einer Cola-Flasche und der geschenkte Fuffi von der Oma (was als Steuerhinterziehungs- und Terrorismusfinanzierungsverdacht herhalten muß) keine Datenspuren hinterläßt.
Andererseits gibst du bargeldlos dein Geld leichter aus, da du es einerseits nicht vorher abheben mußt (und dir dabei evtl. die Notwendigkeit bzw. den Preis deines Kaufes nochmals überlegst) und auch nicht die Höhe des Zahlungsbetrags durch die Scheine in deiner Hand beim Bezahlen quasi "spürst".

Was aber noch viel schwerer wiegt:
So lange es Bargeld gibt, lassen sich Negativzinsen und andere Schweinereien nicht großflächig durchsetzen.
Jeder mit ein bißchen Hausverstand weiß, daß das Finanzsystem auf Schuldgeld basiert, das aus dem Nichts erzeugt wird.
Wenn es nun kein Bargeld mehr gäbe, könnten Banken nach Belieben Negativzinsen verrechnen, da es keinen Bank run, wo die Leute ihr Geld einfach abheben würden, geben kann.
Dazu könnte der Staat als Handlanger der Finanzoligarchie zur Verlängerung des am Ende angelangten Finanzmonopoly-Spiels ebenso einfach hergehen, und nach Belieben über Nacht x Milliarden an Sparguthaben samt x Milliarden an Staatsschulden "wegkürzen", ohne daß du etwas dagegen machen könntest.
 
18 April 2018
1.649
741
Wenn es nun kein Bargeld mehr gäbe, könnten Banken nach Belieben Negativzinsen verrechnen, da es keinen Bank run, wo die Leute ihr Geld einfach abheben würden, geben kann.
Das ist genau der Punkt. Und ich verstehe nicht, wieso der so oft (hier) ignoriert wird.

Dass Fiatgeld auch nur bedingt einen Wert hat mag stimmen, trotzdem lässt sich digitales Vermögen wesentlich einfach kontrollieren als Bargeld. Ohne Bargeld ist man den jeweiligen Bestimmungen ausgeliefert und hat grundsätzlich gar keine Optionen mehr. Mit Bargeld kann es auch zu Restriktionen kommen, diese sind aber doch weit schwer umsetzbar als mit digitalem Vermögen.

Bequemlichkeit ist hier noch lange kein Thema.
 
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18 März 2021
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Wer bei diesen Zinsen noch das Geld auf einem Sparkonto liegen lässt, dem ist echt nicht zu helfen. Am besten in einen All-World-ETF (Stichwort A1JX52) reinhauen und nicht auf das Depot schauen.
 
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20 September 2015
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Wer bei diesen Zinsen noch das Geld auf einem Sparkonto liegen lässt, dem ist echt nicht zu helfen.
Mir sind die Zinsen eigentlich egal, möchte nur mein Geld sicher parken & dafür ist ein Sparkonto ideal. Ist also mir (sowie anderen die das auch so machen) nicht mehr zu helfen, nur weil man keinen großen Wert auf die Zinsen legt? Interessante Ansicht, die man freundlicher formulieren hätte können.
Am besten in einen All-World-ETF (Stichwort A1JX52) reinhauen und nicht auf das Depot schauen.
Das kommt zumindest für mich nicht in Frage, weil ich mich z.B. mit dem ganzen Zeug überhaupt nicht auskenne geschweige dem hat nicht jeder Interesse an sowas sondern möchte einfach nur sein Geld an einem sicheren Ort parken.
 
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2 Oktober 2014
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Das kommt zumindest für mich nicht in Frage, weil ich mich z.B. mit dem ganzen Zeug überhaupt nicht auskenne geschweige dem hat nicht jeder Interesse an sowas sondern möchte einfach nur sein Geld an einem sicheren Ort parken.
Ja, die Lösung, die für eine Person die beste ist, muss nicht für alle von uns zutreffen. Da bin ich ganz bei dir.
 

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