Empfehlung für ein Konto zum Halten von Fremdwährungen mit "Kreditkarte"

25 März 2014
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Diese Dienste (schnell überweisen per Kreditkarte) haben hinstreiche Gründe.

In der ursprünglichen Form war TransferWise lediglich eine Alternative zu sündhaft teuren Auslandsüberweisungen. Wenn du von deiner Raika 500,- Euro in die USA überwiesen wolltest, dann war es deine Wahl. Es war alles so, wie bei einer direkten Überweisung ins Ausland - nur schneller und wesentlich günstiger. Statt 40,- Euro an Gebühren bei der Raika hast du nur ein Zehntel oder noch weniger gelöhnt.

Aufgestellt war der Dienst so:
TransferWise hatte selber in allen relevanten Währungsräumen Konten und darauf auch massig Geld geparkt.

Bei einer Überweisung in die USA hast du von TransferWise eine IBAN im Euro-Raum erhalten und dorthin das Geld an TransferWise gesendet. Nach dem Eingang haben sie den Betrag dann von einem ihrer Konten in den USA an den Empfänger überwiesen.

Aus einer sonstigen Auslandsüberweisung via SWIFT (von deiner Raika direkt in die USA) wurden somit 2 super günstige Überweisungen (eine SEPA-Zahlung in Euro innerhalb der Euro-Zone von dir, und eine Inlandsüberweisung innerhalb der USA von TransferWise). Da ist klar: Das kostet fast nichts. Also selbst mit ordentlicher Marge (von ein paar Euro) immer noch super günstig für dich.

Das gibt es nun als Express-Zahlung: Du musst für so eine Überweisung in das Ausland nach deren Beauftragung nicht erst zu TransferWise überweisen, sondern sie holen es gleich in Echtzeit von deiner Kreditkarte.

Das macht den Vorgang nochmals um einen Tag schneller, und ja, dafür veranlagen sie ein paar Euro.

Diese Überweisungen sind das ursprüngliche Geschäft von TransferWise: Günstig in das Ausland Geld überwiesen, mit hoher Zuverlässigkeit, fairen Wechselkursen und ohne die vergleichsweise exorbitanten Kosten, wie sie bei klassischen Banken anfallen würden.


Dazu ist in den letzten Jahren nun ergänzt worden, dass du bei TransferWise auch Geld parken kannst, sprich du bekommst dort ein Konto. Das gab es früher nicht. Auch externe können auf das Konto überwiesen. Es ist ein pipifeines Multiwährungskonto für den Empfang von internationalen Zahlungen aus aller Welt.

Die Kontoführung ist ja grundsätzlich vollkommen kostenlos.

Und weil alles kostenlos ist, gibt es gratis eine Debit Mastercard dazu. Diese animiert schlicht und einfach, mit dem Guthaben bei TransferWise diverse Alltagseinkäufe zu bezahlen. Auch dahinter ist die Überlegung klar: Jedes mal, wenn ein Kunde mit ihrer Karte bezahlt, verdienen sie ein paar Cent. So werden also die sonst an sich kostenlosen Girokonten finanziert, man macht sie über den Umweg der Kartennutzung zur Einnahmequelle. Das ist clever, wie ich finde
 
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27 Juni 2019
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Mittlerweile habe ich schon mitbekommen, dass bis auf die Gutschriften auf mein TransferWise-Konto für alle anderen Dienste Spesen anfallen. Damit kann ich grundsätzlich ganz gut leben, denn natürlich kostet das ganze etwas. Kniffelig wird's eben nur, wenn eben zur Erreichung ein und des selben Ziels zum Teil sehr unterschiedliche Spesen verrechnet werden.

Nehmen wir mal an, ich will mein (Unter)Konto mit 1000 USD "aufladen", habe aber derzeit kein Guthaben auf meinem (Haupt)Konto bei TransferWise. Dann habe ich da drei Möglichkeiten:
  1. Die "altmodische" und wohl langsamste Methode: Ich überweise auf mein (Haupt)Konto bei TransferWise den Gegenwert von derzeit rund 800 EUR (das verursacht keine Spesen), und wechsle die dann im nächsten Schritt bei TransferWise von EUR in USD, was 0,41 % Spesen kostet. Hier habe ich ganz klar alle Fäden betreffend des "Timings" und seiner Folgen in der Hand!
  2. Die bequeme (und fliegende) Methode: Ich veranlasse den "Ankauf" der USD bei TransferWise und ermächtige diese sich den Gegenwert in EUR per Lastschriftmandat von einem meiner Girokonto im EWR zu holen, was 0,53 % Spesen kostet. Nicht klar ist bei dieser Methode, welcher Umrechnungskurs zu Anwendung kommt; es könnte jener sein der zum Zeitpunkt der Auftragserteilung aktuell war, doch vermerkt finde ich das so nirgends. Ob ich über die USD dann gleich nach der Auftragserteilung oder doch erst nach dem Abschluss der Lastschrift verfügen kann, habe ich ebenfalls noch nicht herausgefunden.
  3. Die zackige (und fliegende) Methode: Alles wie bei der "bequemen" Methode mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Gegenwert (in welcher Währung eigentlich?) von einer meiner "Kreditkarten" bei einem anderen Anbieter eingezogen wird. Das kostet dann 0,82 % Spesen. Dafür ist zumindest in diesem Falle sichergestellt, dass ich schon wenige Augenblicke nach der Auftragserteilung über die USD verfügen kann.
Da heißt es also genau abzuwägen wie eilig man es hat usw., um die beste Version zu nutzen. Bei Zahlungen bzw. abgehenden Überweisungen gibt's ähnliche Konstellationen.
 
25 März 2014
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Wieso willst du in USD wechseln, bevor du sie ausgibt?

Eine Währungsspekulation?

Wenn sich zwischen Ankauf des USD-Guthabens und dem späteren (teilweisen) Abgang der Wechselkurs des Euro zum USD ändert, hast du steuerrechtlich (negative) Einkünfte aus realisierten Wertsteigerungen.

Diese sind erklärungspflichtig mit einer Unternehmer-Steuererklärung, zudem gibt dir genau niemand dazu die notwendigen Unterlagen —> eigene Buchhaltung. Ob Bewertung nach GDPV oder FIFO darfst du dir aussuchen.

Am Ende fällt der besondere Steuersatz in der Höhe von 27,5% dafür an, umgangssprachlich Wertpapier-KESt.

Ich würde mir gut überlegen, auf was ich mich bei solchen Spielchen einlasse.

Alleine im letzten Jahr hat sich EUR zum USD um rund 15% verändert. Du hättest einen Verlust durch das Halten der USD erlitten.

Wenn irgendwann die Gegenrichtung eingeschlagen wird, dann fällt ein Gewinn durch eine USD-Position an.

Bei € 2K in USD kannst du von etwa € 300,- ausgehen —> 82,50 Steuer
 
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27 Juni 2019
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Klar, man könnte mit den Kursen bzw. dem Wechseln auch spekulieren, aber wenn man öfter mal USD (z.B. für den Einkauf in Fernost) benötigt und man wechselt zuvor einen größeren Betrag zu einem günstigen Kurs, hat man bis zum "Verzehr" einen gleichbleibend günstigen Kurs (und das auch am Wochenende, an Nichtbörsentagen usw.), was Kalkulationen deutlich vereinfacht! Das selbe gilt natürlich auch, wenn man von dort Gutschriften erhält.

Lästig wird das ganze lediglich bei der Einfuhrabfertigung, weil der Warenwert in EUR ja stets mit dem amtlichen Tageskurs am Datum des Kaufabschlusses bzw. der Bezahlung ermittelt wird und somit anders sein wird als jener zu dem ich meine Devisen erworben habe.

Manche Zahlungen, gleich ob ein- oder ausgehend, laufen auch gar nicht über den EUR-Raum.
 
25 März 2014
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Klar, man könnte mit den Kursen bzw. dem Wechseln auch spekulieren, aber wenn man öfter mal USD (z.B. für den Einkauf in Fernost) benötigt und man wechselt zuvor einen größeren Betrag zu einem günstigen Kurs, hat man bis zum "Verzehr" einen gleichbleibend günstigen Kurs (und das auch am Wochenende, an Nichtbörsentagen usw.), was Kalkulationen deutlich vereinfacht! Das selbe gilt natürlich auch, wenn man von dort Gutschriften erhält.

In dem Fall würde bei jedem „Verzehr“ ein Teil des Gewinns realisiert werden.

Das ergibt eine Steuerpflicht, und das Thema ist enorm komplex. Ich mache das seit 5 Jahren im großen Stil.

Manche Zahlungen, gleich ob ein- oder ausgehend, laufen auch gar nicht über den EUR-Raum.

Das macht es leider noch komplexer
 
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27 Juni 2019
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Wie Du aus einem durch geringere Finanzierungskosten (hier also in Folge eines "besseren" Wechselkurses) günstigeren Wareneinkaufspreises (da geht's ja nicht um Finanztitel oder ähnliches) auf einmal einen Gewinn konstruieren willst, ist mir nicht ganz klar, aber ich werde da mal an geeigneter Stelle nachfragen.
 
25 März 2014
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Das konstruiere ich nicht, das ergibt sich aus dem Einkommensteuergesetz.

Sehr spezifische Ausführungen gibt es darauf aufbauend in den Einkommensteuerrichtlinien 2000.

Speziell auch mit Beispielen, in denen konkret Fremdwährungsguthaben (Fachbegriff: nicht zum Euro wechselkursstabile Währung) von Konten entnommen werden.

Wichtig ist die dortige Aufzählung:
Nicht nur win Umtausch der Fremdwährung in Euro führt zu einem (negativen) Gewinn, sondern auch die Veräußerung der Fremdwährung zu Zwecken eines Kaufs diverser waren. Man unterscheidet hier auch nicht nach dem Wert der Waren, sondern sie sind generell fremde Wirtschaftsgüter (wie die Fremdwährung selber auch).

Du hast die Thematik auch im Unternehmensbereich: Wenn du von einem
Wertverfall des Euro ausgehst und vorsorglich Fremdwährung für die Geschäfte der nächsten Jahre kaufst, dann ist eine daraus resultierende Ersparnis (= Gewinn bei der Bezahlung mit der Fremdwährung) natürlich steuerpflichtig. Im letzten Jahr wäre es halt nur ein Verlust gewesen, denn der Euro ist seit Corona so richtig stark geworden gegen zB den USD oder CHF. Aber auch das zählt für die Steuer und würde einen Gewinn entsprechend verringern, d.h. es gibt eine Steuergutschrift dafür, ganz umgangssprachlich ausgedrückt.

Anders ist das nur bei Valuten. Diese fallen in den Paragraf 31 des EStG, weshalb diese nach der Haltedauer von 1 Jahr steuerfrei werden. Übrigens leitet sich daraus auch die Steuerfreiheit von zB Bitcoin ab, je nachdem in welche Gruppe sie einzuteilen und wie lange sie gehalten werden
 
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1 Februar 2018
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Ich würde darauf auch eher verzichten, Fremdwährungskonten sind sehr teuer, da würd ich eher ein Produkt nehmen, bei dem keine Spesen anfallen für das Bezahlen in Fremdwährung.

Währungskurse kannst du dir über Optionen und/oder Futures (Finanzprodukte) absichern, kommt aber auf die Beträge an ob sich das rentiert.
 
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27 Juni 2019
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25 März 2014
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Ich finde das ja nicht besonders interessant, sondern nur logisch.

Bei anderem Finanzvermögen gelten die Regelungen ganz gleich (Kontoguthaben ist per se Finanzvermögen), und da ist es nur nachvollziehbar, dass es hier keine Ausnahme gibt.

Du wirst nicht immer nur Gewinne durch das Halten von fremder Währung einfahren, sondern auch Verluste. Unterm Strich und über längere Zeit mit vielen Transaktionen dürfte es sich nach meinem Dafürhalten sogar ausgleichen.

Und weil der Bereich steuerpflichtig wird, kannst du natürlich auch Verluste verwerten. So könntest du die selbst errechneten Verluste (die beim Kauf von Waren mit Fremdwährungsguthaben entstehen) zB mit der Ausschüttung verrechnen, die dir ein ETF für deine private Pensionsvorsorge bezahlt hat.

Die von der österr Bank dafür einbehaltene KESt würdest du in diesem Fall von deinem Finanzamt zurück überwiesen bekommen (weil du die „fiktiven“ Verluste am Fremdwährungskonto im Ausland mit den realen Gewinnen/Ausschüttungen bei einem Depot im Inland verrechnen darfst)

Passiert halt nicht automatisch, sondern mittels Antrag, indem du selbst alles aufrollst und korrigiert neu berechnest.

Wer wirklich Geld sparen will, muss sich 1. auskennen und 2. sich darum kümmern. Jetzt könnt ihr raten, wie das bei Leuten läuft, die tatsächlich viel haben

Nicht umsonst heißt es: Die, die eh schon viel haben, werden noch mehr bekommen. Und jene, die jetzt schon kaum etwas haben, denen wird auch das noch genommen werden.

Was nur vielen verborgen bleibt: Zu großen Teilen kann man es selbst steuern, in welche Richtung man sich entwickelt
 

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