Empfehlung für ein Konto zum Halten von Fremdwährungen mit "Kreditkarte"

20 Oktober 2015
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Ich kann für kleinere Beträge nur TransferWise oder Revolut empfehlen; für mich macht es Sinn zB um die höheren Wechselgebühren am Wochenende bei Revolut auszuschliessen bzw. einen Wechselkurs für einen geplanten Urlaub einzufrieren wenn ich diese Währung sowieso ausgeben will. Macht man ja sonst mit Bargeld im Urlaub auch.

Wenn man FX-Handel betreiben will würde ich das als privater eher mal lassen und dafür auch nicht einen dieser Anbieter nutzen.
 
20 Oktober 2015
29
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Paypal USD Guthaben sind ein pain in the ass; da lag bei mir was Jahrelang rum; am besten das nächste Mal irgendwo wenn man sowieso was in USD bestellt einfach über Paypal zahlen und ausgeben. Hat aber ein wenig länger gedauert bei mir bis das wieder mal der Fall war.
 
27 Juni 2019
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Ich kann für kleinere Beträge nur TransferWise ... empfehlen; für mich macht es Sinn z.B. um die höheren Wechselgebühren am Wochenende bei Revolut auszuschließen bzw. einen Wechselkurs für einen geplanten Urlaub einzufrieren, wenn ich diese Währung sowieso ausgeben will. Macht man ja sonst mit Bargeld im Urlaub auch.
Neben Einkäufen waren genau das meine Szenarien, aber da das Finanzamt anscheinend je Ausgabe mittels eines Fremdwährungskontos zwecks krampfhafter Ermittlung von steuerpflichtigen Gewinnen oder Verlusten erst wieder fiktiv in die Heimatwährung umrechnet, ehe der Betrag dann abermals fiktiv wieder in die besagte Fremdwährung zurückgerechnet und von mir "endlich" ausgegeben wird, fallen da offensichtlich eben diese steuerpflichtigen "Umsätze" an. Für jeden normal denkenden Menschen ist das vollkommen hirnrissig, weil man ja genau diese dauernde Umrechnerei vermeiden will (und mit etwas Glück die Kosten auch noch ein wenig drücken kann), wenn man all seine Fremdwährungsumsätze auch möglichst direkt und ausschließlich in dieser Fremdwährung abwickelt.

Gut, wo kein Kläger, da kein Richter, aber so lange nicht geklärt ist ob ein Finanzdienstleister wie TransferWise meine dortigen Konten an mein Finanzamt meldet, schwebt da stets das Damoklesschwert über dem Inhaber.
 
25 März 2014
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1.430
Ich verstehe deinen Unmut sehr gut.

Dieser Anfall von Fremdwährungsgewinnen auf derartigen Konten mag im ersten Moment auch sehr absurd erscheinen, ist es bei näherer Betrachtung dann aber nicht mehr.

Fremdwährungskonten mit ihrem darauf verwahrten Finanzvermögen (Kontoguthaben sind immer Finanzvermögen) werden genau gleich besteuert, wie andere Finanzvermögen mit ihren Transaktionen auch.

Und das ist auch durchaus sinnvoll:

Es geht hier um Gewinne, die sich aus Kursänderungen zum Euro ergeben können. Derart entstehende Gewinne sind auch dann voll zu versteuern, wenn du die gleiche Konstellation über beispielsweise CFDs, Optionen, Zertifikate, Optionsscheine, und noch mehr aufsetzt.

Über die Währung selbst kannst du nun exakt das Gleiche abbilden.

Und hier wäre es einfach ein super Schlupfloch, wenn man sich seine Geschäfte mit Fremndwährungen völlig steuerfrei stellen könnte, indem man sie einfach in Cash über ein Fremdwährungskonto durchführt. Spielt es aber nicht - es fallen auch hier die Steuern an wie sonstwo auch überall ...
 
25 März 2014
2.475
1.430
Gut, wo kein Kläger, da kein Richter, aber so lange nicht geklärt ist ob ein Finanzdienstleister wie TransferWise meine dortigen Konten an mein Finanzamt meldet, schwebt da stets das Damoklesschwert über dem Inhaber.

Klar melden sie die Konten, und zwar nach OECD-Standard, wie dort eben vorgesehen (an das BMF in Wien in deinem Fall, wenn du hier in Österreich deine Steuern zahlst)

Ich möchte wirklich nur dringend anraten, die Steuern so zu zahlen, wie es vorgesehen ist. Wer mit Finanzwerten wie Fremdwährungen spekuliert und daraus einen Gewinn erzielt, der soll auch seinen Teil des Profits am Finanzmarkt an die Gesellschaft zurück geben. So wie gesetzlich vorgesehen und nicht weniger.

Das geht über Steuern.

Wenn du sie umwidmen willst, dann kannst du das Geld auch spenden, zB an eine mildtätige Organisation lt. Liste der spendenbegünstigter Einrichtungen lt. BMF.

So kannst du den Geldstrom zB umlenken, und zwar weg vom Finanzamt (wo es der Allgemeinheit zugute kommt) hin zu einer Flüchtlings-Hilfsorganisation (die dann zB zielgerichtet nur Flüchtlingen hilft, indem ihnen Smartphones gekauft werden). Das ist nur ein Beispiel - es gibt eine Reihe von spendenbegünstigten Einrichtungen, die sich vielfältig in verschiedensten Bereichen mildtätig engagieren.

Alles was du spendest, reduziert deine Steuer (genauer: dein steuerpflichtiges Einkommen in Höhe der Spende) - grob und überschlagmäßig zusammengefasst.

https://service.bmf.gv.at/service/allg/spenden/show_mast.asp

Wenn du hier konkrete Konstellationen hast, die du steuerlich abdecken willst (oder deinen Handlungsspielraum bzgl. einer steueroptimierten Vorgangsweise ausloten möchtest), kommst du an einer genauen Auseinandersetzung mit der Materie eh nicht drum herum. Die intellektuelle Beschäftigung für ein paar Abende anstelle des dahinsiechenden Couch-Surfen vor dem Fernseher ist damit sichergestellt, siehts positiv :)

Ansonsten kannst du auch abkürzen, indem du einen mit dieser Material vertrauten Steuerberater findest. Diese sollten dir die Auskünfte um etwa € 100,- je Stunde für dich individuell aufbereitet und kompakt zusammengefasst geben können.
 
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27 Juni 2019
4.041
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Nichts für ungut @neptunus, ich bin bei vielem im Bilde und oftmals auch Deiner Meinung bzw. jener der breiten Masse, aber pe se ein Einkommen zu erfinden, das nicht da ist, ist krank, wenn auch wie in diesem Falle vielleicht rechtlich gedeckt.

Es darf keinen Unterschied geben, ob ich selbst die Währung wechsle und damit meine Rechnungen bezahle (und nein es geht dabei vollkommen oldschool um reale, physische Waren; also keine Papiere, Zertifikate, digitale Konstrukte oder sonstige "Schwulitäten") oder ob genau der selbe Vorgang von der Bank hinter der "Kreditkarte" erledigt wird. Wie soll da bei logischem Denken irgendwo ein Einkommen entstehen? Denn der Rechnungsbetrag lautet schließlich in beiden Fällen auf den selben Nominalbetrag in der selben Fremdwährung! Nächstens kommt noch jemand und kreiiert ein Einkommen, weil ich meine Großbestellung zwar nur einmal am Tag X zum Kurs Y erwerbe, mir aber in kleineren Tranchen zusenden lasse und der Wechselkurs an den Tagen der Paketaufgaben ein anderer ist ...

Wie schon gesagt, ich nehme solche vom Gesetzgeber gewollten Ungleichheiten nolens volens zur Kenntnis, werde diese aber bestimmt nicht als logisch begründet anerkennen oder gar "verteidigen"! Und nein, ich werde deswegen auch nicht ein zigfaches an Buchungsaufwand, Steuerberatungsaufwand oder ähnliches in Kauf nehmen, denn all das konterkariert den Sinn und Zweck des Fremdwährungskontos! Da braucht man sich dann als Finanzministerium wirklich nicht mehr darüber wundern, wenn die Wirtschaft darüber klagt, dass einem das Wirtschaften an allen möglichen und unmöglichen Ecken vermiest wird! Daher werde ich so umständlich wie bisher weitermachen und den Kunden künftig erzählen, warum es nicht einfacher realisierbar ist!


BTW: Zum Couch-Surfen hatte ich noch nie Zeit, und auch jene die ich hier schon in eine angedachte Lösung eines Problemes gesteckt habe, ist leider sinn- und ergebnislos verloren; Wissenserweiterung hin oder her.


P.s.: Würde ich mein fiktives Einkommen aus dem Fremdwährungskonto spenden, wäre der Verlust immer noch gleich groß wie beim Steuerzahlen, wenngleich ich vielleicht einen humanitären "Bonus" dabei hätte / erhielte. Aber da die Idee der Nutzung eines Fremdwährungskontos nicht darin bestand meine Ausgaben zu erhöhen, sondern diese lediglich einfacher kalkulierbarer zu gestalten (und die anfallenden Finanzierungskosten zumindest teilweise beeinflussen zu können), ist das Thema durch.
 
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25 März 2014
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aber pe se ein Einkommen zu erfinden, das nicht da ist, ist krank

Hier im vorliegenden Fall (= beim Abgang von Fremdwährungsguthaben von Konten) liegt eindeutig ein erzieltes Einkommen vor, deshalb ist es auch zu verteuern. Das Einkommen ist die durch Wechselkursschwankungen erzielte (negative) Ersparnis. Weiter oben hast du dieses Sparen erwähnt, insofern wundert mich, dass du das nun ganz anders darstellst.

Hier wird mir eine große Mehrheit im Forum zustimmen, was Finanzspekulanten und Bessergestellte betrifft:

Der kleine, einfache und normale Mann, der zahlt ab dem 1. Euro seine Steuern (zB am Lohnzettel) und kann gar nicht aus.

Aber du bist so "gstopft" dass du dir sogar Auslandskosten, bestückt mit Fremdwährung leisten kannst. Wenn du das machst, um zu sparen wie du es nennst (ich nenne es: einen Profit aus deiner Spekulation am Finanzmarkt schlagen), dann hast du für den Reibach den du da machst, auch Steuern zu zahlen.

Du scheint mir hier nur an den eigenen Vorteil zu denken, das ist immer sehr entlarvend. Es geht dir nicht um die Sache, schon weniger um das Wohl der Allgemeinheit, sondern einfach nur um dich selber.

Kommt nicht von mir, denn ich mache die Gesetze nicht, ich nutze sie nur zu meinem Vorteil. Das könntest du übrigens auch.

Wenn du anderer Meinung bist, auch kein Problem:
Im EStG sind Fremdwährungskonten nicht ausdrücklich aufgezählt, sie ergeben sich aus den viel weiter gefassten Bestimmungen des § 27 EStG.

Genannt sind sie erst später in den EStR 2000, und diese - das steht sogar in der Einleitung - sind keine Rechtsgrundlage, sondern lediglich eine Meinung und Interpretationshilfe des BMF, im Sinne einer einheitlichen Verwaltungspraxis.

Für dich gibt es das Rechtsmittelverfahren, du wärst nicht der Erste, der eine Regelung (höchstgerichtlich) zum Fall bringt. Die Sache hier existiert aber seit 10 Jahren, es hat noch niemand geschafft, die Regelung ist auch sehr klar, sauber und einheitlich. Ich sehe dich da auf verlorenem Posten, und außer Tausende Euro Kosten mitsamt Jahren an Aufwand und Ungewissheit wird da nichts für dich rausschauen.


Wie schon gesagt, ich nehme solche vom Gesetzgeber gewollten Ungleichheiten
Wenn das tatsächlich eine Ungleichheit ist, dann hättest du eine Chance etwas zu bewegen. Ist sie aber nicht, wie schon weiter oben erklärt. Fremdwährungen auf Konten werden genauso behandelt, wie Fremdwährungen in anderer Form auch (ausgenommen Bargeld, da Valuten eine Sonderstellung zukommt und in § 31 EStG - Stichwort Spekulationsgeschäfte - abgehandelt werden).

Eine Nicht-Besteuerung hätte mir in den letzten Jahren viel Kohle gespart, als ich mich gegen die Abwertung des USD abgesichert hatte. So funktioniert das aber einfach nicht.

Seit ganz allgemein Finanzgewinne in Österreich nicht mehr steuerfrei sind (seit 2011) sind natürlich auch deinen Finanzgewinne nicht mehr gratis.

Da wäre auch für dich der richtige Weg, dich damit abzufinden.
 
25 März 2014
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Ich hab aber einen Vorschlag für dich, der bringt dich genau zu deinem Vorhaben (Planungssicherheit, indem du vorher schon deinen Wechselkurs einloggst), gleichzeitig ist er viel einfacher, denn das ganze Zeugs mit dem Halten von Fremdwährung ersparst du dir einfach.

Fallbeispiel:
Du möchtest 15.000 USD, da die sie in 2 Jahren ausgeben möchtest. Gleichzeitig soll zur Planungssicherheit aber der heutige Kurs bestehen.

Lösung:
Du machst einen Hedge.

Schritt 1:
Dazu kaufst du dir heute ein Instrument (zB Zertifikat - bitte vorher gut und genau informieren) auf einem inländischen Depot, das dir genau die Währungsschwankung gegen den Euro im Ausmaß der 15K USD abbildet.

Schritt 2:
In ein paar Jahren gibst du das Geld aus. Wenn du es ausgibst, löst du im gleichen Ausmaß die Herging-Position auf (bei mehreren Teilausgaben analog dazu mehrere Teilauflösungen)

Effekt:
Du hast immer den heutigen Kurs, obwohl du die USD erst (Jahre) später tatsächlich kaufst.
Was du durch Kursschwankungen später mehr bezahlst für die USD, genau diesen Betrag hast du als Gewinn auf deiner Hedging-Position stehen. Natürlich auch umgekehrt: Was du dir später aufgrund eines günstigeren Kurses ersparst beim Kauf der USD, das hast du als Verlust auf der Heding-Position.

Nebeneffekt:
Und die Steuer brauchst du dich nicht zu kümmern, denn im konkreten Beispiel führt sie dein Broker als KESt an das Finanzamt am Sitz des Brokers ab. Damit ist die Sache für dich endbesteuert, und brauchst selbst und gegenüber deinem Finanzamt genau gar nichts zu unternehmen.

Genauso macht man es übrigens im Unternehmensbereich, um Planungssicherheit im Auslandsgeschäft zu erhalten: Man sichert sich gegen Währungsschwankungen ab, Fachbegriff "Hedging"

http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/hedging/hedging.htm
 
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10 Mai 2014
2.341
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aber so lange nicht geklärt ist ob ein Finanzdienstleister wie TransferWise meine dortigen Konten an mein Finanzamt meldet
Tun sie nicht - siehe https://transferwise.com/de/help/ar...transferwise-konto-beachten?origin=topic-1350

Um welche Beträge geht es denn da eigentlich? Wenn sich das um 300 Euro Ersparnis handelt glaube ich kaum dass das jemanden interessiert. Bei 3 Millionen schaut das schon anders aus, wird aber wahrscheinlich nicht der Fall sein.
 
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27 Juni 2019
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Wir reden hier von einem bestenfalls mittleren vierstelligen (und wenn's mördergut läuft vielleicht irgendwann einmal sogar knapp fünfstelligen) EUR-Betrag pro Jahr der da ins "Finanzausland" fließt und irgendwann und irgendwie in Form von physischer Ware oder der einen oder anderen Dienstleistung ins steuerliche Inland zurück fließt. Das hat mit "Gstopfter", der ich mit Sicherheit nicht bin lieber @neptunus, überhaupt nichts zu tun! Der "Reibach" entsteht also, so überhaupt, ohnedies erst im steuerlichen Inland, aber eben nur am Ende der ganzen Kette und keineswegs beim Zahlungsvorgang selbst. ;)

Die Kurx, und dort beginnt eben der systematische Schwachsinn bei den Finanzgesetzen, liegt ganz offensichtlich schlicht und ergreifend darin, dass fremde Währungen (gleich in welcher Form) als Ware betrachtet werden, und nicht als das, was jede Währung, also auch die eigene, ist; nämlich ein gegenseitig anerkanntes Tauschmittel in und für einen bestimmten Wirtschaftsraum!

Und als Schlussfolgerung der irrigen Annahme die Währung des Nachbarn sei eine Ware resultiert dann natürlich auch alles andere wie das Entstehen von "Einkommen" / "Verlusten", weil man ja mit der (fiktiven) Ware des Nachbarn schließlich keine andere, reale Ware bezahlen könne (siehe die "Tausch"-Bestimmungen in den Finanzgesetzen) und deswegen stets die doppelte Zwangsumrechnung von (fiktiver) Ware in heimische Währung und von dort in reale Ware erfolgt. Und dann ist es aus finanzrechtlicher Sicht schon klar, dass der fiktiv beim Zwangsumtausch erzielte Gewinn / Verlust) bei der Einkommenssteuer bzw. der Spezialform KESt. zu berücksichtigen ist.

Die Pointe an der Sache ist dabei jene, dass sich die Finanzgesetze punkto der Annahme die Währung des Nachbarn sei eine Ware auch noch selbst als vertrottelt entlarven, denn anders lässt sich die Tatsache, dass man Verluste aus solchen Zwangsumtauschaktionen immer nur mit den Gewinnen des selben Jahres gegenrechnen kann und KEIN Verlustvortrag wie bei anderen Einkommensarten (wie z.B. bei Vermietung) möglich ist, ja nicht erklären. Auf die Idee, dass jemand der mit mehr als einem Wirtschaftsraum zu tun hat einfach eine weitere Buchhaltung, aber eben in einer anderen Währung wenngleich den sonst selben Regeln wie bei jener in der Heimatwährung, für diesen führt, und nur die tatsächlich den Wirtschaftsraum übergreifenden Vorgänge umgerechnet werden, ist man im Finanzministerium offensichtlich noch nicht gekommen.
 
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