Erste Group und Sparkasse (Überziehungsrahmen - Kreditkarte werden eingetragen in den KSV)

27 Juni 2019
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Die Frage ist doch wohl eher @in-guten-haenden, ob Du zuvor überhaupt schon mal einen vertraglich vereinbarten fixen Überziehungsrahmen hattest und falls ja, wann dieses "vorher" war. Denn durch Basel 1-3 hat sich in den letzten Jahren seeehr viel in der Bankenwelt geändert und es würde mich nicht wundern, wenn der Wissensstand und Erfahrungschatz vieler Bankkunden noch immer am Stand der vermeintlich guten alten Zeiten wäre.

Wie auch immer, ein Eintrag in einem Kreditorenschutzverband stört niemanden; schon gar nicht, wenn ohnedies alles in geordneten Bahnen verläuft!
 
29 Januar 2016
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18 August 2020
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Müsste der KSV allerdings - ansonsten gibt es recht nette NGOs, die das in deinem Namen einklagen (das Auskunftsrecht im Datenschutz inkludiert auch, wie diese Scores erstellt werden).
bist du sicher, dass das Auskunftsrecht auch das Offenlegen der effektiven Berechnungsformel beinhaltet? Würde ich nicht drauf wetten!

In der KSV Auskunft wird zwar das Verfahren (logistische Regression) zur Prognose von Risikowahrscheinlichkeiten genannt und auch welche Datenarten in die Berechnung einfließen, jedoch nicht die tatsächliche Berechnung an sich. Außerdem zieht sich der KSV hinter die Position zurück, dass "Ein KSV1870 Score alleine ....jedenfalls kein hinreichender Grund sei, einen Vertragsabschluss abzulehnen". Und weil die Banken das wissen, würden sie gegenüber dem Kunden natürlich nie einen schlechten Score als Argument anführen, weshalb der Kreditantrag XY abgelehnt wurde (weil sie sich juristisch damit logischerweise angreifbar machen würden).

Aber zurück zum Auskunftsrecht und was dies alles beinhaltet. Ohne zu wissen, ob diese Frage in AT jemals ausjudiziert wurde - in DE wurde die Schufa bereits vor Jahren darauf geklagt, offenzulegen, wie sie ihre Risikobewertungen berechnet. Der BGH hat 2014 letztinstanzlich jedoch der Schufa Recht gegeben, dass die effektive Berechnungsmethode ihr Geschäftsgeheimnis bleiben kann, nicht gegen Datenschutzbestimmungen verstößt und nicht offenzulegen ist. Was sie auf Anfrage offenlegen müssen sind nur die Daten, die in die Berechnung einfließen (wie beim KSV) und das Ergebnis, den Scorewert (wie beim KSV). Die Berechnung dazwischen bleibt somit geheim. Die Schufa ist natürlich nicht der KSV1870 und der BGH nicht der OGH. Ob in Österreich allerdings ein gegenteiliges Urteil herauskommen würde ist die Frage.
 
21 März 2016
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Einen Eintrag bekommen ist eigentlich was man will. Gibt genug die nach Oesterreich ziehen und Probleme (gerade mit Mobilfunkern bekommen) weil sie keinen Eintrag beim KSV haben.
 
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in-guten-haenden

Gast
Endlich habt ihr es verstanden, es geht um den Scorewert, und ich bin eigentlich "erstaunt" gewesen, als ich den Eintrag des Rahmens im KSV von der Sparkasse gefunden habe. Finde ich so nicht i.O. - weil es ja den Scorewert auch dann verschlechtert. Ich hatte zuvor auch schon Kreditkarten / Überziehungsrahmen. Keiner war eingetragen.
 
22 März 2014
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bist du sicher, dass das Auskunftsrecht auch das Offenlegen der effektiven Berechnungsformel beinhaltet? Würde ich nicht drauf wetten!

Jein - ist aktuell noch nicht ausjudiziert, was bei Scoring genau offenzulegen ist.

Außerdem zieht sich der KSV hinter die Position zurück, dass "Ein KSV1870 Score alleine ....jedenfalls kein hinreichender Grund sei, einen Vertragsabschluss abzulehnen". Und weil die Banken das wissen, würden sie gegenüber dem Kunden natürlich nie einen schlechten Score als Argument anführen, weshalb der Kreditantrag XY abgelehnt wurde (weil sie sich juristisch damit logischerweise angreifbar machen würden).

Ist es auch nicht - siehe Art. 22 DSGVO. Abgesehen davon ist es natürlich auch nicht in der Verantwortung des KSV, weil ja andere Unternehmen darauf zurückgreifen und der KSV keinen Einfluss darauf hat.
Wenn ich mir Art. 15 DSGVO so ansehe, klingt es aber sehr nach zumindest teilweiser Offenlegung:

h)das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling gemäß Artikel 22 Absätze 1 und 4 und — zumindest in diesen Fällen — aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für die betroffene Person.

Aber zurück zum Auskunftsrecht und was dies alles beinhaltet. Ohne zu wissen, ob diese Frage in AT jemals ausjudiziert wurde - in DE wurde die Schufa bereits vor Jahren darauf geklagt, offenzulegen, wie sie ihre Risikobewertungen berechnet. Der BGH hat 2014 letztinstanzlich jedoch der Schufa Recht gegeben, dass die effektive Berechnungsmethode ihr Geschäftsgeheimnis bleiben kann, nicht gegen Datenschutzbestimmungen verstößt und nicht offenzulegen ist. Was sie auf Anfrage offenlegen müssen sind nur die Daten, die in die Berechnung einfließen (wie beim KSV) und das Ergebnis, den Scorewert (wie beim KSV). Die Berechnung dazwischen bleibt somit geheim. Die Schufa ist natürlich nicht der KSV1870 und der BGH nicht der OGH. Ob in Österreich allerdings ein gegenteiliges Urteil herauskommen würde ist die Frage.

Meines Wissens wurde das in AT nicht ausjudiziert, auch in Deutschland bezieht sich das Urteil 2014 nicht mehr auf die jetzige Rechtslage.
 
27 März 2014
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Ich hatte zuvor auch schon Kreditkarten / Überziehungsrahmen. Keiner war eingetragen.
Waren die auch von österreichischen Banken ausgestellt? Deine N26 Deutschland Karte oder DKB, Revolut oder Bunq Karten und von einigen hundert anderer europäischer oder weltweiter Institutionen, die an österreicher Karten und Konten ausgeben, werden wohl nicht beim KSV eingetragen werden, weil diese Banken sich nicht für den KSV interessieren oder einfach nicht der (selbst-)Verpflichtung der österreichischen Kreditwirtschaft unterliegen.
Aber keine Angst, die Schufa und etliche andere Datensammler kümmern sich auch gerne um österreichische Kunden.

Dennoch:
Die Banken haben ein Recht zu wissen mit wem Sie eine Geschäftsbeziehung anbahnen und das tun sie eben über die KSV-Einträge. Wenn du zur XY-Bank gehst und dort eine Kreditkarte mit 5000 Euro Rahmen haben möchtest werden die zuerst schauen ob du nicht schon irgendwo auffällig geworden bist, weil Du zb deine Schulden nicht rechtzeitig zurückgezahlt hast.

Und weil du jetzt endlich sagst, dass das Scoring dein Problem ist: Welches Problem hast du denn, dass du vermutest, dass dein KSV(!) Score daran schuld wäre?

Wenn du nur einen Handyvertrag nicht bekommst kann ich dir versichern, dass das nix mit dem KSV zu tun hat, sondern mit einer (oder mehreren) anderen Firmen die Datenbanken betreiben
 

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