Fernwärme Zähler zählt, obwohl kein Verbrauch

10 September 2021
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Guten Morgen!

Ich wohne seit 1,5 Jahren in einer modernen Mietwohnung in 1120 Wien mit Bodenheizung und habe begonnen mich im Rahmen eines Zählertausch, durch eine von Wien Energie beauftragte Firma, für Details zu interessieren.

Ich vermute stark, der Kasten im Anhang zählt die Heizärme, oder?!

Nun habe ich schlicht mal testen wollen und alle Thermostate zugedreht (zur Sicherheit auch mal getestet, indem ich im Sicherungskasten die Sicherung für die Bodenheizung abgedreht habe!) und was ist passiert....der Zähler zählt stetig weiter?!

Eine schriftliche Anfrage an Wien Energie vom 10. Jänner blieb bis heute unbeantwortet!

Ist das normal oder könnte es tatsächlich einen technischen Fehler geben?!
 

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10 September 2021
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Wird dein Warmwasser vielleicht auch durch die Heizwärme erhitzt?
Dafür gibt es eindeutig einen eigenen Zähler!

Aber sogar wenn, ich habe im Testzeitraum überhaupt gar nichts verbraucht!

Also alle Thermostate aus bzw. Sicherung im Sicherungskasten aus und Wasserentnahme lag auch bei 0, trotzdem ist der Zähler in diesem digitalen "Kasten" stetig hoch gegangen!

Ich bin absoluter Laie, aber mein Hausverstand sagt mir, dass das einfach nicht sein kann, außer die Technik dahinter funktioniert ganz seltsam anders. Aber vielleicht melden sich noch ein paar Fachkundige hier im Forum.
 
27 Juni 2019
6.288
3.949
So lange da nicht die Hauptzuleitung abgedreht wird, läuft immer noch eine Mindestmenge durch die Leitungen, weil diese sonst durch die Ablagerung der im Wasser enthaltenen Schwebstoffe defekt werden würden.
 
2 Oktober 2015
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Das ist ganz normal, habe auch eine Bodenheizung. Wenn man die Thermostate für alle Zimmer abdreht, gibt es immer noch eine Grundlast für Vorraum, Bad und WC, was sich nicht per Thermostat abdrehen lässt. Beim Wärmezähler gibt es sicher auch einen Hebel, den man umlegen kann, dann zählt er wirklich nicht mehr.
Wenn du es ganz genau kontrollieren möchtest, miss mit einem Infrarot- Thermometer die Bodentemperatur aller Räume. Du wirst sehen, dass einige leicht wärmer sind.
 

sss

25 März 2014
1.679
786
Diesen Kasten habe ich auch (Stadtwerke Klagenfurt). Eigentlich sollte er dir auch anzeigen wieviel Warmwasser gerade durchfließt, was in 0,xxx m³ angegeben wird.

Alternativ die einzelnen Zu- und Ableitungen alle abdrehen, dann ist wirklich 0.
 
9 April 2014
3.290
1.936
Hängt da auch ein Boiler dran?
Bei uns (NÖ, EVN), hängt der Boiler nämlich auch dran ... ich vermute damit das Wasser zum Duschen usw. nicht komplett von "0" weg erhitzt werden muss.
Wenn ich da alle Heizungen abdreh, dann rennt der Zähler auch noch weiter ... bis der Boiler voll ist.
 
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10 September 2021
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Das ist ganz normal, habe auch eine Bodenheizung. Wenn man die Thermostate für alle Zimmer abdreht, gibt es immer noch eine Grundlast für Vorraum, Bad und WC, was sich nicht per Thermostat abdrehen lässt. Beim Wärmezähler gibt es sicher auch einen Hebel, den man umlegen kann, dann zählt er wirklich nicht mehr.
Wenn du es ganz genau kontrollieren möchtest, miss mit einem Infrarot- Thermometer die Bodentemperatur aller Räume. Du wirst sehen, dass einige leicht wärmer sind.
Hmm, interessanter Einwand. Aber wie soll das mit "Grundlast" für Vorraum, Bad, WC technisch funktionieren? Da müssten ja beim Bau schon die Stellregler der Bodenheizung "umgangen" worden sein, was mich wundern würde?

Ansonsten kann es doch technisch gar nicht gehen, dass ich den Regler zu drehe und trotzdem noch was durchgeht.

Den Test mit dem zudrehen der Zuleitung zum Zähler werde ich noch machen. Finde es aber trotzdem interessant, wie es technisch gehen soll, dass trotzdem was durchgeht, wenn alle Regler der Bodenheizung geschlossen sind?
 
10 September 2021
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Hängt da auch ein Boiler dran?
Bei uns (NÖ, EVN), hängt der Boiler nämlich auch dran ... ich vermute damit das Wasser zum Duschen usw. nicht komplett von "0" weg erhitzt werden muss.
Wenn ich da alle Heizungen abdreh, dann rennt der Zähler auch noch weiter ... bis der Boiler voll ist.
Nein, kein Boiler.
 
2 Oktober 2015
382
334
Hmm, interessanter Einwand. Aber wie soll das mit "Grundlast" für Vorraum, Bad, WC technisch funktionieren? Da müssten ja beim Bau schon die Stellregler der Bodenheizung "umgangen" worden sein, was mich wundern würde?

Ansonsten kann es doch technisch gar nicht gehen, dass ich den Regler zu drehe und trotzdem noch was durchgeht.

Den Test mit dem zudrehen der Zuleitung zum Zähler werde ich noch machen. Finde es aber trotzdem interessant, wie es technisch gehen soll, dass trotzdem was durchgeht, wenn alle Regler der Bodenheizung geschlossen sind?

Es gibt bei Fußbodenheizungen in der Wohnung üblicherweise einen Fußbodenheizungsverteiler. Das ist ein Kasten, meist in der Nähe vom Sicherungskasten an zentraler Stelle in der Wohnung. Dort wird die Wärme auf z.B. 6 Heizkreise aufgeteilt. 4 davon sind über Thermostat gesteuert (für die Zimmer, man sieht die Kabel von den Thermostaten dorthin gehen) und 2 davon sind fix eingestellt (für Vorraum, Bad, WC, ohne Kabel). Diese fixe Einstellung (Grundlast) lässt sich auch noch per Innensechskantschlüssel anpassen. Aber Vorsicht, jede Änderung dauert 2 Tage, weil die Fußbodenheizung so träge ist. Da würde ich nicht unbedingt herumspielen.
 
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17 Dezember 2021
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Also meine Heizungsverteiler haber sehr wohl auch ein Ventil am Zu- und Ablauf des Hauptstranges zum Verteiler.
Also wenn ich die abdrehe geht nirgendwo mehr was daneben vorbei fürs Vorzimmer oder ähnliches.
Hab aber auch keine Fernwärme sondern Wärmepumpe, das System sollte aber doch das selbe sein.
Wie sollte man sonst ggf. was reparieren können wenn man es nicht für die gesamte Wohnung abdrehen kann?

Rein gefühlsmäßig könnte ich mir aber auch vorstellen, daß jede Wohnung eine fixe Grundlast eingestellt hat, egal ob da was durchrinnt oder nicht, da du ja auch von den umliegenden Wohnungen mitgeheizt wirst, selbst wenn du deine Kreise völlig abdrehst. Hast dann halt nicht 25°C in der Wohnung sondern nur vielleicht 18°, auch dazu bedarf es Heizenergie, die kommt dann halt nicht aus deiner Fußbodenheizung sondern aus den Wohnungen rundherum.
Wäre auch unfair wenn du dann gar nix bezhahlen bräuchtest.
 
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26 März 2014
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4.021
Also wenn die Leitung nicht irgendwo komplett abgesperrt ist kann auch sein das durch die unterschiedlichen Temperaturen etwas Wasser fließt. Warmes Wasser hat ja eine geringere Dichte wie kaltes. Also das Wasser kühlt dann in den Leitungen aus und wird schwerer und dadurch fließt wärmeres nach. Wenn der Zähler das genau genug erfasst kann so über die Zeit schon was zusammen kommen. Das Prinzip hat man sich früher bei den Schwerkraftheizung zu Nutzen gemacht die ohne Pumpe auskamen.
 
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21 April 2021
486
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Die Ventile, auf die im Heizungsverteiler die Stellantriebe aufgesteckt werden, könnten auch nicht 100%ig dicht sein. Beim normalen Heizbetrieb sollte das aber nicht wirklich relevant sein.

Ich hatte das Problem mal bei einem rein mechanischen Thermostat Kopf (neu).
 
10 September 2021
29
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OK, danke schon mal für den zahlreichen Input. Dann nehme ich mal an, es handelt sich um die sogenannte "Grundlast".

Meine weitere Frage dazu wäre aber, rennt die auch im Sommer weiter und macht es im Sommer ggfs. Sinn, den Zu- und Ablauf beim Zähler komplett zu zudrehen, damit eben wirklich nix mehr gezählt wird?

Im Sommer, wenn ich gar nicht heize, würde ich es nicht wirklich nachvollziehen können für irgendeine "Grundlast" zusätzlich blechen zu müssen.
 
17 Dezember 2021
1.609
940
Die würde ggf. schon so gerechnet oder angenähert sein, daß es eben übers ganze Jahr paßt.
Die anderen werden da ja auch nicht heizen (und vielleicht trotzdem zahlen wenn übers ganze Jahr aufgeteilt, keine Ahnung). Aber da sind die Thermostate ohnehin zu, also sollte es auch zu keiner "echten" Grundlast kommen, außer Vorzimmer ist nicht über Ventil abschaltbar.
Die von mir gemeinte Grundlast ist ja auch kein Verbrauch durch Wärmeentnahme sondern ein errechneter oder geschätzter Wert den man annnimmt. Frag den Vermieter oder Fernwärme wie das bei euch genau ist.

Also wenn die Leitung nicht irgendwo komplett abgesperrt ist kann auch sein das durch die unterschiedlichen Temperaturen etwas Wasser fließt. Warmes Wasser hat ja eine geringere Dichte wie kaltes. Also das Wasser kühlt dann in den Leitungen aus und wird schwerer und dadurch fließt wärmeres nach. Wenn der Zähler das genau genug erfasst kann so über die Zeit schon was zusammen kommen. Das Prinzip hat man sich früher bei den Schwerkraftheizung zu Nutzen gemacht die ohne Pumpe auskamen.
Wie bitte soll das denn gehen in einer abgesperrten Leitung?
Wasser in einem stehenden Rohr wird innerhalb desselben keine Konvektion aufweisen, zumindest unter jeder Meßbarkeitsgrenze bzw. irrelevant.
Das funktioniert doch nur wenn Durchfluß möglich ist, Unterschied ist doch nur, daß man dafür keine Pumpe braucht sondern durch reine Konvektion.
 
27 Juni 2019
6.288
3.949
Irgendwie hat da jemand das System der Grundlast(kosten) bzw. gemeinschaftlicher Kosten offenbar so gar nicht verstanden. :rolleyes:

So wie es bei Steuern oder der Straßenbeleuchtung eine "Grundlast" gibt (die auch dann anfällt wenn man mal einige Wochen im Ausland ist), wird es diese grundsätzlich auch für alle Heizungssysteme geben (gleich wie die aufgebaut sind und wie viele oder wenige Räumlichkeiten an der jeweiligen Anlage dran hängen), denn die Anlagen müssen nun mal gewartet, die Zuleitungsverluste und Abrechnungskosten aufgeteilt und die jeweiligen Räumlichkeiten auf einer Mindesttemperatur gehalten werden.

Und dann war da noch die Sache mit der angelieferten Energie: Da wird zur warmen Jahreszeit ja wohl nichts daherkommen, weshalb folglich auch kein die Abrechnung betreffender Mindestdurchlauf anfällt.