free.at - kostenlose Kreditkarte nach US-amerikanischer Art?

25 März 2014
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Ja das funktioniert genau so. Und sie kostet nichts.

Die Kosten sind mehr oder weniger versteckt: Die Karte ist nicht klassisch österreichisch, sondern wird nach US-amerikanischer Art abgerechnet.

Heißt: Es gibt keine SEPA-Lastschrift wie bei österreichischen Karten, wo 1x im Monat alle angefallenen Kreditkarten-Zahlungen vom eigenen Bankkonto abgebucht werden.

Bei der Free Karte erhältst du 1x im Monat einen Kontoauszug und hast 14 Tage Zeit, den offenen Betrag selbständig auf das Kreditkartenkonto hin zu überweisen, um damit den Saldo deiner Abrechnung auf 0 zu bringen.

Überwiest du nicht pünktlich, fallen ca 22% p.a. Zinsen an, und zwar ab dem Tag des jeweiligen Einzelumsatzes auf der Karte - nicht ab Tag der Rechnungsstellung.

Man nimmt bei nicht pünktlicher Überweisung also automatisch einen Kredit in Anspruch - daher kommt der Name Kreditkarte und tatsächlich ist das die ureigenste Funktion so einer Karte.

Die Zinsen des Kredites würde ich allerdings als exorbitant hoch bezeichnen. Oder einfacher gesagt: So wie wenn man zB einen Fernseher im Elektrogroßmarkt der Wahl mit Finanzierung kauft. Und die „flexiblen“ Anpassungsoptionen nutzt (1x nicht zahlen? Kein Problem, wir verlängern die Laufzeit gegen eine kleine Bearbeitungsgebühr )

Wenn du diszipliniert bist und mit Geld grundsätzlich gut umgehen kannst, dann ist das allerdings überhaupt kein Problem und die Karte ist eine tolle Ergänzung in einem Portfolio zum guten Management der privaten Finanzen.

Die Bank hinter der Karte ist übrigens in Luxemburg. Du hast damit also eine Auslandsbankverbindung / „Auslandskonto“. Die Karte ist auch ausländisch und ausdrücklich nicht aus Österreich; man merkt es zB wenn diverse Kassenterminals in Geschäften die Karte länger prüfen bei der Zahlung, schließlich muss man bei „Ausländern“ wie es deine ausländische Karte vermuten lässt ja genauer aufpassen

So eine Kreditkarte wird in vielen Fällen also nicht so schnell funktionieren, wie zB eine Maestro, die von einer österreichischen Bank ausgegeben wurde. Letztere braucht bei einer NFC-Zahlung gut auch mal weniger als 1 Sekunde. Bei der Mastercard aus dem Ausland wirst du auch mal mit 2-3 Sekunden rechnen müssen, bis die Zahlung durchgegangen ist.

Free führt bei der Anmeldung übrigens eine Anfrage beim KSV1870 durch und trägt euch bei Ausstellung der Karte einen Rahmenkredit mit unbegrenzter Laufzeit in eueren Profiling-Datensatz ein. Da ist aber nichts das nicht üblich wäre, und außerdem wisst ihr das ja sowieso, denn den Vertrag auf was ihr euch einlässt lest ihr ja sicher genau durch
 
20 November 2018
1.751
1.124
Kann mir bitte jemand erklären, was an diesem Angebot, das im Verzugsfall Zinsen von bis zu 25% + 20 Euro Mahnspesen nach sich zieht, so attraktiv ist? Bei Zinsen in solcher Höhe bedient man mit einem geringen Einkommen in aller Regel nur die Zinsen und nie das Kapital? Werbebonus hin oder her...
Vor allem: wie schützt man sich bei diesem Angebot vor unverschuldetem Verzug - etwa im Fall eines Betrugs oder einer Fehlbuchung? Versicherungsschutz sehe ich keinen?
 
27 Juni 2019
3.706
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Erst mal kann man sein Konto ja ausgleichen wann einem gerade danach ist; dazu benötigt man schließlich weder eine Rechnung, noch muss man auf dem allerletzten Drücker überweisen (was ich auch niemandem raten würde). Safte Überziehungszinsen (verglichen mit solchen die bei halbwegs brauchbaren Girokontokonditionen üblich sind) und Spesen hast Du auch bei allen anderen Kreditkarten, wenn beim Abdecken was daneben geht.

Attraktiv ist diese Kreditkarte einerseits weil es eine echte ist (also eine Kreditkarte und keine Debit- oder Prepaidkarte), dann, weil man nicht an eine bestimmte Kontoverbindung dabei gebunden bist, weiters ist sie punkto des Rahmens "lernfähig" (wie das bei der DKB so schön heißt), zudem Apple- und Google-Pay-fähig, es gibt keinen Aufschlag für den Fremdwährungseinsatz, wer möchte kann nur Teilbeträge überweisen (doch würde ich das ob der Zinsen niemandem empfehlen), auch die relativ niedere Zugangsschwelle wird für viele ein interessantes Kriterium sein, usw.

Nachteilig an diesem Angebot sind die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten rund um die Karte selbst (also keine Möglichkeit selbst ein Geo-Blocking oder die PIN-Abfrage zu aktivieren, eine Teilsperre zu veranlassen usw.; zwecks PIN-Änderung muss man an einen ATM, aber das macht man üblicherweise ja ohnedies nur einmal), natürlich, falls zutreffend, die Überziehungszinsen und Spesen, hingegen wird der fehlende Versicherungsschutz vielen wohl Banane sein, eventuell die fehlende Lastschriftmöglichkeit (die mich aber eher erfreut, weil ich sehr ungerne Blankoselbstbedienungsvollmachten ausstelle) usw.

Insgesamt ist das Angebot also doch an vielen kleinen Ecken und Kanten anders aufgezogen als es bei anderen kostenlosen Karten der Fall ist. Nur beurteilen würde ich das eher ungern; schließlich sind jedem andere Dinge wichtig.
 
25 März 2014
2.475
1.422
@telephon
Ja klar kann ich das. Attraktiv ist der Rest, wegen des Kredits und den dazugehörigen Konditionen habe zB ich die Karte nicht, und um ganz ehrlich zu sein, habe ich den Kredit der Karte auch noch nie in Anspruch genommen. Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass andere die Karte nur deshalb beschaffen, um einen Kredit zu 22% p.a. zu erhalten.

Der Rest, also der Teil den ich nutze, ist attraktiv:
Karte kostenlos, Kreditrahmen (für Händler die so einen brauchen, zB Mietwagen), kein Manipulationsentgelt und weitere Devisen zum Interbankenkurs, und es ist eine Mastercard, die Akzeptanz ist also spitze.

Weißt du Besseres?
Ich bin dort dann sofort Kunde, also nur her damit.
 
20 November 2018
1.751
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Insgesamt ist das Angebot also doch an vielen kleinen Ecken und Kanten anders aufgezogen als es bei anderen kostenlosen Karten der Fall ist.

Wenn ich mir so ein „Gratis“-Angebot anschaue, dann frage ich mich, wo die Kostenfalle ist. Das fehlende Geoblocking wäre mir gar nicht aufgefallen. Welche Schutzmechanismen fehlen sonst, die Kreditkarten üblicherweise haben?

Ich würde mich wegen Google Cloud, MS Azure und Amazon AWS, die allesamt nur mit „echten“ Kreditkarten funktionieren, schon für eine „ungebundene“ Kreditkarte interessieren, aber nicht ohne, dass ich das Limit beim Anbieter und beim Zahlungsdienst (mehrfach) absichern kann. Über free.at bin ich vor ein- bis zwei Jahren schon gestolpert und habe das bald wieder verworfen, weil das Angebot auch mich irgendwie unseriös wirkte, ohne, dass ich genau sagen kann wieso.
 
25 März 2014
2.475
1.422
Wenn ich mir so ein „Gratis“-Angebot anschaue, dann frage ich mich, wo die Kostenfalle ist.

Ich sehe hier ja eine ganz eindeutige Falle. Unter allen Kunden passiert es dem einen oder anderen sicher immer wieder mal, auf die pünktlich Zahlung zu vergessen. Und dann verdient der Anbieter an den 20 plus % schon gut, auch wenn die Kunden gar nicht vor hatten den Kredit zu nutzen und vor hatten, pünktlich zu bezahlen.

Und auch ein Punkt: Der Anbieter betreut von einem kleinen Büro in Luxemburg aus den gesamten europäischen Markt. Das ist ein Kostenvorteil, wo vermutlich ein Vielfaches an Kunden auf den einzelnen Mitarbeiter und Quadratmeter kommen, als bei Anbietern, die nur ein Land betreuten (und vielleicht noch ein kleines wie Österreich, und das dann von vielen Filialen aus). Das bringt einen großen Kostenvorteil.

Letzteres ist ja gar nicht mal so schlecht für den Kunden (es gehen bessere telefonische Erreichbarkeiten einher als bei Filialen mit Öffnungszeiten), und Ersteres ist zwar eine "Falle" - ich finde aber deren Risiko ist durchaus zu managen.
 

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