ING-Kunden auf dem Weg zu einem neues, möglichst kostenlosen Girokonto

27 Juni 2019
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Wie bekannt sein dürfte, will die ING schon mit diesem Jahresende ihren Betrieb in Österreich zur Gänze einstellen.

Auf wenn ein Verkauf des laufenden Geschäfts mit den derzeit rund 120.000 Girokontennutzern (und deren Krediten und Depots) angestrebt wird, so werden dennoch viele vermutlich schon früher über einen aktiven Wechsel nachdenken.

Daher würde ich das Schwarmwissen unserer Community gerne anzapfen und schon jetzt mögliche Alternativen zur ING aufzeigen und dabei insbesondere auf die Unterschiede, also Vor- und Nachteile, eingehen.

Die ING zeichnet ja aus, dass man keinen (nennenswerten) monatlichen (Gehalts)Eingang benötigt(e) um in den Genuss der kostenlosen Kontoführung zu gelangen, was insbesondere für Bezieher geringer oder unregelmäßiger Einkommen ein wichtiger Faktor ist. Das Kundeninterface ist ganz klar und einfach gehalten, also deutlich besser als jenes des ARZ-Bankings (das z.B. von der Anadi, bank99, DADAT, Hello sowie einigen Volksbanken & Hypos genutzt wird), und fürs Onlinebanking reicht, Dank SMS-TAN, auch jedes Handy, da ja eine App nicht erforderlich ist. Angenehm niedrig ist auch der Überziehungszinssatz (von derzeit 6,9 %) sowie der bei Privatkrediten übliche Zinssatz variable von etwa 3,5 %. Negativ ist für den einen oder anderen, dass der österreichische Ableger der ING weder Apple noch Google Pay unterstützt, und fürs Bezahlen im Internet als kostenlose Variante lediglich die Maestro-Karte mit ihrer 19stelligen Kartennummer zur Verfügung steht, die von vielen Händler nicht akzeptiert wird.

Sieht man sich die aktuellen Konditionen anderer Onlinebanken(ableger) an, so kommt die Bankdirekt (ein Ableger der RLB Oberösterreich) sowie der kleinen Anadi der ING am nächsten. Darüber hinaus bietet die Bankdirekt schon die mittlerweile übliche Debitkarte (von Mastercard) statt der ehemals gängigen Bankomatkarte an. Somit steht auch dem Onlinebezahlen fast nichts mehr im Wege.

Doch wie immer, ist ein Vergleich der wenigen Angebote nur bedingt möglich, insbesondere, wenn es um spezielle Details geht. Sei das nun betreffend eines zweiten Kontoinhabers und / oder dessen kostenloser Debitkarte, sei es der meist vorhandene App-Zwang ohne die Möglichkeit eines weiteren Gerätes, die Nutzung der Hardware der Bankengruppe (z.B. punkto Bargeldeinzahlungen usw.) und der dabei anfallenden Spesen, die Unmöglichkeit die Limits der ausgegebenen Debitkarte zu verändern, oder andere "Differenzen".

Klar ist, dass die kostenlosen Angebote für Girokonten immer seltener werden, doch auch wer bereit ist 3 oder 4 EUR pro Monat für die Kontoführung zu bezahlen, findet kaum nennenswert bessere Angebote oder sieht sich dennoch mit den selben (oder auch anderen kuriosen) Limitierungen wie bei den kostenlosen Varianten konfrontiert.

Vorschläge dahingehend das Hauptgirokonto ins EU-Ausland (z.B. zur N26 oder DKB) zu verlegen halte ich für nicht zielführend, zumal einige öffentliche Einrichtungen für die Auszahlung ihrer Leistungen immer noch auf einem inländischen Girokonto bestehen, auch wenn das eventuell gar nicht gesetzeskonform ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
21 September 2018
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Soweit ich das sehe gibt es jetzt nur mehr DADAT, bankdirekt und Easybank mit gratis Gehaltskonten.

Relativ günstig wären noch die Onlinekonten von Bank Austria (24€) und Erste Bank (36€).

Problematisch ist der zwingende Gehalts/Pensionseingang der Direktbanken. Der ING war es egal wo die 300€ monatlich stammen.

Gibt es denn noch irgendein Gratiskonto wo das Geld nicht zwingend von einem Gehalt kommen muss? Ich kann mich erinnern dass Easybank und Bawag Konten angeboten haben wo es ausreichte wenn ein paar 1000€ dauerhaft drauf waren?
 
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27 Juni 2019
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Das Onlinekonto der Anadi ist ebenfalls kostenlos und hat mit lediglich 300 EUR als monatlichen Gehalts- oder Pensionseingang eine deutlich niedrigere Schwelle als die anderen mit bekannten kostenlosen oder günstigen Girokonten.

In wie weit die eine oder andere Bank die Herkunft des monatlichen Einganges wirklich überprüft wäre durchaus eine Erwähnung wert, wozu es eben Erfahrungswerte aus der Community bedarf. Ich habe diesen ausdrücklichen Bezug auf Gehalts- & Pensionseingänge ohnedies nie verstanden, zumal es ja, von Eigenüberträgen mal abgesehen, relativ Banane ist woher das Geld überwiesen wurde.

Gleich wie man z.B. zu Überziehungen stehen mag, aber wenn solche bei einem Onlinekonto kategorisch ausgeschlossen werden, wie es eben bei der Ersten & Sparkassen der Fall ist, dann ist das meines Erachtens schon ein No-Go!
 
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25 März 2014
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Unter den Easybank Produkten gibt es für die Neukunden das Konto kostenlos ab 400,- Euro Gehaltseingang. Bestandskunden haben es besser, die haben solche Regelungen nicht, wenn das Konto schon älter ist.

Bei der Hello Bank ist das Konto kostenlos, wenn man einen Teil seiner Ersparnisse / € 10.000,- ins Depot gibt, beispielsweise also ein konservativer und langweiliger ETF. Würd ich aber wahrscheinlich nicht machen. Depots sollten eine Dienstleistung sein, für die man nichts bezahlt.

Sonst weitere Ideen:
https://www.modern-banking.at/vergleich-girokonto-13.php
 
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29 Januar 2016
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Im Prinzip liest man heraus, dass irgendwann kein Girokonto mehr kostenlos sein wird....
 
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19 Mai 2016
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Ist es immer noch so ein Problem für manche österreichische Institutionen und Unternehmen, von einem Deutschen Konto Lastschriftsmandate einzuziehen? Ich kann mich erinnern, das vor ein paar Jahren z.B. noch Telering von einem Deutschen Konto (mit IBAN) nicht einiziehen konnte. Vielleicht hat sich das aber bereits geändert und man könnte z.B. zu DKB oder N26 ausweichen?
 
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22 März 2014
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Es sollte eigentlich kein Thema mehr sein (oder eigentlich darf es kein Thema mehr sein - Stichwort "IBAN-Diskriminierung").
Dass es aber dennoch immer wieder zu Themen kommt, ist leider auch Faktum. Gerade bei Mobilfunkern muss man manchmal einen Umweg gehen mit anderen IBANs (manuelles Eintragen und so).
 

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