ING Österreich zieht sich aus Privatkundengeschäft zurück

18 August 2020
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die rund 0,5 Mio. österr. Kunden fallen bei den 9,5 Mio Gesamtkunden der ING-Deutschland nicht sonderlich ins Gewicht, zumal damit lt. Geschäftsbericht 2019 lediglich ein Geschäftsvolumen von 472 Mio. erzielt wurde, was gerade mal 0,26% der Bilanzsumme der ING-Deutschland ausmacht. Aus Sicht der ING Deutschland war die Zweigniederlassung in Wien deshalb wohl immer schon zu klein.

Spannend bleibt, wie's mit den übrigen Kunden weitergeht, die nicht nur ein Sparkonto bei der ING haben und ob das Privatkundengeschäft verkauft werden kann. Wie auch immer - aus der Sicht der über 300 Beschäftigten der ING sind diese Neuigkeiten - gerade in Zeiten wie diesen - sicher kein Grund zur Freude.
 
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2 April 2014
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Dass auch eine Bankomatkarte eine "Kreditkarte", genauer eine vom Typ "Debit", ist (auch wenn dieser Umstand in den Köpfen vieler Mitbürger immer noch nicht verankert ist), sollte zumindest hier klar sein.
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Eine herkömmliche (ohne interne Dual-Funktion auch als Mastercard, je nach Aushandlung mit dem jeweiligen Zahlungsterminal) Bankomatkarte ist keine Kreditkarte und kann auch nicht für Internetzahlungen verwendet werden - von dem umständlichen Vehikel der mit teuren Spesen verbundene Totgeburt einer Registrierung für einen "Maestro Secure Code" mal abgesehen.

"Kreditkarte" ist längst landläufig eine Bezeichnung für Zahlungskarten, die weltweit funktionieren und auch im Internet einsetzbar sind.
Das sagt nicht unmittelbar etwas über den Verrechnungsmodus (echter Kredit mit Ratenzahlung, monatlicher Einzug vom Konto oder sofortige Kontobelastung) aus.

Bei "Debitkarte" gilt als Basis die sofortige Kontobelastung und - sofern dazu keine gegenteilige Aussage oder Verbindung mit einer Kreditkartenorganisation (wie beispielsweise "Debit-Mastercard") erfolgt - daß damit im Normalfall keine Online-Nutzung möglich sein wird.

Deshalb erfolgt in der Bankenbewerbung auch eine eindeutige Bezeichnung mit z.B. "Debit-Mastercard", was aber im alltäglichen Sprachgebrauch zu sperrig ist und auf "Kreditkarte" verkürzt wird, wenn es üblicherweise bloß um die technische bzw. weltweite Nutzbarkeit geht .


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Wie auch immer es gibt mit Bestimmtheit KEINE Bankomatkarte zum Stammkonto, schlicht, weil das Stammkonto zwar technisch (fast) wie ein Girokonto funktioniert, jedoch nur als Verrechnungskonto vorgesehen ist.

Mit dem Stammkonto hat die Denizbank ihren Tagesgeldkonto-Kunden quasi als "Goodie" ein separates, kostenloses Girokonto gegeben, das zugleich auch Referenzkonto für das Tagesgeldkonto geworden ist.
Dadurch erhoffte sich die Bank neben dem Wegfall des Aufwands für Referenzkonto-Änderungen, wenn der Tagesgeldkunde seine externe Bankverbindung wechselt, wohl auch Zusatzeinnahmen, wenn die Kunden das kostenlose Stammkontos auch regelmäßig für den Zahlungsverkehr nutzen und vielleicht sogar früher oder später ihr kontoführungsgebührenpflichtiges externes Girokonto aufgeben.
Daß standardmäßig keine kostenlose Bankomatkarte dabei ist, ist diesbezüglich sicher nicht gerade förderlich.
Nachdem eine Bankomatkarte jedoch kostenpflichtig in den Preislisten bei den kostenpflichtigen Kontomodellen angeboten wird, sollte eine auch entsprechend für das Stammkonto ebenfalls kostenpflichtig bestellbar sein.
Hast du schon direkt versucht, für das Stammkonto eine kostenpflichtige Bankomatkarte zu erhalten und eine offizielle Ablehnung bekommen?


Wer in größeren Städten wohnt hat darüber hinaus natürlich auch die Möglichkeit in der Filiale Bargeld einzuzahlen, was Inhaber von Konten bei Onlinebanken (wie eben der ING) durchaus zu schätzen wissen.
Richtig, die kostenlose Bargeldeinzahlungsmöglichkeit auf das eigene Konto ist ebenfalls ein Vorteil bei der Denizbank.
Außerdem hat sie in 7 Bundesländern zumindest in den Landeshauptstädten Filialen.
 
27 Juni 2019
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Wieso sollte ich für eine "Debit light" aka Bankomatkarte, mit der man mittels der in diesem Falle 19stelligen Nummer sehr wohl auch online im Internet zahlen kann (wenn die ausstellende Bank und der Händler mitmachen; was z.B. im UK Gang und gäbe ist und auch hier in AT mit der ING und z.B. AliExpress klappt), 20 EUR auslegen, wenn ich fürs selbe Geld auch eine Kreditkarte mit dem klassischen 2.000er-Rahmen oder zig günstigere vollwertige Debitkarten erhalten kann? Also kurz: Nein, ich habe das noch nicht ausprobiert und habe das auch nicht vor; wozu auch? Würde doch wohl auch sonst eher keiner machen! Was sich die Netzwerke mit ihren jeweiligen "Debit light"-Versionen gedacht haben, muss man ja ohnedies nicht verstehen und lässt sich vermutlich auch von Insidern bestenfalls mit dem Hinweis auf die hierzulande (und z.B. auch Deutschland) vollkommen verkorksten Plastikkartenentwicklungsgeschichte aufhellen.

Und ja, es hat seinen guten Grund warum ich in der schriftlichen Kommunikation das Wort Kreditkarte (entsprechend dem Alltagsgebrauch von Hinz und Kunz) mit Anführungszeichen (also so: "Kreditkarte") nutze, weil das jener Begriff ist unter dem der Volksmund all das zusammenfasst, was sich im Internet zum Bezahlen eignet; und zwar unabhängig davon ob das nun in der Realität eine "Debit light" aka Bankomatkarte, eine richtige Debit-, eine Prepaid- oder gar eine (echte) Kreditkarte ist. Ob diese Karten nun zum Netzwerk von Mastercard, Visa, AmEx & Co. gehören, ist dem Kunden bei ausreichender Akzeptanz vollkommen "wurscht". (Keine Ahnung warum die Banken das Netzwerk immer großartig hinter dem Kartentyp anführen (müssen). Vielleicht sind das Vorgaben der jeweiligen Netzwerke.) Den interessiert auch das ganze, nicht gerade unerhebliche Abkassieren im Hintergrund nicht; weder hier in der EU noch z.B. in Nordamerika mit den dortigen, de facto "flächendeckenden" Boni-Programmen, die der Kunde letztendlich stets selbst finanziert.

BTW, mit welcher Art von 2FA aka "Secure Code" man sich in der Praxis herumschlagen muss ist ebenfalls vollkommen Banane, denn das nervt fast immer und bringt gerade bei geringen Beträgen außer dem Frust herzlich wenig!

Aber um mal wieder näher an die Gründe für den Rückzug der ING aus dem österreichischen Privatkundenmarkt zu kommen: Auch die Kundenzahlen der Deniz sind ziemlich überschaubar. (Ende 2018 waren das gerade mal etwas mehr als die ING jetzt an Girokontennutzern hat.) Ich finde es ja schon sehr bemerkenswert wie unflexibel / wechselfaul die österreichische Bevölkerung, ja auch die sonst oftmals so hippen Jungen, sind, denn immerhin hatte zwar rund jeder 15te ein Sparbuch bei der ING, aber gerade mal 1,5 % (also etwa jeder 66ste) auch ein Girokonto bei denen. Dass das kaum reichen kann, sollte einleuchten. Wenn ich mir allerdings Berichte darüber durchlese, was man da angeblich alles (erneut) programmieren musste, statt das Zeug der Mama zu nutzen und die paar vorgeschriebenen Zusatzschnittstellen einzupflanzen, wundert mich halt auch vieles nicht mehr.
 
19 Mai 2016
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Ist vielleicht bisschen Off-Topic, aber ING zieht sich auch in Tschechien aus dem Privatkundenngeschäft zurück. Habe dort ein Sparkonto in tschechischen Kronen. Im Vergleich zu den österreichischen Sparkunden wird dort den Kunden aber ein Wechsel zu einer anderen Bank (Raiffeisenbank CZ) angeboten, wo sie vergleichsweise gute Zinsen (1% für ein Jahr) erhalten. In Tschechien ist zum Glück die Negativverzinsung noch nicht angekommen (aber die CZ Krone hat in einem Jahr mehr als 5% an Wert gegenüber EUR verloren, das muss man schon zugeben...)
 
2 April 2014
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Wieso sollte ich für eine "Debit light" aka Bankomatkarte, mit der man mittels der in diesem Falle 19stelligen Nummer sehr wohl auch online im Internet zahlen kann (wenn die ausstellende Bank und der Händler mitmachen; was z.B. im UK Gang und gäbe ist und auch hier in AT mit der ING und z.B. AliExpress klappt), 20 EUR auslegen,
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Also kurz: Nein, ich habe das noch nicht ausprobiert und habe das auch nicht vor; wozu auch? Würde doch wohl auch sonst eher keiner machen!

Diese Aussage ist aber schon ganz anders als deine wörtliche Behauptung "Wie auch immer es gibt mit Bestimmtheit KEINE Bankomatkarte zum Stammkonto, schlicht, weil das Stammkonto zwar technisch (fast) wie ein Girokonto funktioniert, jedoch nur als Verrechnungskonto vorgesehen ist. " in einem anderen Posting.
Somit ist deine Behauptung eine bloße Vermutung und bis zum Beweis des Gegenteils im Widerspruch zum Preisverzeichnis.

Daß man das Stammkonto auch ganz normal ohne Bankkarten als Girokonto nutzen kann und sich bei Bedarf beliebige Karten anderer Anbieter zulegen und dadurch die Spesen sparen kann, ist klar und habe ich auch nicht bestritten.


Was sich die Netzwerke mit ihren jeweiligen "Debit light"-Versionen gedacht haben, muss man ja ohnedies nicht verstehen und lässt sich vermutlich auch von Insidern bestenfalls mit dem Hinweis auf die hierzulande (und z.B. auch Deutschland) vollkommen verkorksten Plastikkartenentwicklungsgeschichte aufhellen.

Naja, der Hintergrund ist wohl sehr einfach:
Vor allem in Deutschland und Österreich gibt es nationale Banken(teil)netze für den Zahlungsverkehr, die anno dazumal auf Basis der alten EC-/Girocard/Bankomatkarte aufgebaut worden sind.
Für Kreditkartenzahlungen wurden diverse Anbindungen geschaffen.
Allerdings verdienen die nationalen Banken und Betreiber von Bankomaten und Zahlungsterminals an den nationalen Karten mehr und können ihre jeweiligen Spesen selber festlegen, während bei Kreditkarten im allgemeinen die ausgebende Bank die Konditionen für ihre Karten festlegen kann.
Da die veralteten nationalen Systeme - auch im Hinblick auf Echtzeit-Transaktionen - erneuert werden müssen, fahren Banken zunehmend zweigleisig mit der Ausgabe bzw. Umstellung auf duale "Debit-Kreditkarten", die sich je nach Zahlungsterminal als Bankomatkarte oder Kreditkarte ausgeben können.
Als Nebeneffekt der technischen Kreditkartenfunktion können nun auch Kunden, die aus Bonitätsgründen keine Kreditkarte bekommen haben oder keine (kostenpflichtig) haben wollten, damit online zahlen.

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BTW, mit welcher Art von 2FA aka "Secure Code" man sich in der Praxis herumschlagen muss ist ebenfalls vollkommen Banane, denn das nervt fast immer und bringt gerade bei geringen Beträgen außer dem Frust herzlich wenig!

Bei der Totgeburt einer Maestro-Zahlung im Internet war - soweit ich es als Nicht-Nutzer verfolgen konnte - von Anfang an eine damals sehr fragwürdige Secure-Registrierung mittels einer billigen Paßphrase verpflichtend, während dies bei Kreditkarten damals noch weitestgehend optional war und nur wenige Online-Zahlungen dies zwingend voraussetzten.
Durch die Vorgaben zur Haftungsumkehr im Mißbrauchsfall seitens der Kreditkartenorganisationen und insbesondere durch die zwingenden Vorgaben der EU-Zahlungsdiensterichtlinie hat sich dies geändert und wird das "Secure"-Verfahren bei Online-Zahlungen zunehmend verpflichtend.
Allerdings hat es sich dadurch von der "(Un)Sicherheit" einer billigen Paßphrase, zu einem tatsächlichen Sicherheitsgewinn für den Karteninhaber auf Grund der auf einem (bei sinnvoller Nutzung) unabhängigen Kanal übermittelten mTANs oder App-TANs entwickelt.
Daß zukünftig auch Beträge von € 2,50 mittels Secure-Code bestätigt werden müssen, sofern der Kunde den Händler nicht auf eine Ausnahmeliste (sofern dies von seiner Bank angeboten wird) setzt oder die Zahlung über einen Dienstleister wie PayPal, Amazon Payment etc. erfolgt, mag lästig sein.
Genausogut kann aber auch ein Zahlungsterminal für € 2,50 eine PIN-Eingabe anfordern.

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Aber um mal wieder näher an die Gründe für den Rückzug der ING aus dem österreichischen Privatkundenmarkt zu kommen: Auch die Kundenzahlen der Deniz sind ziemlich überschaubar. (Ende 2018 waren das gerade mal etwas mehr als die ING jetzt an Girokontennutzern hat.)
Ich finde es ja schon sehr bemerkenswert wie unflexibel / wechselfaul die österreichische Bevölkerung, ja auch die sonst oftmals so hippen Jungen, sind, denn immerhin hatte zwar rund jeder 15te ein Sparbuch bei der ING, aber gerade mal 1,5 % (also etwa jeder 66ste) auch ein Girokonto bei denen. Dass das kaum reichen kann, sollte einleuchten. Wenn ich mir allerdings Berichte darüber durchlese, was man da angeblich alles (erneut) programmieren musste, statt das Zeug der Mama zu nutzen und die paar vorgeschriebenen Zusatzschnittstellen einzupflanzen, wundert mich halt auch vieles nicht mehr.

Mit der Feststellung zur Wechselfaulheit der österreichischen Bankkunden hast du vollkommen recht.
Leider ist es immer noch Fakt, daß der durchschnittliche Bürger in seinem Leben öfter seinen Lebens(abschnitts)partner wechselt, als seine Bankverbindung, weil dies als zu kompliziert und aufwendig angesehen wird.
In Wahrheit ist es absolut keine Raketenwissenschaft.
So haben Banken halt leichtes Spiel, Gebührenerhöhungen und neue Spesen durchzusetzen, weil es die meisten Kunden (noch) zähneknirschend akzeptieren oder ggf. Sonderkonditionen haben.
Daß die ING nur überschaubare Girokontokunden hat, sehe ich aber als hausgemacht an.
Mit einem Angebot einer kostenlosen Kontoführungsmöglichkeit, die unter jederzeitiger Widerrufsmöglichkeit steht, gibt es (noch) andere, bessere Konkurrenzangebote.
In Deutschland war bzw. ist die ING mit bis vor kurzem bedingungslos kontoführungsgebührenfreier Kontoführung und der Möglichkeit eines flexiblel nutzbaren Rahmenkredits viel besser aufgestellt.
Die Denizbank wäre mit der Zugabe des kostenlosen Stammkontos als Girokonto hier besser aufgestellt.
Die nicht kostenlos inkludierte Bankomatkarte ist vmtl. für viele ein Grund, eine andere Bankverbindung zu wählen
 
B

B.1.1.7

Gast
Wie wird es mit dem Kreditgeschäft bestehender Privatkunden weitergehen?

Hat jemand Vermutungen oder Insider-Infos?
 
25 März 2014
2.475
1.426
Die Kredite werden gleich weiterlaufen. Allenfalls seid ihr das Geld später jemandem anderen schuldig, wenn ihr bzw der Kredit verkauft werdet
 
27 Juni 2019
3.825
1.945
Die selbe Frage habe ich mir ja auch schon gestellt, aber da kommt seitens der ING derzeit überhaupt nichts an Infos. Wenn das so weitergeht, werden wohl bis zum Jahresende die meisten Kunden von sich aus futsch sein. Was man dann noch großartig "verkaufen" will, ist mir eigentlich nicht klar.
Aber mal zurück zu einer wichtigen Frage: Kann eine Bank einen Konsumkredit (also ausdrücklich keinen "Wohnkredit") einfach nach Lust und Laune kündigen, wenn sich an der Bonität des Kreditnehmers nichts geändert hat? Denn während es noch relativ leicht ist einen Ersatz für sein Girokonto und eine "Kreditkarte" zu finden, ist das bei einem Kredit ja doch deutlich schwieriger; insbesondere wenn die Konditionen annähernd die selben bleiben sollen.

Dem Vernehmen nach hat man in der Tschechei das Privatkundengeschäft seitens der ING ja schon eingestellt und die Kunden an die dortige RAIBA verwiesen, die diesen ein Angebot gemacht hat. Aber leider ist auch aus dieser Ecke nichts betreffend der Kredite bekannt.

Für die Immobilienkredite hat die ING in Österreich wohl eine 100%ige Tochter (welche?), die dann zumindest "technisch" alle Konsumkreditkunden bis zum Vertragsende weiterbetreuen könnte. Leider ist das weiter vorne verlinkte Video zu all diesen Punkten keinerlei Hilfe, und auch in den Kommentaren zum Video steht nichts brauchbares.
Kredite werden schon nicht so einfach gekündigt wegen des Rückzugs aus Österreich. Eine der besten Geldanlagen sind Kredite, solche Assets kann man am ehesten verkaufen.

Interessanter sind da schon Giro-Kunden, denn ob man alleine mit solchen Produkten Geld verdient, da bin ich mir nicht so sicher ...
Die Frage ist halt, welche Bank "geiert" sich um Kredite deren Zinssatz deutlich unter jenem liegt, den man den eigenen Kunden abköpft? Immerhin verlagen nahezu alle Direktbanken gut das doppelte an Zinsen.
 
18 April 2018
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