KeSt bei Konto im Ausland (DKB, Revolut & Co)

21 April 2021
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habt ihr wirklich soviel kohle dort liegen, dass ihr über 22€ zinsertrag pa kommt?
wenn nein, dann ist die ganze Diskussion doch völlig irrelevant
Nein, ich zumindest nicht. Allerdings glaube ich nicht, dass die Null-Zins-Phase für immer und ewig währt und ich bin mir nach wie vor nicht so recht sicher, ob die 22€ Freigrenze nun für alle Zinserträge oder nur für die ausländischen gilt.
Zudem informiere ich mich, wenn ich Verträge eingehe, gerne ausführlich im Vorfeld über die Bedingungen. Sollten sich die Voraussetzungen dann im Lauf der Jahre ändern (Zinspolitik, eigener Finanzstatus, ....), so weiß man stets, woran man ist. Alles andere finde ich persönlich eher fahrlässig. Wie man hier oft liest, wird sind mehrere Girokonten und unzählige (Gratis)karten keine Seltenheit. Ich wähle da lieber sorgfältig ca. zwei Produkte aus, die meinen Anforderungen am ehesten entsprechen. Diese werden dann wirklich genutzt. Bei vielen Zahlungen mag eine breit gefächertes Repertoire natürlich durchaus Sinn machen. Wenn man aber Wenig- oder Durchschnittsnutzer ist, präferiere ich persönlich eine kleine feine Auswahl - alleine schon der Übersicht halber (Für eine 50-60 m² Wohnung reicht auch ein Staubsauger. Was würdet ihr hier zu 5 Exemplaren sagen? o_O)
 
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27 Juni 2019
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Die Freigrenze gilt sicher für jene Beträge für die nicht ohnedies schon KESt. entrichtet wird; alles andere wäre schließlich Dummfug!

Ja, man kann auch mit zwei leidlich schlau gewählten Schraubendrehern das Auslangen finden, und doch ist man mit einem gut abgestimmten Set meist besser dran. Das selbe gilt auch für "Kreditkarten" & Co.
 
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1 Dezember 2020
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Im § 39 EStG, welcher die Nicht-Berücksichtigung von nur geringen Kapitaleinkünften festlegt, ist auf "Einkünfte aus Kapitalvermögen" abgestellt, wenn die "Überschüsse aus dieser Einkunftsart" € 22 nicht übersteigen, also <= 22 Euro betragen.

Dem Wortlaut wird zur Berücksichtigung der Grenze von € 22,- nicht auf die zu meldenden Kapitaleinkünfte eingeschränkt, viel mehr bezieht sich die Bestimmung auf "Einkünfte aus Kapitalvermögen". Demnach kann angenommen werden, dass zur Feststellung einer Über- oder Unterschreitung der € 22,- sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen - also zB auch solche im Inland, für welche KESt einbehalten wird - zu berücksichtigen sind.

In Rz 6237 EStR 2000 zweiter Punkt zweiter Satz wird dies noch durch das Wort "insgesamt" weiter präzisiert: "Keine Veranlagungspflicht besteht, wenn die Einkünfte aus Kapitalvermögen insgesamt nicht mehr als 22 Euro betragen"

Also mein Bauchgefühl - und ich hab wie gesagt überhaupt keine Ahnung von all dem 😂: Die 22,- Euro beziehen sich auf alles und nicht nur den Teil, der in die Erklärung aufzunehmen ist, da im Ausland keine österr. KESt einbehalten wurde.

Hinter so einer Vorgangsweise könnte der Grundsatz liegen, dass bei jenen Personen auf die Einhebung der Steuer verzichtet wird, bei denen Kapitaleinkünfte nur in sehr geringer Höhe vorliegen. Werden solche in größerem Ausmaß vereinnahmt, fällt auch die Ausnahme.

Das würde mit dem Prinzip konform gehen, das zB auch bei der progressiven Einkommensteuer zur Anwendung kommt: Nur geringe Einkommen bis € 11.000,- werden mit 0% Steuer belastet, so bleiben nur kleine Einkommen (zB geringfügige Beschäftigung) steuerfrei. Ist allerdings unterm Strich schon anderes Einkommen dieser Regelbesteuerung vorhanden (zB insgesamt € 15.000,-), so wird auch ein nur kleines hinzukommendes Einkommen aus einer zB geringfügigen Tätigkeit ab dem ersten Euro versteuert.


Würde also bedeuten:

Fall 1:
  • Dividenden in Höhe von € 100,- bei der Raika, € 27,50 KESt wurde einbehalten
  • Kontozinsen von € 4,- beim Gehaltskonto, € 1,00 KESt wurde einbehalten
  • Kontozinsen von € 10,- auf einem Auslandskonto
Das macht Kapitaleinkünfte von insgesamt € 114,- (€ 100,- + € 4,- + € 10,-). Dieser Betrag liegt über € 22,- weshalb zumindest ich persönlich eine Steuererklärung abgeben würde.

Fall 2:
  • Dividenden in Höhe von € 2,- bei der Raika, € 0,55 KESt wurde einbehalten
  • Kontozinsen von € 2,- beim Gehaltskonto, € 0,50 KESt wurde einbehalten
  • Kontozinsen von € 15,- auf einem Auslandskonto
Das macht Kapitaleinkünfte von insgesamt € 19,- (€ 2,- + € 2,- + € 15,-). Dieser Betrag liegt unter € 22,- weshalb die Abgabe einer Steuererklärung wohl nicht notwendig ist.


Bei mir läuft das so seit nun 10 Jahren. Sich 1x mit dem Thema vertraut gemacht, mögen Zinsen eines Auslandskontos vielleicht 10 Minuten Zeit beanspruchen. Und mal ganz ehrlich: Bei all dem, wofür man sonst seine Zeit aufwendet (für den Schweinehund anstelle für die Neujahrsvorsätze - das kennen sicher viele von uns allen 😂 ), ist das genau kein nennenswerter Aufwand.

Und sowieso gilt bei Themen wie diesem der Grundsatz: Ehe man sich den Kopf zerbricht wegen eines Jas oder Neins ... Lieber zu viel gemeldet als 1x zu wenig. Es hat keinerlei negative Konsequenzen, wäre so eine Meldung tatsächlich unnötig. In dem Fall würde € 0,00 an Steuer rauskommen, was ihr übrigens eh auch sofort im FinanzOnline schon sehen würdet.

Steuerehrlichkeit ist das Um und Auf. Und glauben "kleine Leute", ein paar Euro sparen zu können indem sie sich einfach nicht korrekt und ordentlich an die Vorgaben halten - während sie vielleicht von anderen mit Mio+ genau dies fordern - dann habe ich exakt 0,00 Verständnis für diese Bereicherung des Einzelnen, die hier auch nur im kleinen Umfang geschieht.

Letztendlich treffen Bereicherungen dieser Art immer die Allgemeinheit, sie gehen also auf Kosten von uns allen!
 
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21 April 2021
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Danke. Persönlich bin ich gleicher Meinung wie berni456. Ich werde bei Gelegenheit einen Steuerberater dazu befragen. Ich gebe gerne Rückmeldung, kann aber Monate dauern.
Der Beitrag von email.filtering sagt das Gegenteil. Ich will damit niemanden auf die Füße treten, muss panzi aber widersprechen:

So wie die Meinungen hier auseinander gehen, macht die Diskussion durchaus Sinn, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
 
1 Dezember 2020
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Diese Frage kannst du auch an dein Finanzamt stellen, am besten mit einem konkreten Beispiel.

Das Beispiel könnte vom Aufbau her so aussehen wie oben das "Szenario 1", und die Frage könnte lauten: Besteht in diesem Fall die Pflicht eine Steuererklärung unter Anführung der im Ausland bezogenen Zinszahlungen abzugeben?

Vorteil im Vergleich zu einem Steuerberater:
Eine Antwort vom Finanzamt kostet nichts, und später kannst du dich immer darauf berufen, dir das Vorgehen mit ihnen genauso vereinbart zu haben, wie du es dann daraufhin machen wirst.

Das ist ein Win-Win für beide Seiten (Y)
 
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8 August 2014
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Nein, ich zumindest nicht.
Du kannst doch die DKB anschreiben, dass du auf die Habenzinsen verzichtest.
Allerdings glaube ich nicht, dass die Null-Zins-Phase für immer und ewig währt
Sollte es wieder mehr Zinsen geben ist das doch gut.
Ich wähle da lieber sorgfältig ca. zwei Produkte aus, die meinen Anforderungen am ehesten entsprechen.
Für jeden Zweck gibt es ein passendes Produkt.
Wenn man sich dafür nicht ausreichend interessiert geht natürlich die Übersicht verloren.
Für eine 50-60 m² Wohnung reicht auch ein Staubsauger.
Theoretisch schon. Praktisch haben aber viele 2 oder 3 Staubsauger. Einen Staubsaugerroboter, einen mit Kabel und einen mit Akku um auch das Auto saugen zu können.
 
27 Juni 2019
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Sollte ich irgendwann tatsächlich auf 22,00 EUR (oder ein paar Cent mehr) an Kapitaleinkünfte kommen für die aus irgendeinem Grund noch keine KESt. angeführt wurde, ist mein erster Gedanke ganz sicher nicht die Abgabe eine "großen" Einkommenssteuererklärung, wenn ich sonst nur ein Einkommen aus unselbstständiger Arbeit habe. Manche Freigrenzen sind derart lächerlich angesetzt, dass die "korrekte" Abhandlung deutlich mehr kostet als diese bringt. Mal abgesehen davon, dass der kleine Maxi meist ganz andere Sorgen als die Kapitalertragssteuerhinterziehung und Bereicherung auf diesem Wege hat.
 
1 Dezember 2020
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Die Gesetze richten sich nicht nach dir, sondern du hast dich nach den Gesetzen zu richten.

Deine Zinsen und anderen Kapitaleinkünfte scheinen bei deinem Finanzamt übrigens in Form der CRS-Meldungen auf (auch solche aus der Schweiz). Was du einnimmst ohne dafür KESt bezahlt zu haben, das ist bekannt. Und ob du dafür die vorgesehene Steuererklärung abgibst, das sieht man natürlich auch

email.filtering schrieb:
Manche Freigrenzen sind derart lächerlich angesetzt, dass die "korrekte" Abhandlung deutlich mehr kostet als diese bringt.

Wenn du so eine Erklärung abgibst (hoffentlich machst du das als IT-affine Person elektronisch statt auf Papier ;)), dann wird sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durchgewunken.

Das kostet höchstens ein paar Klicks auf Seiten der Behörde und dazu natürlich die notwendige Zeit für die Klicks. Das ist sehr wenig, wie du dir sicher vorstellen kannst. Zudem können die Angaben mit den CRS-Meldungen vom Prinzip her automatisiert abgeglichen werden, sodass dafür nichtmal ein Mensch gebraucht wird.

Bescheide werden auch automatisiert erstellt und dir dann in deinen Datenkorb im FinanzOnline gelegt. So fallen nichtmal mehr Kosten für den Druck und den Versand an. Zahlungsformulare = Überweisungsscheine auf Papier hat man ja auch nicht mehr, stattdessen wird man auf rein elektronische Zahlungsverfahren verwiesen.

Das sind Abläufe, wie sie Online-Shops aufsetzen, um auch bei nur kleinen Umsätzen ein positives Geschäft zu haben.

Vielleicht solltest du das etwas positiver sehen: Der meiste Aufwand in Zusammenhang mit so einer korrekten Erklärung von Zinsen, und zwar für alle Beteiligten, entsteht auf deiner Seite, wenn du deine Beiträge dazu hier schreibst. Überall andres läuft es einfach durch und ist auch schon erledigt.

Für Steuerhinterziehung gibt es keine Ausrede!
 
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21 Dezember 2015
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wenn die mich wegen 0,000xx€ steuerhinterziehung strafen möchten, dann bitte gerne.
ich hab mein dkb konto seit??~10-15 jahren und noch nie so eine Erklärung gemacht.

ich fahre auch 140 auf der autobahn.
ab und zu bin ich auch schon bei rot über einen Zebrastreifen gegangen 😱😱
 
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