Leistungsklassen - zulässig oder nicht ?

Taurus91

Mobilfunk Teilnehmer
10 Nov 2014
3.794
1.624
Im Bereich der sog. „Leistungswahrheit“, dh wieweit die vom Kunden erwartete Leistung seines Internetzugangs mit der tatsächlichen Leistung übereinstimmt, bringen Leistungsklassen naturgemäß keinen Transparenzgewinn. Allerdings ist bei einem „shared-medium“ wie Mobilfunk die korrekte Leistungserbringung (d.h. die Verfügbarkeit von Bandbreite) durch den Anbieter von Natur aus schwer zu überprüfen.
Sprich: Die Anbieter könnten theoretisch sowieso Drosseln wie sie wollen ohne dass ihnen wer draufkommt, also ist es eh schon wurscht?


Die Transparenzproblematik wird hingegen von der RTR-GmbH weiterhin sehr genau beobachtet, um im Bedarfsfall mit Maßnahnamen zur Verbesserung der Transparenz reagieren zu können. Auch die Einhaltung einer Mindestqualität, die durch die Leistungsklassen berührt wird, wird im Hinblick auf die Erhaltung eines funktionierenden und offenen Internetzugangs laufend überwacht.
Was man da beobachten will und was so ein Bedarfsfall wäre weiß ich nicht. Dass man nie weiß welche Auswirkung die konkrete Wahl der Klasse hat ist evident.
Der Satz mit Überwachung der Mindestqualität ist ja nett. Mir erscheint das aber von Natur aus schwer zu überprüfen.
 

Gsicht

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
6.593
1.599
Mindestqualität ist aber sehr gering, meine weniger als 1 Mbit/s im Download.

Insofern: dass die RTR die Betreiber nicht zwingt die Auslastung anzugeben für die Masten (und Backend) ist eine Frechheit. Warum man sich so wehement dagegen wehrt, auch in den Mails (siehe Forum hier) ist schon erschreckend. Eine rationale Erklärung dafür hab ich nicht, vielleicht zahlen die Mobilfunker zu gut ...
 

sergio_eristoff

Mobilfunk Teilnehmer
25 Mrz 2014
4.892
3.152
Das ist ja der springende Punkt, es kann absolut niemand zu 100% sagen ist die Netzwerkkategorie korrekt gerade oder wie greift sie. Wir wissen weder wie ausgelastet der Sender ist, noch wann wirklich die "Bremse" greift oder ob sich hier der Provider in Wirklichkeit eine Verknappung von Ressourcen vorspielt aufgrund von irgendwelchen Befindlichkeiten. So eine Befindlichkeit können auch Förderungen für einen LTE-A Ausbau sein, Kunden zu einem höheren Tarif zu bewegen oder schlicht Kapazitäten die sie irgendwen vertraglich zugesichert haben aber andere diskriminieren.
Wir könnens einfach nicht sagen, da schon ein Geheimnis gemacht wird zu den Senderstandorten und dessen Frequenzen.
 
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smallfreak

Mobilfunk Teilnehmer
27 Jan 2015
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Mindestqualität ist aber sehr gering, meine weniger als 1 Mbit/s im Download.
Ich überlege mir gerade wie ein Provider auch nur irgendeine Mindestqualität garantieren könnte. Gesetzt den Fall er ist willig, jedem seiner Kunden eine bestimmte Mindestleistung zu garantieren und verkauft daher nur so viel Verträge wie er mit seinen Funkzellen garantiert abdecken kann - plus Reserve für Roaming Gäste.

Und dann findet das "Drei Fantreffen" in Brunn bei Strasswalchen statt wo nur ein Funkmast steht, sich aber plötzlich 3000 Fans gleichzeitig einbuchen und ihre garantierte Mindestleistung in Anspruch nehmen wollen.

Da kann man nicht einfach die Leitung weiter aufdrehen damit jeder seine garantierte Bandbreite bekommt. Hochfrequenz Bandbreite ist ein unvermehrbares Gut.

Man kann nur hoffen, dass die User sich statistisch so verteilen wie die Funk Zellen und ggf mit weiteren Funkzellen überlastete Bereiche bessser abdecken. Wenn man einen Standort dafür findet.

Das Hauptproblem der Bandbreite im Funknetz ist, dass die Provider KEINERLEI Strategie haben, den Verkauf einzubremsen wenn die Ware knapp wird. Sie verkaufen Verträge als könnte man die Bandbreite beliebig vermehren.

Das Ergebnis sind zwangsläufig verstopfte Kanäle und gefrustete Kunden. Deshalb hat das Marketing das geniale Konzept des "Bandbreiten Managements" (hier ertönt ein ätherisches Glöckchen) erfunden. Kunden können gegen höhere Gebühr anderen Kunden Bandbreite wegnehmen. Das zwingt diese wieder ebenso gegen Gebühr diese Bandbreite zurück zu kaufen. Oder besser gesagt ein Los zu kaufen, das in der Bandbreiten Lotterie höhere Chancen hat.

Damit wetten die Kunden jetzt gegeneinander anstatt gegen den Provider. Der verkauft nur noch Wettscheine, keine Bandbreite mehr. Eine geniale Idee.
 
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Gsicht

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
6.593
1.599
Und dann findet das "Drei Fantreffen" in Brunn bei Strasswalchen statt wo nur ein Funkmast steht, sich aber plötzlich 3000 Fans gleichzeitig einbuchen und ihre garantierte Mindestleistung in Anspruch nehmen wollen.

Da kann man nicht einfach die Leitung weiter aufdrehen damit jeder seine garantierte Bandbreite bekommt. Hochfrequenz Bandbreite ist ein unvermehrbares Gut.
Lässt sich leicht durch eine zeitliche Komponente "lösen". Wenn die 3000 Fans dauerhaft in Brunn bleiben müssen mehr Masten her. Bei nur einem Tag - was solls.
 

gabor

Mobilfunk Teilnehmer
5 Apr 2016
307
351
Natürlich kann niemand garantieren dauerhaft irgendeine Geschwindigkeit einhalten zu können. Man könnte jetzt beginnen mit irgendwelchen statistischen Modellen Modellen zu arbeiten, In die Richtung zugesagte Geschwindigkeiten über beispielsweise 90% der Zeit bei outdoor Empfang innerhalb des vom Operator selbst definierten Versorgungsgebietes garantieren zu müssen. Und zu weiteren 8% zumindest 50% der Geschwindigkeit.

Aber es ginge viel einfacher Kunden davor zu schützen eine Bandbreite zu bezahlen, die vom Operator nicht erbracht wird: einfach allen Konsumenten ein Kündigungsrecht zum Ende jedes Monates zu gewähren. Dann können die Kunden über die Qualität der Dienstleistung jederzeit mit ihren Füssen abstimmen. Wetten, wir hätten ungleich weniger Überlastungssituationen?
 

Taurus91

Mobilfunk Teilnehmer
10 Nov 2014
3.794
1.624
Aber es ginge viel einfacher Kunden davor zu schützen eine Bandbreite zu bezahlen, die vom Operator nicht erbracht wird: einfach allen Konsumenten ein Kündigungsrecht zum Ende jedes Monates zu gewähren. Dann können die Kunden über die Qualität der Dienstleistung jederzeit mit ihren Füssen abstimmen. Wetten, wir hätten ungleich weniger Überlastungssituationen?
So ist es.
 

KOSH

Mobilfunk Teilnehmer
28 Mrz 2014
4.217
2.115
Ich überlege mir gerade wie ein Provider auch nur irgendeine Mindestqualität garantieren könnte. Gesetzt den Fall er ist willig, jedem seiner Kunden eine bestimmte Mindestleistung zu garantieren und verkauft daher nur so viel Verträge wie er mit seinen Funkzellen garantiert abdecken kann - plus Reserve für Roaming Gäste.

Und dann findet das "Drei Fantreffen" in Brunn bei Strasswalchen statt wo nur ein Funkmast steht, sich aber plötzlich 3000 Fans gleichzeitig einbuchen und ihre garantierte Mindestleistung in Anspruch nehmen wollen.
Nein es kommt eine Magenta Bekleidete Studentin und zeigt allen mit ihren Smart Phone welches Netz das beste ist :)
 

MikeR1

Mobilfunk Teilnehmer
14 Mrz 2019
64
29
Natürlich kann niemand garantieren dauerhaft irgendeine Geschwindigkeit einhalten zu können. Man könnte jetzt beginnen mit irgendwelchen statistischen Modellen Modellen zu arbeiten, In die Richtung zugesagte Geschwindigkeiten über beispielsweise 90% der Zeit bei outdoor Empfang innerhalb des vom Operator selbst definierten Versorgungsgebietes garantieren zu müssen. Und zu weiteren 8% zumindest 50% der Geschwindigkeit.

Aber es ginge viel einfacher Kunden davor zu schützen eine Bandbreite zu bezahlen, die vom Operator nicht erbracht wird: einfach allen Konsumenten ein Kündigungsrecht zum Ende jedes Monates zu gewähren. Dann können die Kunden über die Qualität der Dienstleistung jederzeit mit ihren Füssen abstimmen. Wetten, wir hätten ungleich weniger Überlastungssituationen?
Und wenn 90% der Zeit nicht zumindest die halbe, zugesagte Geschwindigkeit erreicht wird, dann bezahlt man auch nur 50% der Grundgebühr ;)
 
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