Netzsperre(n) nun auch bei "3"

0rambo0

Mobilfunk Teilnehmer
30 Mrz 2014
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Nachdem über UPC/TMA hier ja schon berichtet wurde, dass die ein oder andere Seite nicht mehr erreichbar ist, ist es nun auch bei 3 soweit. Die Serienjunkies Seite ist nicht mehr direkt erreichbar. Während ich dies hier poste habe ich auch bemerkt, dass dies über A1 auch nicht mehr möglich ist.

3:
Sehr geehrter Nutzer.

Sorry, Website nicht erreichbar.

Dank für Ihr Verständnis.

A1:

Webseite gesperrt
Aufgrund eines Sperrbegehrens nach §81 Abs. 1 UrhG wurde diese Seite gesperrt.


Wozu man sich die Mühe macht, und dieses Sinnlose Gesetz... 2 Minuten Arbeit und die Seite ist wieder erreichbar.


Weiß jemand ob dies bei jedem Betreiber einzeln angefordert werden muss? Immerhin war die Seite schon seit einiger Zeit aus dem TMA Netz nicht mehr erreichbar, erst jetzt ist 3 nachgezogen... Komischerweise kurz nach dem Fall von Share-Online.

Bei dieser Gelegenheit, hat jemand Erfahrung mit Uploaded? Nachdem Share-Online liquidiert wurde, waren acuh die Inhalte meiner Webseite die extern gehostet waren weg.
Bleiben bei Uploaded die Dateien bei Freeusern zb. erhalten die gehostet werden?
 

smallfreak

Mobilfunk Teilnehmer
27 Jan 2015
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Mir ist juristisch nicht klar, wie eine Einschränkung der Informationsfreiheit durch simples Begehren von "irgendwem" rechtswirksam sein kann. Normalerweise braucht's dafür einen Gerichtsbeschluss. Wenn also Google jetzt beispielsweise irgendwelche Daten von meinem Web in der Suche listet und mir das nicht passt, kann ich dann auch beim Provider verlangen, dass jedem der Zugang zu Google gesperrt wird?

Oder sind da einige wieder gleicher als andere?
 

Sin10

Mobilfunk Teilnehmer
23 Mrz 2014
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Das 3 sperren muss, ist nichts neues. Hat damals schon mit kinox und co angefangen.

Nutzt einfach einen alternativen (schnelleren) DNS und gut ist
 
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smallfreak

Mobilfunk Teilnehmer
27 Jan 2015
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Ich liebe solche Schreiben. Da liefern sie einem die interessanten Webseiten frei Haus. Nur für den Fall dass man mal eine übersehen hat. 😁

Ein schneller Check mit NSLOOKUP zeigt weder bei Cloudflare (1.1.1.1) noch bei Google (8.8.8.8) eine Sperre bei den genannten Domains, oder bei TPB. Mit einem eigenen DNS und Lookup am DNS Root sowieso nicht.

Und wem das noch nicht subversiv genug ist, für den gibt's ein Tutorial vom "Postillon":


Also schnell den TOR Browser gestartet und los geht's.
 
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0rambo0

Mobilfunk Teilnehmer
30 Mrz 2014
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Ich liebe solche Schreiben. Da liefern sie einem die interessanten Webseiten frei Haus. Nur für den Fall dass man mal eine übersehen hat.

www.torproject.org/de/download/']TOR Browser [/URL]gestartet und los geht's.
Recht hast Danke für den Hinweis falls es meine Lieblingsserie bei den Junkies nicht finde hab ich dank des wisches nun eine Liste an alternativen direkt vom Juristen zur Wahrheit verpflichtet Geil


Wenns eine der Seiten dann nicht gibt Klage ich
 

derFlo

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
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Mir ist juristisch nicht klar, wie eine Einschränkung der Informationsfreiheit durch simples Begehren von "irgendwem" rechtswirksam sein kann. Normalerweise braucht's dafür einen Gerichtsbeschluss.
Ein kurzer vereinfachter Erklärungsversuch dazu:

Einfach so sperren ist so eine Sache.
Grundsätzlich gab es ein Urteil (oder eigentlich einen Beschluss) des OGH zum § 81 UrhG im Jahre 2014, der besagt, dass auch die Vermittler zu Diensten, welche urheberrechtliche Verletzungen begehen (und das ist bei diesen Seiten ja auch der Fall), diesen Zugang zu unterbinden hat. In diesem Urteil wird festgehalten, dass eine Sperre nach urheberrechtlichen Ansprüchen keiner europäischen Gesetzgebung widerspricht. Zusätzlich wird dort festgehalten, dass Provider in Ihrer Rolle als Vermittler durchaus auch schadenersatzpflichtig für die Vermittlung illegaler Inhalte sein können.

OGH-Urteil: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Justiz/JJT_20140624_OGH0002_0040OB00071_14S0000_000/JJT_20140624_OGH0002_0040OB00071_14S0000_000.pdf

Das ist für Provider natürlich blöd, weil sie nicht das gesamte Internet scannen und dann (mehr oder weniger) wahllos seiten sperren können (das wäre auch ungesetzlich), gleichzeitig aber deshalb angreifbar sind, weil eine Schadenersatzpflicht gegenüber den Rechteinhabern besteht. So kann sowohl auf Unterlassung der Vermittlung, als auch auf Schadenersatz geklagt werden.

Um diese blöde rechtliche Lage zu klären, haben sich diverse Provider bei der RTR selbst angezeigt, damit die RTR klären kann, ob solche Regelungen gegen die TSM-VO (EU-Verordnung) bezüglich freiem Internetzugang widersprechen.
Hier hat die RTR allerdings entschieden, dass solche Netzsperren der TSM-VO nicht widersprechen, aber trotzdem nicht einfach so gesperrt werden kann, nur weil irgendein Rechteinhaber daherkommt und eine Sperrung verlangt.
Das macht die Sache halt für die Provider nicht einfacher, weil sie weiterhin angreifbar sind.
Das Thema ist bis heute nur beschränkt geklärt.
 

smallfreak

Mobilfunk Teilnehmer
27 Jan 2015
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Zusätzlich wird dort festgehalten, dass Provider in Ihrer Rolle als Vermittler durchaus auch schadenersatzpflichtig für die Vermittlung illegaler Inhalte sein können.
Jetzt wurmt es mich doch ein Bisschen, das ich NICHT Jus studiert habe. Diese Entscheidung schreit geradezu nach einer "spannenden Auslegung".

Also wäre es sehr wohl zulässig, mit einer entsprechenden Beweisführung dass Google urheberrechtlich bedenkliches Material vermittelt die Provider zu zwingen, den Zugang zu Google oder zu YouTube zu unterbinden.

Oder die Post zu verklagen wenn sie wieder einmal rechtlich bedenkliches Material zustellt.

Wie wäre es mit einer Klage gegen die ASFINAG (oder den Bund), wenn sich heraus stellt, dass auf den von ihnen betriebenen Straßen illegale Waren transportiert weren?

Letztendlich ist das nur ein hilfloser Versuch die Schuldfrage auf "leichter erreichbare Parteien" abzuwälzen, was ja an sich schon ein eklatanter Bruch des Rechtsstaates ist.
 
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Gsicht

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
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Also wäre es sehr wohl zulässig, mit einer entsprechenden Beweisführung dass Google urheberrechtlich bedenkliches Material vermittelt die Provider zu zwingen, den Zugang zu Google oder zu YouTube zu unterbinden.
Solange keine Post von irgendwelchen Anwälten kommt machen die Provider auch nichts. Eine Sperrung von Google würden die sich auch zweimal überlegen.
 

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