ORF TVthek bei Amazon Cloud gehostet?

25 März 2014
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@fonira Wurde am Routing zur ORF-Theke was geändert? Die funktioniert seit ein paar Tagen richtig performant. Vorher war es teilweise eine Katastrophe. Das kann natürlich auch am ORF liegen.

Dazu ein kleiner side fact:

Die ORF TVThek nutzt die Amazon Cloud. Man sieht es, wenn man mal ein Traceroute zur Quelle des Videostreams macht, der da über das Netzwerk kommt.

Ich hab mich sehr gefreut als ich das heuer gesehen habe. Halbstaatliche Unternehmen neigen ja dazu, alles selbst machen zu wollen. Selbst wenn es große Anbieter (Cloud) weit besser können (und auch günstiger sind), das die Verteilung von öffentlichen Inhalten an Stream-Empfänger betrifft.
 
25 März 2014
2.475
1.445
Keine Steuern? Bist du dir sicher?

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, gehst du mit einer Bestellung bei Amazon.at aber auch Amazon.de einen Vertrag mit einer Firma in Luxemburg ein. „Unser“ Amazon ist ein luxemburger Unternehmen. Zu sehen auf jeder Rechnung beispielsweise.

Nun zahlst du aber dennoch 20% USt (10% bei den günstigeren Gruppen) an Amazon. Das sind höhere Steuern, als sich für Luxemburg ergeben würden.

Warum ist das so:
Für dich als Österreicher gilt auch bei Amazon die österreichische (höhere) Steuer. Diese zahlt Amazon 1:1 an Österreich. Wie der Greißler ums Eck auch.

Kurz: Amazon zahlt Steuern in Österreich. Das ist nur ein Punkt davon.


Zwecks GIS und ORF regen sich alle immer über die hohen Gebühren auf. Es gibt mindestens einen Thread hier im Forum.

Nun geht der ORF in die Cloud und bewirkt damit:

1. das Streaming funktioniert wie es soll (im Gegensatz zu früher, wenn abends viele gleichzeitig gestreamt haben)
2. anzunehmenderweise ist ein großer globaler Streaming-Dienstleister günstiger als man es selbst in einem vergleichsweise kleinen Unternehmen machen kann (ein großer Cloud-Dienst skaliert besser als ein eigenes Rechenzentrum). Der ORF spart damit vermutlich Geld.


Der ORF ist vielen zu teuer, OK.
Nun schafft er endlich funktionierendes Streaming für die GIS-Gebühren, gleichzeitig geht er mit dem Schritt sorgsam mit dem Geld der Bürger um.

... und es passt wieder nicht.

Ja was wollen die Leute denn. Wie man es macht - es wird immer nur gesudert
 
5 Januar 2015
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Die Umsatzsteuer wird dem Kunden weiterverrechnet, also zahlt am Ende der Kunde effektiv diese Steuer, nicht Amazon. Ich rege mich nicht über die GIS auf, weil ich weiß, dass diese hauptsächlich in die Kulturförderung fließt und der ORF damit ohnehin nicht ohne Webeeinnahmen wirtschaften kann. Den wenigsten ist bewusst, wie wichtig Medien sind, die gesellschaftlich (und nicht Gewinn- oder Eigentumer-orientiert) finanziert werden. Der ORF ist da mangels Einnahmequelle durch die geringere Bevölkerungszahl ein Hybrid. Deutschlands öffentlich-rechtliche tun sich da wesentlich leichter die Sender durch die GEZ zu finanzieren. Aber das ist jetzt echt Offtopic.
 
25 März 2014
2.475
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Auch alle anderen Steuern zahlt am Ende der Kunde.

Gewinn kommt von Geschäften mit Kunden, also von deren Geld. Und ohne Gewinn keine Steuer.

Für dich hoffe ich sehr, dass du in den letzten 12 Monaten nie bei Amazon bestellt hast. Da zählt genauso Amazon Prime Video und jeder andere Dienst für den man bezahlt.

Besser ist für dich stattdessen auch Elektronik vor Ort in Österreich zu kaufen.

Ja, die Auswahl ist vielleicht eingeschränkt, man wartet unter Umständen länger und es ist gut möglich, dass es teurer ist und du mehr bezahlst.

So aber fällt Umsatz und Gewinn in Österreich an, wofür das Unternehmen dann auch vor Ort die Steuer zahlt. Denn am Ende bist es auch hier du, dessen Geld die Steuern bezahlt. Auch für heimische Unternehmen gilt: Ohne Umsatz kein Gewinn, ohne Gewinn keine Steuern darauf, und am Ende kommt die Pleite.

Leider hat es schon viel zu viele alt hergebrachte, teils familiengeführte Unternehmen erwischt, weil die Leute lieber an Amazon ihr Geld senden als es im Land zu lassen.

Das ist so wie bei Fonira:
Wenn ihr immer zu den Großen geht zwecks Internet (America Movil = A1, Deutsche Telekom = Magenta, Hutchison Whampoa = Drei), dann landen Gewinne aus eurer Nutzung, und damit Steuern auch in Lateinamerika, Deutschland und Asien (um die Drei großen „österreichischen“ Telekom-Anbieter zu nennen).

Damit die Wertschöpfung inkl aller Abgaben und Steuern möglichst lokal hier anfällt, braucht es schon die Nutzung von Fonira, ebenso aller anderen kleinen vielen Unternehmen, um in dem Beispiel mal bei Internet-Providern zu bleiben.

Und ehrlich, Fonira (und andere kleine) sind mir viel lieber als 0815 von der Stange bei den ausländischen Konzernen.

Bei Amazon ist das nicht anders als überall sonstwo. Und am Ende entscheidet sowieso nur der Kunde durch Wahl des Anbieters oder Händlers wer das Geschäft macht. Und wo Gewinn und Steuer aus dem Geschäft anfallen.


Und was den ORF betrifft: Ja, das finde ich eine gute Einstellung. Ich rege mich selber auch nicht auf über die Gebühren.

Dazu ergänzend aber der Hinweis, dass ich GIS nicht zahle. Ich bin aber so ehrlich und nutze öffentlichen Rundfunk auch nicht, dass sich daraus eine GIS-Pflicht ergeben würde.
 
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5 Januar 2015
446
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Es geht darum Gewinne gerecht zu versteuern. Amazon bezahlt auf 80% seines in Österreich gemachten Gewinnes keine Steuern. Damit fließt Geld aus der österreichischen Gesellschaft in die Hände von Bezos und seinen Aktionären. Dass das schädlich uns wettbewerbsverzerrend für alle anderen Unternehmen ist, die in Österreich steuerpflichtig sind, sollte auf der Hand liegen. Damit ist jegliche Diskussion über Kostenersparnis des ORF recht zynisch, weil wir über die GIS und den ORF sogar Steuergelder an Bezos aktiv überweisen. Ich bin übrigens kein Amazon-, Netflix oder Apple-Kunde.
 
25 März 2014
2.475
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Ja klar, sobald du Verantwortung übernehmen sollst, gehts plötzlich um die anderen.

Sollen die anderen „gerecht“ arbeiten und dazu gezwungen werden. Aber bitte ja nicht dich in deiner Bequemlichkeit irgendwie zu berühren.

Das kennen wir schon, nur zu gut.

Und noch eine Ergänzung:
Die Gewinne der hiesigen Amazon-„Zweigstelle“ fallen in Luxemburg an. Es ist ja ein luxemburger Unternehmen.

Was du forderst, die Besteuerung von Einnahmen lokal dort, wo der Kunde sitzt, würde dem österreichischen Staat übrigens viel Geld kosten.

Wir hier in Österreich leben vom Export, wichtige Industriebetriebe haben einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes im Ausland, um nur ein Beispiel zu nennen.

Bei konsequenter Umsetzung würden österreichischen Firmen dafür ihre Steuern im jeweiligen Ausland bezahlen. Und wer schaut durch die Finger: Österreich, da die Steuern beim Export nun woanders bezahlt werden, statt diese Gewinne in Österreich zu versteuern.

So eine Besteuerung kann man fordern, wenn man ein Land ist das nichts exportiert sondern nur importiert. Dann trifft es nämlich nur die anderen und man profitiert auf Kosten aller anderen. Ob das den Begriff Gerechtigkeit verdient, sei allerdings dahin gestellt.

Und PS: Sehr löblich dass du nicht Kunde bei Amazon bist. Ich bin da nicht so konsequent.
 
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Reaktionen: eigsi124 und zwostler
5 Januar 2015
446
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Bitte was? Wo schreibe ich etwas davon, dass jemand anderer Verantwortung übernehmen soll, und wie kommst du auf die Idee, ich würde keine Verantwortung übernehmen? Nochmal: ich bin kein Kunde dieses Konzerns und nehme die Verantwortung wahr die Unternehmen zu unterstützen, die in Österreich fair Steuern abführen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du nicht verstanden hast, wie Amazon hier über Steuerparadiese am Fiskus vorbeiwirtschaftet und so mit unwürdigen Methoden sich einen preislichen Wettbewerbsvorteil verschafft.
 
25 März 2014
2.475
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Nochmal: ich bin kein Kunde dieses Konzerns und nehme die Verantwortung wahr die Unternehmen zu unterstützen, die in Österreich fair Steuern abführen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du nicht verstanden hast, wie Amazon hier über Steuerparadiese am Fiskus vorbeiwirtschaftet und so mit unwürdigen Methoden sich einen preislichen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Keine Sorge, das weiß ich wahrscheinlich genauer wie du.

Sieh dir mal an, was ich hier sonst so zu Finanzthemen schreibe (zugegeben: viele steigen wohl zumindest teilweise aus dabei)

Und zu Fonira:
Es gibt viele Gründe, die für das Angebot von denen sprechen. Auch Wertschöpfung kleiner, heimischer Unternehmen, um den Bogen von den Steuern zum Thread-Thema zu spannen

Das Folgende wollte ich mal woanders schreiben, es passt aber nun hier ganz gut:

Ich vermittle immer wieder Internetzugänge, wobei vermitteln nicht so richtig ist, denn ich bekomme keinerlei Geld dafür.

Die Themen um Fonira beobachte ich hier seit Monaten. Sieht man das „Gesamtpaket“ an, dann läuft vieles sehr gut. Die Angebote heben sich klar und deutlich von dem anderen 0815-Zeugs in der heutigen ISP-Welt ab. Die kürzlich noch aktuell gewesene Sache mit Performance-Schwankungen oder teils mal ganzen Ausfällen zwischendurch, das war für einen Blindkauf dann doch ein Zwicken zu viel. Besonders bei einer Vermittlung an andere, denn dann hat man dort diese Ungereimtheiten. Und mal ehrlich: Genau sowas will man mit einer guten Empfehlung ja vermeiden.

Was aber jetzt durch die letzten Anpassungen auf die Beine gestellt wurde, das ist große Klasse.

Eine klare Empfehlung von Fonira für das Internet Zuhause und in kleinen Firmen, wo DSL gut auslangt.

Ich werde das weiter beobachten und nach einer „cool down“ Phase zur Festigung, ist es dann nach ein paar weiteren super guten Wochen für mich soweit: Ich empfehle und bringe Kunden.

Dabei traue ich mich jetzt schon zu sagen, dass der Eindruck in ein paar Wochen sehr wahrscheinlich eine tolle Sache sein wird, in Punkten Stabilität und Leistung der DSL-Zugänge.

Und dafür finde ich das LTE-Forum so wertvoll. Nirgendwo anders (bei den mir bekannten Quellen) findet man derart fundierte und ausführliche Infos zu solchen Themen wie hier
 
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Reaktionen: utakurt
1 September 2014
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Die ORF TVThek nutzt die Amazon Cloud. Man sieht es, wenn man mal ein Traceroute zur Quelle des Videostreams macht, der da über das Netzwerk kommt.

Wo hast du das Traceroute hin gemacht? Soweit ich nachvollziehen kann, kommen die Livestreams und VOD Inhalte aus Österreich ...