RTR bestätigt: Mobiles Internet wird langsamer in Österreich

25 März 2014
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Diese Diskussion von wegen immer langsamer werdender Internet-Geschwindigkeiten gab und gibt es doch schon immer.

Vor 5 Jahren waren es die Mobilfunknetze bei denen alles zusammen bricht, sobald nur mal jedes Handy ein Smartphone mit permanent verfügbarer UMTS-Verbindung (oder schneller ist). Und würden die Leute das Nischenprodukt ernsthaft und in der breiten Masse verwenden, dann knicken die Mobilfunkmasten sowieso um, so wie sie herum stehen. Es wurde gemeinhin gut geheißen, dass es bis auf Drei bei A1 und T-Mobile keine Flatrates im Mobilfunk gibt. Würden diese Flats anbieten, würden deren Netze vom einen Tag auf den anderen zusammen knirschen unter der Last, so Meinungen hier im Forum bzw. auf umtslink.

Heute gibt es überall Flats, die Mobilfunknetze transportieren mehr Daten als kabelgebundene Anschlüsse, und die erzielbaren Geschwindigkeiten im Schnitt sind weit höher als noch vor 5 Jahren.


Vor 10 Jahren, da war das noch nicht so. Kabelgebundene Anschlüsse, für die breite Masse allen voran DSL war der Standard. Immer mehr Leute, die bis dato noch kein Internet nutzten zuhause mittels eigenen Anschlusses, wollten auch dieses Internet nutzen und bestellten fleißig Anschlüsse. Es war 2007, als die damals noch Telekom Austria heißende A1 ob des großen Andrangs an DSL-Kombipaket-Bestellungen völlig überlastet war mit der Auslieferung der Geräte und sogar bloßer Zusendung der DSL-Zugangsdaten für die Inbetriebnahme der neuen DSL-Anschlüsse auf Kundenseite. Der beste Zeitpunkt, war irgendwann unter der Woche nach Mitternacht bei der Hotline anzurufen. Man erreichte in unter einer Stunde Wartezeit jemanden, und konnte so nach dem Passwort für das DSL-Modem fragen, um mit dem neuen Anschluss damit erstmals online zu gehen - die Briefe mit den Zugangsdaten ließen Tage und manchmal gar Wochen auf sich warten.

Ich war damals mit dabei - nicht, weil es mein erstmaliger Zugang zum Internet war. Nein - es war der erstmals richtig leitbare Zugang, wo es um nach heutigen Maßstäben normal kleines Geld solides Internet ohne die Sorge von Abschaltungen oder horrenden Nachzahlungen nach intensiver Nutzung gab.

In diversen Foren damals schrieben Enthusiasten und auch ISP-Mitarbeiter, dass es sowieso nicht mehr lange so weiter gehen könne. Man muss sagen, die Zugänge via DSL wurden damals tatsächlich vereinzelt langsamer. Die immer mehr werdenden Kunden führten zu einer höheren Anzahl von DSL-Schaltunten in so einem Kabelbündel, das von einer Verteilerstation wegführte ("Wählamt"). Das führte zu sog. "Leitungsübersprechen" (technisch: der Störabstand verringerte sich), wodurch die auf dem Kupferpaar erzielbare Datenrate des einzelnen Kunden zurück gehen konnte.

Auch da war ich damals mit dabei - meine DSL-Leitung wurde von stabilen 4 Mbit auf 3 Mbit verschlechtert durch die bescheidener gewordenen Leitungswerte beim Störabstand.

Die Enthusiasten in den diversen Foren prophezeiten, dass später sowieso alles zusammen brechen würde unter der Last der vielen Dauer-Internet-und-DSL-Nutzer. Ein Zurückgehen der normalen Internet-Geschwindigkeiten auf 1 Mbit wäre eine sicherer Sache. In ein paar Jahren.

Heute haben wir nicht 1 Mbit als erreichbare Geschwindigkeit bei normalen DSL-Zugängen - die Geschwindigkeiten sind im Schnitt weit - weit, weit, weit - höher als noch damals.


Und vor 15 Jahren, da hatten wir die gleiche Diskussion wie diese Jahre im Mobilfunk bei den gerade aufkommenden DSL-Zugängen. Flatrates waren quasi nicht zu bekommen, jedenfalls nicht für die Masse der normalen Nutzer.

Ich bezahlte € 170,- zzgl. USt pro Monat für eine DSL-Flatrate mit 2 Mbit. Natürlich war die Telefongrundgebühr noch gesondert zu bezahlen an die Telekom Austria. Dass so etwas bei einer Internetgebühr inkludiert wäre, das hat es ja nun mal wirklich nicht gegeben.

Und als ob man es nicht schon ahnen könnte ...

In einschlägigen Foren von Internet-Powerusern schon damals das immer wieder gleiche. Flatrates für alle, und noch dazu zu günstigeren Preisen, das kann und wird es nicht geben. Die Netze würden unter der Laste der Daten zusammenbrechen, die Provider ob der geringen Monatsgebühren nicht wirtschaftlich arbeiten können, ja sogar reihenweise in der Pleite landen.


Zusammengefasst - der Verlauf der Geschichte:

Flatrates bei DSL unmöglich: abgehakt, gibt es inzwischen, ist Standard

Geschwindigkeit bei DSL wird immer mehr zurück gehen: abgehakt, ist wesentlich schneller als je zuvor

Flatrates im Mobilfunk: Die Leute hier im Forum warne froh, dass ihre A1 so etwas nicht hat (oder waren sie vielleicht eher völlig dumm?); Die Netze würden zusammen brachen unter verfügbaren Flats; abgehakt, ist bei jedem Anbieter als Standardprodukt zu haben. Die Mobilnetze haben inzwischen höheres Datenaufkommen als die kabelgebundenen Zugänge.

Geschwindigkeit im Mobilfunk wird immer mehr zurück gehen und irgendwann gar nicht zu brauchen sein: Da sind wir jetzt gerade. Aber: Im Schnitt für die Masse ist die Geschwindigkeit schneller als je zuvor (wann konnte man schon quasi überall ein YouTube-Video in guter Qualität und ohne Wartezeit abspielen am Handy). Und ihr werdet sehen: In ein paar Jahren ist das abgehakt, die Geschwindigkeiten werden ein Vielfaches der von heute sein.


Deshalb meine Einschätzung zum Ursprungsthema hier im Thread:

Die übliche Jammerei, viel heiße Luft um nichts - Zeitverschwendung. Und in ein paar Jahren will sich niemand mehr daran erinnern können, die Lage heute noch ganz düster gesehen zu haben. Oder ist ist ja alles ganz anders gekommen warum alles viel besser und schneller geworden ist, und gar nicht mehr vergleichbar mit der Situation jetzt.

Man darf es sich aussuchen ;-)
 
S

SPOCK

Gast
Diese Diskussion von wegen immer langsamer werdender Internet-Geschwindigkeiten gab und gibt es doch schon immer.

Vor 5 Jahren waren es die Mobilfunknetze bei denen alles zusammen bricht, sobald nur mal jedes Handy ein Smartphone mit permanent verfügbarer UMTS-Verbindung (oder schneller ist). Und würden die Leute das Nischenprodukt ernsthaft und in der breiten Masse verwenden, dann knicken die Mobilfunkmasten sowieso um, so wie sie herum stehen. Es wurde gemeinhin gut geheißen, dass es bis auf Drei bei A1 und T-Mobile keine Flatrates im Mobilfunk gibt. Würden diese Flats anbieten, würden deren Netze vom einen Tag auf den anderen zusammen knirschen unter der Last, so Meinungen hier im Forum bzw. auf umtslink.

Heute gibt es überall Flats, die Mobilfunknetze transportieren mehr Daten als kabelgebundene Anschlüsse, und die erzielbaren Geschwindigkeiten im Schnitt sind weit höher als noch vor 5 Jahren.


Vor 10 Jahren, da war das noch nicht so. Kabelgebundene Anschlüsse, für die breite Masse allen voran DSL war der Standard. Immer mehr Leute, die bis dato noch kein Internet nutzten zuhause mittels eigenen Anschlusses, wollten auch dieses Internet nutzen und bestellten fleißig Anschlüsse. Es war 2007, als die damals noch Telekom Austria heißende A1 ob des großen Andrangs an DSL-Kombipaket-Bestellungen völlig überlastet war mit der Auslieferung der Geräte und sogar bloßer Zusendung der DSL-Zugangsdaten für die Inbetriebnahme der neuen DSL-Anschlüsse auf Kundenseite. Der beste Zeitpunkt, war irgendwann unter der Woche nach Mitternacht bei der Hotline anzurufen. Man erreichte in unter einer Stunde Wartezeit jemanden, und konnte so nach dem Passwort für das DSL-Modem fragen, um mit dem neuen Anschluss damit erstmals online zu gehen - die Briefe mit den Zugangsdaten ließen Tage und manchmal gar Wochen auf sich warten.

Ich war damals mit dabei - nicht, weil es mein erstmaliger Zugang zum Internet war. Nein - es war der erstmals richtig leitbare Zugang, wo es um nach heutigen Maßstäben normal kleines Geld solides Internet ohne die Sorge von Abschaltungen oder horrenden Nachzahlungen nach intensiver Nutzung gab.

In diversen Foren damals schrieben Enthusiasten und auch ISP-Mitarbeiter, dass es sowieso nicht mehr lange so weiter gehen könne. Man muss sagen, die Zugänge via DSL wurden damals tatsächlich vereinzelt langsamer. Die immer mehr werdenden Kunden führten zu einer höheren Anzahl von DSL-Schaltunten in so einem Kabelbündel, das von einer Verteilerstation wegführte ("Wählamt"). Das führte zu sog. "Leitungsübersprechen" (technisch: der Störabstand verringerte sich), wodurch die auf dem Kupferpaar erzielbare Datenrate des einzelnen Kunden zurück gehen konnte.

Auch da war ich damals mit dabei - meine DSL-Leitung wurde von stabilen 4 Mbit auf 3 Mbit verschlechtert durch die bescheidener gewordenen Leitungswerte beim Störabstand.

Die Enthusiasten in den diversen Foren prophezeiten, dass später sowieso alles zusammen brechen würde unter der Last der vielen Dauer-Internet-und-DSL-Nutzer. Ein Zurückgehen der normalen Internet-Geschwindigkeiten auf 1 Mbit wäre eine sicherer Sache. In ein paar Jahren.

Heute haben wir nicht 1 Mbit als erreichbare Geschwindigkeit bei normalen DSL-Zugängen - die Geschwindigkeiten sind im Schnitt weit - weit, weit, weit - höher als noch damals.


Und vor 15 Jahren, da hatten wir die gleiche Diskussion wie diese Jahre im Mobilfunk bei den gerade aufkommenden DSL-Zugängen. Flatrates waren quasi nicht zu bekommen, jedenfalls nicht für die Masse der normalen Nutzer.

Ich bezahlte € 170,- zzgl. USt pro Monat für eine DSL-Flatrate mit 2 Mbit. Natürlich war die Telefongrundgebühr noch gesondert zu bezahlen an die Telekom Austria. Dass so etwas bei einer Internetgebühr inkludiert wäre, das hat es ja nun mal wirklich nicht gegeben.

Und als ob man es nicht schon ahnen könnte ...

In einschlägigen Foren von Internet-Powerusern schon damals das immer wieder gleiche. Flatrates für alle, und noch dazu zu günstigeren Preisen, das kann und wird es nicht geben. Die Netze würden unter der Laste der Daten zusammenbrechen, die Provider ob der geringen Monatsgebühren nicht wirtschaftlich arbeiten können, ja sogar reihenweise in der Pleite landen.


Zusammengefasst - der Verlauf der Geschichte:

Flatrates bei DSL unmöglich: abgehakt, gibt es inzwischen, ist Standard

Geschwindigkeit bei DSL wird immer mehr zurück gehen: abgehakt, ist wesentlich schneller als je zuvor

Flatrates im Mobilfunk: Die Leute hier im Forum warne froh, dass ihre A1 so etwas nicht hat (oder waren sie vielleicht eher völlig dumm?); Die Netze würden zusammen brachen unter verfügbaren Flats; abgehakt, ist bei jedem Anbieter als Standardprodukt zu haben. Die Mobilnetze haben inzwischen höheres Datenaufkommen als die kabelgebundenen Zugänge.

Geschwindigkeit im Mobilfunk wird immer mehr zurück gehen und irgendwann gar nicht zu brauchen sein: Da sind wir jetzt gerade. Aber: Im Schnitt für die Masse ist die Geschwindigkeit schneller als je zuvor (wann konnte man schon quasi überall ein YouTube-Video in guter Qualität und ohne Wartezeit abspielen am Handy). Und ihr werdet sehen: In ein paar Jahren ist das abgehakt, die Geschwindigkeiten werden ein Vielfaches der von heute sein.


Deshalb meine Einschätzung zum Ursprungsthema hier im Thread:

Die übliche Jammerei, viel heiße Luft um nichts - Zeitverschwendung. Und in ein paar Jahren will sich niemand mehr daran erinnern können, die Lage heute noch ganz düster gesehen zu haben. Oder ist ist ja alles ganz anders gekommen warum alles viel besser und schneller geworden ist, und gar nicht mehr vergleichbar mit der Situation jetzt.

Man darf es sich aussuchen ;-)

Sehr gut und ausführlich geschrieben!Super(Y)
 
5 Juli 2014
3.499
2.538
Datenvolumen in Megabyte je Simkarte und Monat in Österreich (RTR-TM)
1. Qu. 2017 : 5.418
3. Qu. 2017 : 6.269

+ 851 MB in sechs Monaten.

850 MB beträgt das durchschnittliche monatliche Datenvolumen einer deutschen Simkarte (2017, Quelle : VATM)

Nur ein Grund warum es immer langsamer wird.

Insgesamt steigt die Datennutzung 2017 (Mobilfunk) auf eine Milliarde GB. Davon entfallen mehr als eine halbe Milliarde auf 3 (+ 50 % im Vgl. zu 2016, lt.Trionow) und 321 Millionen GB auf T-Mobile (+ 86 %, lt. Unternehmensangaben). mfg
 
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Gast
Datenvolumen in Megabyte je Simkarte und Monat in Österreich (RTR-TM)
1. Qu. 2017 : 5.418
3. Qu. 2017 : 6.269

+ 851 MB in sechs Monaten.

850 MB beträgt das durchschnittliche monatliche Datenvolumen einer deutschen Simkarte (2017, Quelle : VATM)

Nur ein Grund warum es immer langsamer wird.

Insgesamt steigt die Datennutzung 2017 (Mobilfunk) auf eine Milliarde GB. Davon entfallen mehr als eine halbe Milliarde auf 3 (+ 50 % im Vgl. zu 2016, lt.Trionow) und 321 Millionen GB auf T-Mobile (+ 86 %, lt. Unternehmensangaben). mfg

Die Deutschen verbrauchen im durchschnitt nur 851 MB?Da sieht man wieder wie wir in Österreich verwöhnt sind und das wir diesen Dienst wie wild nützen.Wenn man sich die Preise für Mobiles Internet bei unseren Nachbar in Deutschland ansieht wird einen richtig schlecht was die dafür löhnen müssen aber die haben höchst wahrscheinlich keine so wild überlasteten Handy Netze wie wir in Österreich das ist fürs Roamen wieder vorteilhaft ist.

Bin mir nicht mehr zu 100% sicher aber die Deutsche Telekom hat vor kurzen erste einen echte Mobile Flat auf den Markt gebracht,war mit einen Preis von rund 80 Euro angegeben.
 
31 März 2014
2.272
2.527
Insgesamt steigt die Datennutzung 2017 (Mobilfunk) auf eine Milliarde GB. Davon entfallen mehr als eine halbe Milliarde auf 3 (+ 50 % im Vgl. zu 2016, lt.Trionow) und 321 Millionen GB auf T-Mobile (+ 86 %, lt. Unternehmensangaben). mfg

D.h. T-Mobile hat doppelt soviel Datentraffic im Netz als A1 und Drei gar dreimal soviel als A1, aber „nur“ mehr 50% mehr als T-Mobile.

...ich habs befürchtet :confused:
 
S

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Gast
D.h. T-Mobile hat doppelt soviel Datentraffic im Netz als A1 und Drei gar dreimal soviel als A1, aber „nur“ mehr 50% mehr als T-Mobile.

...ich habs befürchtet :confused:

Kein Wunder bei den Preisen von T-mobile und Drei das da mehrer auf den Mobilen Zugang aufsteigen wie bei A1.
 
5 Juli 2014
3.499
2.538
Kein Wunder bei den Preisen von T-mobile und Drei das da mehrer auf den Mobilen Zugang aufsteigen wie bei A1.
A1 ist der Anbieter, der als letzter MNO Angebote mit inkludierter unlimitierter
Datenübertragung in Verkehr gebracht hat. A1 verfügt gleichzeitig über ein
österreichweites Festnetz und entsprechende leitungsgebundene Breitband-
angebote. Die zeitliche Rangfolge unlimitierter mobiler Breitbandprodukte stimmt
somit mit der Rangfolge der Anteile am Datenvolumen überein. Setzt man die
erworbenen Frequenznutzungsrechte in Bezug zum übertragenen Datenvolumen in
einem Monat, so liegt Drei in dieser Maßzahl (TeraByte/MHz/Monat) mehr als
doppelt so hoch wie TMA und mehr als viermal so hoch wie A1. Beim Preis/Speed-
Verhältnis ist A1 der teuerste Anbieter.(Seite 8 + 9)


 
5 Juli 2014
3.499
2.538
Die Deutschen verbrauchen im durchschnitt nur 851 MB?Da sieht man wieder wie wir in Österreich verwöhnt sind und das wir diesen Dienst wie wild nützen.
"Die Deutschen" verwenden mobiles Internet eben nicht als Festnetzersatz.
Schaut man sich die österr. MVNO-Kunden an wo unl. Datentarife so gut wie keine Rolle spielen dann ist der Unterschied zu Deutschland relativ gering. Im 3. Qu. 17 betrug das national genutzte Datenvolumen gerade einmal 3,6 GB pro Teilnehmer (= 1,2 GB im Monat) bzw. 0,123 GB für EU-Roaming im Quartal.
In Deutschland wird auch noch mehr übers Festnetz als wie über Handy telefoniert, während in Österreich nur mehr jede siebente Minute auf das Festnetz entfällt. mfg
 
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