Sendemasten und Notstrom/USV

25 März 2014
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Liebe Community,

letzte Woche gab es in Baden, Pfaffstätten, Tattendorf, Bad Vöslau und noch einigen Gegenden hier im Bez. Baden einen großflächigen Stromausfall. Der Stromausfall hat ungefähr 1 1/2 Stunden gedauert. Während der ganzen Zeit hat das Netz von A1 und von Magenta (ich nehme an auch Drei, nur habe ich keine SIM zum testen gehabt) funktioniert.

Meine konkrete Frage: Wie lange hätte das Netz noch bei einem längeren Stromausfall funktioniert?
Haben solche Sendemasten irgendwelche Systeme die nach und nach Dienste abschalten um Strom zu sparen z.B. dass nach 2 Stunden LTE und UMTS abgedreht wird um somit das System länger aufrecht zu erhalten für Notfallanrufe via GSM?

Danke!

LG - Nesta
 
2 Juli 2015
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Liebe Community,

letzte Woche gab es in Baden, Pfaffstätten, Tattendorf, Bad Vöslau und noch einigen Gegenden hier im Bez. Baden einen großflächigen Stromausfall. Der Stromausfall hat ungefähr 1 1/2 Stunden gedauert. Während der ganzen Zeit hat das Netz von A1 und von Magenta (ich nehme an auch Drei, nur habe ich keine SIM zum testen gehabt) funktioniert.

Meine konkrete Frage: Wie lange hätte das Netz noch bei einem längeren Stromausfall funktioniert?
Haben solche Sendemasten irgendwelche Systeme die nach und nach Dienste abschalten um Strom zu sparen z.B. dass nach 2 Stunden LTE und UMTS abgedreht wird um somit das System länger aufrecht zu erhalten für Notfallanrufe via GSM?

Danke!

LG - Nesta
Hallo!

Die Standorte haben fast alle Pufferbatterien.

Bei Magenta und Drei ist es in vielen Fällen so, dass bei einem bestimmten Batterieladezustand zuerst die 2G/3G/4G Technik heruntergefahren wird um LWL Knoten und/oder Richtfunkequipment möglichst lange in Betrieb und Funktion zu erhalten und um so zu verhindern, dass Standorte, die vom eigentlichen Stromausfall nicht betroffen sind auch ausfallen.

Bei A1 ist das nicht ganz so, denn deren Anbindung über LWL bedarf keiner Energieversorgung. Dort ist es aber meines Wissens nach so, dass die hochfrequenten Dienste (18/21/26) sofort außer Betrieb genommen werden und die 800er und 900er gepuffert sind.

Alles in allem waren die Standorte bei ca. 90 Minuten an den Batterien aber ziemlich sicher schon knapp davor "aufzugeben"
 
25 März 2014
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Danke @bobthebuilder
Ich hab dazu im Forum bzw. Internet gar nichts gefunden. Hat mich eigentlich gewundert, dass das sonst niemanden Interessiert.

Und eine Prepper Folgefrage habe ich noch. Im Falle eines längeren Stromausfalles (vor Corona hat man sich ja am meisten Sorgen um einen Blackout gemacht) gibt es dann Pläne pro Bezirk zumindest einen Sendemast z.B. beim Wahlamt mittels Notstromaggregat zu versorgen?
 
4 November 2018
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Hallo! Es wird speziell für Behörden das Tetra Netz Notstromversorgt (Polizei/Rettungsdienst/etc) der Rest hängt primär wohl ab wieviel von den USV die Sender ausgelastet sind.
 
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26 März 2014
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Und eine Prepper Folgefrage habe ich noch. Im Falle eines längeren Stromausfalles (vor Corona hat man sich ja am meisten Sorgen um einen Blackout gemacht) gibt es dann Pläne pro Bezirk zumindest einen Sendemast z.B. beim Wahlamt mittels Notstromaggregat zu versorgen?

Diese Informationen sind ja auch Betriebsgeheimniss der Provider und wenn gibts eh nur Richtwerte.

Aber ein Sender pro Bezirk wird eher wenig sein und der würd über der Last auch schnell wegbrechen. Viele Senderkontainer haben einen Notstromanschluss außen wo ein Aggregat anschlossen werden kann.
notstrom.jpg

Aber bei neueren Sendern wo nur mehr ein kleiner Technikschrank steht sieht man das nicht mehr zumindest nicht von außen zugänglich.
 
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22 März 2014
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Hallo! Es wird speziell für Behörden das Tetra Netz Notstromversorgt (Polizei/Rettungsdienst/etc) der Rest hängt primär wohl ab wieviel von den USV die Sender ausgelastet sind.

Da muss ich dich zumindest teilweise enttäuschen, da ich mir erst vor Kurzem ein paar Tetra-Sender auf Bergen aus der Nähe angesehen habe: Ich gehe schon davon aus, dass diese Sender einen Akkupuffer haben, der wohl auch eine Zeit lang halten wird. Allerdings haben bei Weitem nicht alle Tetra-Sender auch Notstromaggregate dabei (zumindest rein vom optischen hat kaum ein solcher Sender irgendeine Abgasabführung).
 
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25 März 2014
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Der Tetra Sender auf einem Bezirkspolizeikommando (das ich kenne) hat auf jeden Fall ein Notstromaggregat.

Meine Vermutung: im Blackout Fall werden sich die Leute vermutlich eh eher in den Ballungszentren aufhalten und nicht am Berg. Daher nimmt man den Verlust dieser Anlagen im Kauf. Sofern es Einsätze am Berg gibt kann man ja auf die alten Funkgeräte zurückgreifen.

Edit: Sofern ich den Artikel richtig verstehe ist das auch Ländersache. Hier z.B. ein Artikel aus dem Burgenland aus 2019 -> https://kurier.at/chronik/burgenlan...stromaggregate-fuer-die-feuerwehren/400460263

Da ist davon die Rede, dass das Land Bgld Notstromaggregate für die Feuerwehr angeschafft hat. Grundsätzlich ist ja für die Polizei das Innenministerium zuständig. Daher müsste meiner Meinung nach für die Polizei die Notstromaggregat für das Tetra Netz auch dieses anschaffen und solche Szenarien durchspielen!?
 
12 April 2020
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Aus eigener Erfahrung (Stromausfall über mehrere Stunden vor einigen Jahren) kann ich sagen, dass nach ca. 2h das Mobilfunknetz (ländlicher Bereich, laut Karte 2 Sender im Großraum) komplett weg ist, sprich die Batterien leer sind. Nicht einmal Notrufe sind dann noch möglich, also alle Anbieter gleichermaßen betroffen.
 
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26 März 2014
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Meine Vermutung: im Blackout Fall werden sich die Leute vermutlich eh eher in den Ballungszentren aufhalten und nicht am Berg. Daher nimmt man den Verlust dieser Anlagen im Kauf. Sofern es Einsätze am Berg gibt kann man ja auf die alten Funkgeräte zurückgreifen.

Wobei wenn ein paar Sender am Berg gut plaziert sind können diese einen großen Bereich abdecken. Mit der niedrigen Frequenz und relativ hohen Sendeleistung kommt man dann ja schon weit.

Die Tetra Geräte können sich ja ohne Netz auch direkt verbinden laut Standard. Weiß jemand ob das in Österreich auch gemacht wird? Sowas müsste von den Einsatzorganisationen ja auch vorher geübt werden. Wenn zB Geräte in Feuerwehrautos als Repeater arbeiten könnten die ja lange ein Netz aufrecht erhalten.
 
27 Oktober 2015
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Die Tetra Geräte können sich ja ohne Netz auch direkt verbinden laut Standard. Weiß jemand ob das in Österreich auch gemacht wird? Sowas müsste von den Einsatzorganisationen ja auch vorher geübt werden. Wenn zB Geräte in Feuerwehrautos als Repeater arbeiten könnten die ja lange ein Netz aufrecht erhalten.
Ja, die Tetra Funkgeräte können den Trunk-Mode (also wie bei einem Handy über die Sendemasten) und den Direct-Mode. Dies kann direkt am Funkgerät mit einem langen Druck auf eine Taste umgeschaltet werden.
Im Direct-Mode verhält sich das Funkgerät so, wie "normale" Funkgeräte. Es sendet dann das digitale Signal aus und alle anderen Funkgeräte (die auch im Direct-Mode und auf dem gleichen Direct-Kanal sind) in der Umgebung (bzw in der Reichweite) empfangen dies.

Repeater gibt es zwar technisch, hätte aber noch nie gehört/gesehen, dass welche eingesetzt bzw vorhanden sind.
Der Repeater kann jedoch nur zwischen Direct-Mode und Trunk-Mode übersetzen. Ist also über Trunk-Mode mit dem Netz verbunden und sendet dann gleichzeitig das empfangene über Direct-Mode aus (und retour).
Hat also blos einen Sinn, wenn irgendwo Netzempfang ist (und dort der Repeater eingesetzt wird), jedoch in der Nähe (zB in einem Gebäude) kein Empfang ist. Die Geräte, die über den Repeater funktionieren sollen müssen dann jedoch in den Direct-Mode geschaltet werden.
 
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