Störung im A1 Festnetz - [Achtung]: auch Notrufe betroffen!

SGN22

Mobilfunk Teilnehmer
24 Feb 2018
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Ja man sorgt vor für größere Stromausfälle. Ein Festnetz würde mir bei diesen Überlegungen allerdings nicht in den Sinn kommen. Das ist unnötiges Klumpat. Ein einziger Bruch auf dem Leitungsweg meines Geräts (Naturkatastrophe oder auch nur ein Fehler bei Bauarbeiten) und das Gerät ist komplett tot.

Bei Mobilfunk habe ich den Luftraum als Übertragungsweg (den macht kein Hochwasser und kein Bagger kaputt). Ich brauche keinen Strom aus dem Stromnetz (wie oft telefoniert man während das Handy am Ladegerät steckt?), zusätzlich die Lösung mit AA-Batterien. Und fällt mal eine "Vermittlungsstelle" aus (Blitz, Hochwassser, etc.), dann hab ich zumindest an meinem Standort 3 weitere Sendestationen von A1, zu denen ich mit einem handelsüblichen GSM-fähigen Handy Funkkontakt aufbauen kann (insgesamt sind es 4 Sender von von A1, deren GSM-Signal ich empfangen kann - stabil genug für ein sauberes Telefonat).
Und die Handybasisstationen funktionieren mit Luft oder Plutoniumbatterien?
Die Handysender sind -wenn überhaupt- für ca. 30 Minuten mit Bleigelakkus gepuffert, danach ist Sendepause. Ein Wählamt von A1 hat Batterien für 8h oder Notstromaggregate für 72h, somit bist du mit einem galvanisch durchgerouteten Einzelanschluss wesentlich besser dran als mit einem Handyanschluss.

Leider glauben immer noch viele, dass wenn der Handyakku voll ist, dass man noch telefonieren kann. Dass danach Handybasisstationen, Richtfunkhops und LWL-Verbindungen mit optischen Verstärker sind, vergessen die telekommunikationstechnischen Laien...

Und oft münden die Handybasisstationenanbindungen (Kupfer, Richtfunk, LWL) im örtlichen Wählamt, Sauft das nach einem Unwetter ab, dann geht gar nichts mehr.. weder Mobilfunk noch festnetz. Und auch die anderen Nicht-A1 Handynetze mieten sich oft bei A1 ein.

Also Mobilfunk ist um nichts sicherer als ein Festnetzanschluss
 
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neptunus

Mobilfunk Teilnehmer
25 Mrz 2014
1.379
521
Schon mal über Satellitentelefon nachgedacht? ;) Die funktionieren bei Black Out nämlich auch nicht ...
Und die Handybasisstationen funktionieren mit Luft oder Plutoniumbatterien?
Es reicht mir vollkommen, wenn ich besser aufgestellt bin als mit dem Festnetz. Und da bin ich mit Mobilfunk doch einige Stufen darüber :)

Insofern: Ziel erreicht. Und günstiger ist es auch als der antiquierte Dreck der zu nichts zu brauchen ist (ok, nichts stimmt so nicht, denn wenn alle Unsicherheitsfaktoren doch klappen, dann kann man zumindest telefonieren damit. Für einen Krisenfall ist mir das dann halt doch zu wenig, mich für ein Telefonat auf so ein Festnetz verlassen zu müssen).

Und oft münden die Handybasisstationenanbindungen (Kupfer, Richtfunk, LWL) im örtlichen Wählamt, Sauft das nach einem Unwetter ab, dann geht gar nichts mehr.. weder Mobilfunk noch festnetz. Und auch die anderen Nicht-A1 Handynetze mieten sich oft bei A1 ein.
A1 glänzt ja nun mal wirklich nicht mit der Bestleistung (siehe oben). An meinem Standort haben sie nur 4 Sendestationen, die für ein Telefonat ein stabiles Funksignal liefern. Bei T-Mobile sind es 5. Wenn eine Station ausfällt (da Masten überschwemmt, Vermittlungsstelle dahinter, etc.), dann ist eben die Station ausgefallen. Bleiben die anderen. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit der Vermittlungsstelle beim Festnetz und einem Ausfall dieser - denn beim Festnetz ist das Funktionen der einen Station alternativlos um überhaupt etwas machen zu können.

Also Mobilfunk ist um nichts sicherer als ein Festnetzanschluss
Unterschiede, die den Mobilfunk wesentlich sicherer machen als den Festnetzanschluss:

1. Leitungsweg von mir zur Vermittlungsstelle: Luft vs. Kupferdraht
2. Anzahl der Vermittlungsstellen, die ich an meinem Standort mit meinem Endgerät verwenden kann: 1 fixe beim Festnetz zu der das Kabel geht (wenn es intakt ist - sonst geht überhaupt nix) vs. alle funkmäßig erreichbaren Stationen beim Mobilfunk, die binnen Sekundenbruchteilen angewählt werden vom Endgerät (das ist nichtmal neu, das ist Grundfunktion im GSM-Standard seit den 1980ern). Hier an meinem ehemaligen "Festnetz-Standort" sind es 4 Sendestationen alleine von A1.
 
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telephon

Mobilfunk Teilnehmer
20 Nov 2018
422
234
Und für "Härtefälle" liegt bei mir ein SparOne herum mit einer nicht ablaufenden SIM-Karte für Telefonie.
Endlich ein guter Prepper-Tip. Trotzdem - ich rechne weniger mit der Naturkatastrophe - wenn die in Wien käme, ist eh alles egal - sondern mit dem, was hier schon passiert ist.

Insofern: Ziel erreicht. Und günstiger ist es auch als der antiquierte Dreck der zu nichts zu brauchen ist (ok, nichts stimmt so nicht, denn wenn alle Unsicherheitsfaktoren doch klappen, dann kann man zumindest telefonieren damit. Für einen Krisenfall ist mir das dann halt doch zu wenig, mich für ein Telefonat auf so ein Festnetz verlassen zu müssen).
Die älteren unter uns haben noch erlebt, wie ein A1-SMS-Gateway unter der Last von Nachrichten zu Sylvester eines gewissen Jahres eingegangen ist. Die Hälfte der Teilnehmer hier war da vermutlich noch nicht einmal in Abrahams Wurschtkessel, wie der Wiener so schön sagt.
 

derFlo

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
2.598
929
Entschärft wird das Ganze allerdings wenn es nur um die Notruf-Erreichbarkeit geht. Denn - wie sicher vielen hier bekannt - braucht man für den Euro-Notruf 112 gar keine SIM-Karte oder eine Verfügbarkeit des eigenen Netzes. So ein Anruf wird vom GSM-Gerät im Zweifelsfall einfach über das nächstbeste empfangsbereite Netz durchgeführt.
Bringt halt nach spätestens ein paar Stunden Stromausfall auch nix mehr (selbst schonmal bei der Arbeit erlebt, da ging nach 30min schon nichts mehr).

Schon mal über Satellitentelefon nachgedacht? ;) Die funktionieren bei Black Out nämlich auch nicht ...
Natürlich funktionieren die auch weiterhin. Die haben im Normalfall deutlich mehr als nur eine Gegenstelle wieder am Boden herunter und zumindest die Erdefunkstelle von A1 kommt 3 Tage mit Akkupuffern und Generatoren durch (inklusive Bezugsrechte für weiteren Sprit, etc.).
Das schafft halt kein Mobilfunksender.

Hier an meinem ehemaligen "Festnetz-Standort" sind es 4 Sendestationen alleine von A1.
Wenn du Glück hast und in einem etwas dichter versorgten Gebiet Österreichs wohnst, dann ja. Für 90% der restlichen Fläche von AT hast das halt auch nicht.
 

sebinity

Mobilfunk Teilnehmer
11 Dez 2018
266
196
Ausfallsicherheit ist halt keine Priorität mehr von A1. Früher hatte mal jedes einzelne Wählamt Puffergeneratoren mit Spritvorrat für Wochen, die die Festnetztelefone fernspeisen konnten. Heute sind sie wahrscheinlich - wenns hoch her geht - bei zwei verschiedenen Stromlieferanten angeschlossen.

Aber das macht ja eh nix, denn die Pufferbatterien der Sendemasten geben nach zwischen 20 bis 40 Minuten den Geist auf, dann hilft dir nix, dass du noch Akku um Handy hast. Aber das gute ist, wie wir gerade gesehen haben, auch wenn die Sendemasten länger könnten, hat 122/133/144 eh das gleiche Problem, sehr beruhigend.

Das Ausfallsicherste ist sicher noch ein Satellitentelefon, aber wie gesagt, wahrscheinlich haben das alle anderen nicht. Bis vor wenigen Jahren war definitiv Festnetz das ausfallsicherste - weit vor Mobiltelefonen - aber heute, nach dem Sparkursen bei unseren Telekomanbietern, ist's egal weil's eh über IP läuft.

Gut, dass es Katastrophen ja heutzutage nicht mehr gibt :)
 

KOSH

Mobilfunk Teilnehmer
28 Mrz 2014
3.854
1.799
Sicher nur der Core Switch ausgefallen oder die License abgelaufen nach einen Security Update :)
 

maultier

Mobilfunk Teilnehmer
26 Mrz 2014
3.468
2.022
Ausfallsicherheit ist halt keine Priorität mehr von A1. Früher hatte mal jedes einzelne Wählamt Puffergeneratoren mit Spritvorrat für Wochen, die die Festnetztelefone fernspeisen konnten. Heute sind sie wahrscheinlich - wenns hoch her geht - bei zwei verschiedenen Stromlieferanten angeschlossen.
Ja das stimmt. Sehr viele Post/Telekom Wählämter haben sie ja verkauft und nur einen kleinen Raum für die Racks behalten. Bei den Plänen zu den Immobilien hat man gesehen das früher einen eigenen Raum für Batterien/Generator gegegeben hat und heute ist maximal eine kleinere USV im Rack. Und das sind irgendwelche Wählamter am Land und keine großen Knotenpunkte.

Handy hat halt auch den Vorteil das man eben beim Notruf alle Netze nutzen kann. Es gibt ja auch von A1 so einen Container der ein Inselhandynetz macht. Gab ja schon Übungen mit dem Bundesheer wo der Container dann mit dem Hubschrauber eingeflogen wird und dann auf Diesel mit Sat Uplink einige Zeit ein Gebiet versorgen kann. Sowas ist im Festnetz nicht möglich wenn die Leitungen zerstört sind oder so.

Und man sollte ja auch selbst etwas vorbereitet sein. Wenn man wirklich abgelegen wohnt kann man sich ja mit anderen Leuten in der Gegend absprechen und ein paar Funkgeräte verteilen. Gerade am Land kennen sich die Leute ja und wenn dann einer der in der Nähe vom Arzt/Feuerwehr wohnt eines hat kann der im Notfall dann direkt hin und sie alarmieren. Da muss man auch nicht unbedingt Amateurfunker werden. Billige PMR Walkie Takies gehen im Freien schon einige Kilometer.
 

derFlo

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
2.598
929
Ja das stimmt. Sehr viele Post/Telekom Wählämter haben sie ja verkauft und nur einen kleinen Raum für die Racks behalten. Bei den Plänen zu den Immobilien hat man gesehen das früher einen eigenen Raum für Batterien/Generator gegegeben hat und heute ist maximal eine kleinere USV im Rack. Und das sind irgendwelche Wählamter am Land und keine großen Knotenpunkte.
Auch die ARUs gehören hier mal erwähnt - auch die werden nicht ewige Akkulaufzeiten haben...
 

AlpenoStrand

Mobilfunk Teilnehmer
24 Okt 2018
220
123
Weiß man jetzt eigentlich schon was genau der Grund des Ausfalls war?

Für uns als Unternehmen mit Telefonanschluss über LWL bei 3Business war es interessant dass wir zwar problemlos raustelefonieren konnten (90% unsere Anrufe gehen ins Ausland), wir aber extern nicht erreichbar waren. Sieht für mich ja eher wie ein Routing Problem bei A1 aus.
 

derFlo

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
2.598
929
Weiß man jetzt eigentlich schon was genau der Grund des Ausfalls war?
Kommuniziert wurde eine Hardwarestörung. Allerdings wundert es mich schon, dass gleich österreichweit alles steht (inklusive Notrufe), nur weil ein Hardwareteil eingeht.
Ich gehe aber trotzdem davon aus, dass diese Störung bei einem Betreiber wesentlicher Infrastruktur doch auch ein Nachspiel geben wird (Stichwort NISG). Wie man den Ausfall eines Hardwareteils mit derartigen Auswirkungen rechtfertigen kann, wird spannend werden.

Für uns als Unternehmen mit Telefonanschluss über LWL bei 3Business war es interessant dass wir zwar problemlos raustelefonieren konnten (90% unsere Anrufe gehen ins Ausland), wir aber extern nicht erreichbar waren. Sieht für mich ja eher wie ein Routing Problem bei A1 aus.
Es kann schon sein, dass A1 für 3 Voice-Transfer-Dienste anbietet bzw. 3 auch Telefonate anderweitig vermittelt. Zumindest die Anrufer, die dann über A1 hereinkommen, haben dann Pech.
Dazu habe ich bei 3 aber zu wenig / keinen Einblick...
 

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