Bei Rufnummernmitnahme automatische Kündigung

Mit 1. Mai 2022 tritt der zweite Teil des TKG 2021 in Kraft. Mit der vollständigen Umsetzung des TKG 2021 gibt es nun auch eine bedeutende Neuigkeit: Bei der nun kostenlosen Rufnummernmitnahme wird der alte Vertrag automatisch gekündigt. Einzige Ausnahme, falls der Kunde ausdrücklich eine Fortsetzung des bisherigen Vertrags wünscht:

Der Vertrag zwischen dem Endnutzer und dem abgebenden Anbieter endet automatisch mit erfolgreichem Abschluss der Nummernübertragung, es sei denn, der Endnutzer verlangt ausdrücklich eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses. – TKG 2021, § 119 Abs. 2

Beim Mobilfunkanbieter spusu freut man sich über die Gesetzesänderungen, da diese den Anbieterwechsel erheblich erleichtert:

Mobilfunkkunden wollen einen Tarif, der zu ihren Bedürfnissen passt und leistbar ist. Und wenn ihr bisheriger Anbieter zu teure Tarife anbietet, sollten sie ohne große Hürden ihren Mobilfunkanbieter wechseln können. Das ist nur fair. – Franz Pichler, Eigentümer und Geschäftsführer von spusu

Auch Maximilian Schirmer vom Vergleichsportal tarife.at begrüßt die Gesetzesänderung im Sinne der Konsumentenfreundlichkeit:

Zuletzt hatten Rufnummernportierung und Kündigung separat zu erfolgen. Das war aufwändig und fehleranfällig. Dank der Novellierung bewirkt die Portierung die Kündigung des alten Tarifes jetzt vollkommen automatisch. Wir begrüßen diese konsumentenfreundliche Änderung, dank derer etlichen KundInnen mühselige Komplikationen fortan erspart bleiben. – Dipl.-Ing. Maximilian Schirmer, Geschäftsführer von tarife.at

Kritik & Warnung des LTEForums

Trotz Vorteile auf den ersten Blick dürfte die Änderung für den einen oder anderen doch überraschend kommen. Bei der Beantragung einer Rufnummernportierung sollte man sich künftig genau überlegen, ob man den Altvertrag nicht doch noch behalten möchte, weil man dort z.B. noch über Guthaben verfügt oder eine Restbindung besteht. Nicht in jedem Szenario wird eine automatische Kündigung das beste Ergebnis im Sinne des Konsumenten sein.

Es stellt sich die Frage, warum man die Konsumenten nicht explizit zwischen den beiden Möglichkeiten wählen lässt und stattdessen standardmäßig eine Variante automatisch umsetzt (bis 1.5. das Weiterbestehen des Vertrags und seit 1.5. nun die automatische Kündigung des Vertrags). Bei beiden Vorgehensweisen wird es Fälle geben, wo die Standardwahl nicht im Interesse des Kunden ist.

Die automatische Kündigung des Altvertrages bei Portierung der Rufnummer ab 1. Mai 2022 finde ich

  • gut

    Stimmen: 39 37,9%
  • neutral

    Stimmen: 34 33,0%
  • schlecht

    Stimmen: 30 29,1%

  • Umfrageteilnehmer
    103
13 Mai 2014
3.091
2.440
Nun, aufgrund dieser Passage:

es sei denn, der Endnutzer verlangt ausdrücklich eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses.“

ändert sich wohl nicht ganz so viel, außer dass es jetzt umgekehrt läuft (bis dato musste man ja explizit die Kündigung verlangen).

Für den Großteil der Kunden macht das auch mehr Sinn, wir hier sind gewarnt und werden in Zukunft wohl die Fortführung beauftragen (mittels Ankreuzens am Formular)
 
27 Juni 2019
5.190
2.919
Eine automatische Kündigung des bisherigen Vertrages wird wohl in den seltensten Fällen auch wirklich schlau sein. Das ist ja nur dann finanziell problemlos möglich, wenn da keine Bindung mehr besteht, oder der Kunde tatsächlich auf die letzten Tage des Leistungsanspruches verzichten will. Für die Mobilfunkanbieter hat diese Version natürlich den Vorteil, dass sie keine Ersatzrufnummern mehr zuteilen müssen, die dann nach wenigen Tagen der "Nutzung" zwar verfallen aber wieder ewig im Pool liegen bleiben müssen, ehe sie erneut vergeben werden können.
 
Zuletzt bearbeitet:
1 Dezember 2020
400
417
Das scheint mir eine Hilfe für Leute zu sein, die sich selbst nicht zu helfen wissen.

Es wird also vielen einen Vorteil bringen
 

sdg

25 Juni 2018
348
207
Also vor einigen Jahren wurde dieses Vorgehen (automatische Kündigung des Vertrages bei Nummernportierung) noch als illegal deklariert. Interessant, dass es sich jetzt wohl dreht...
 
26 September 2017
305
138
die Geschichte ist spannend wenn man eine Nummer wegportiert aber noch ein Jahr Restbindung besteht - da wird dann alles auf 1 x fällig

könnte ja sein dass die Karte als Datenkarte oder im Familienverband weiterverwendet wird (macht ja Sinn bei Restbindung)
 
9 April 2014
1.210
931
es ist halt ein Dilemma ...
ein Teil der Bevölkerung sieht den Vertrag ganz klar mit der Rufnummer verbunden und erwartet damit mit der Portierung automatisch auch die Auflösung des Vertrages zum abgebenden Provider 🙈...
der andere Teil der Bevölkerung kann und will das ganz klar getrennt betrachten :rolleyes: ...


leider fehlt in der Verordnung, die ganz klare rechtliche Verpflichtung des neuen Providers ausdrücklich auf alle Auswirkungen der Portierung beim abgebenden Provider hinweisen zu müssen (Restlaufzeiten, Kündigungsfristen, Abschlagszahlungen) ...
der Passus "wobei der aufnehmende und der abgebende Anbieter nach Treu und Glauben zusammenzuarbeiten haben" lässt da wieder sehr viel Interpretationsspielraum und wird von den Providern wohl wieder zum Nachteil des Kunden ausgelegt werden ...
 
17 Dezember 2021
383
182
Genau das ist der Punkt @pc.net.
Wie sieht es mit Internetzugängen aus (eigentl. egal ob Fest oder Mobil)?
Heute wird ein Internetanschluß verkauft und man bekommt optional eine Festnetznummer dazu (genau das Gegenteil zu dem wie es früher war und nun sinnlos verordnet wurde wo es inzwischen obsolet ist).
Eigentl. hat Festnetztelefonie gar nichts mehr mit dem Internetzugang zu tun, außer daß es wie zig andere Verträge halt auch Internet nutzt (div. TV-Abos, Spiele, Cloudspeicher, Domain- und Mail-Anbieter, VPN-Provider, App-Anbieter usw.).
Daher müßte erst einmal klar sein, was eine Nummernportierung und was eine Portierung (wobei hier ein anderer Ausdruck wie etwa Übertragung hilfreich wäre) des Internetanschlusses sind und jeweils bedeuten oder für Auswirkungen haben können.

Es sollte eindeutig zwischen diesen beiden Diensten (Telefonie, Internetzugang) unterschieden werden und keinerlei Kopplung des einen mit dem anderen mehr erfolgen!
Wobei man eine Rufnummernportierung immer als solche sehen sollte OHNE jegliche Vertragänderung (die Nummer wird dabei nur ausgetauscht und die bestehende zur Nutzung wo anders freigegeben).
Leider gibt es aber noch immer eine faktische Kopplung der beiden Dienste, solange es POTS gibt.
Und im Mobilfunk immer Rufnummern benötigt werden auf einer SIM, obwohl dies für Internetzugänge ja nur aus den seinerzeitigen Specs resultiert und heute keinerlei Bedeutung mehr hätte.
 
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22 März 2014
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1.220
Ganz blöde Frage, wie läuft es dann bei einer Wertkarte? Diese ist ja im Grunde auch ein Vertrag, nur mit anderen Zahlungsmodalitäten, den man kündigen kann. Bisher wird es wohl so gewesen sein, dass es den meisten egal war und die Karte bis zum Ende der Gültigkeit liegen blieb. Konkret würde ich eine Nummer von YESSS zu Drei Up3 portieren. Auf YESSS sind aber 80! Euro Guthaben Rest von diversen Nutzungen. Großteils war sie Nummernparkplatz.

Natürlich hätte ich im Sinn, das Guthaben noch zu nutzen als Datensim, wo es keine Rolle spielt, welche Rufnummer ich bekomme. Kann ich das über die App wagen, oder wäre es vielleicht besser das über den Service-Chat abzuwickeln? Mir geht es nur darum nicht dem Restguthaben hinterherlaufen zu müssen.
 
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