Mobilfunk Handy-Wertkarte Registrierung 2019

Mit 1. Jänner 2019 tritt die gesetzliche Identifizierungspflicht für alle Wertkartenkunden in Kraft. Neukunden müssen sich ab 1.1.2019 registrieren, bereits 2018 aktive Wertkarten-Kunden haben noch bis 1.9.2019 Zeit sich zu registrieren, falls sie danach noch Guthaben aufladen möchten.

Wann ist eine Identifizierung erforderlich?

Für die Aktivierung einer neuen Mobilfunk-Wertkarte ist per Gesetz ab dem 01.01.2019 eine Identifizierung mit gültigem Lichtbildausweis notwendig. Erst nach erfolgreicher Registrierung kann die SIM-Karte genutzt werden.

Auch bestehende Wertkartenkunden müssen sich identifizieren. Eine Aufladung ohne Identifizierung ist ab dem 01.09.2019 nicht mehr möglich. Noch vorhandenes Guthaben kann theoretisch ab 01.09.2019 bis zum Ende der Gültigkeit der benutzten Wertkarte verwendet werden. Danach soll es in Österreich keine anonymen Wertkarten mehr geben.

Wie läuft die Registrierung bzw. Identifizierung ab?

  1. Schritt „Registrierung“: Der Mobilfunkanbieter muss folgende Daten des Kunden erfassen: Vor- und Nachname, akademischer Grad und Geburtsdatum.
  2. Schritt „Identifizierung“: Zur Überprüfung der angegebenen Daten muss ein gültiger Lichtbildausweis vorgewiesen werden. Abhängig vom Mobilfunkanbieter werden in der Regel folgende Dokumente akzeptiert: Österreichischer Führerschein, Personalausweis, Reisepass, Behindertenausweis, Diplomatenausweis oder Verfahrenskarte vom Bundesasylamt.

Wie kann man sich registrieren bzw. identifizieren? 

  • A1: Die Identifikation/Registrierung für A1 Wertkarten soll spätestens ab 1.1.2019 möglich sein. Mehr Details …
  • yesss! wird ab 1.1.2019 die Registrierung bei ausgewählten Handelspartnern und eine Online-Registrierung anbieten. Mehr Details zur yesss! Wertkarten Registrierung …
  • T-Mobile: Vor Ort in ausgewählten T-Mobile Shops. Voraussetzung: Persönlich mit amtlichen Lichtbildausweis sowie SIM-Karte oder PUK-Code. Ab 2019 soll auch eine Online-Identifizierung rund um die Uhr möglich sein. Mehr Details bei T-Mobile …
  • tele.ring: Vor Ort in den tele.ring Shops. Voraussetzung: Persönlich mit amtlichen Lichtbildausweis sowie SIM-Karte oder PUK-Code. Ab 2019 soll auch eine Online-Identifizierung rund um die Uhr möglich sein. Mehr Details bei tele.ring …
  • HoT: Registrierung in Hofer-Filialen mit Lichtbildausweis. Online-Registrierung unter www.hot.at/registrierung-vorteile.html
  • Drei: Ab Mitte Dezember ist eine Registrierung der 3 Wertkarten in den 3 Shops möglich. Ab Ende Jänner 2019 können sich die Kunden auch in der eigenen Drei Wertkarten App online registrieren.  Mehr Details …

In welchen Fällen muss die Identifikation erneut durchgeführt werden?

Bei jeder Änderung der Personendaten (zum Beispiel Namensänderung nach Eheschließung) ist die Identität erneut zu prüfen. Bei einer ausschließlichen Änderung der Adressdaten (z.B. Umzug an eine neue Wohnadresse) ist dies jedoch nicht erforderlich.

telephon

Mobilfunk Teilnehmer
Nov 20, 2018
87
29
#3
Ich warte ja nur darauf, dass diese Regelung vom VfGH als verfassungswidrig wieder aufgehoben werden wird. Während nämlich einerseits international kein Nutzen registrierter Wertkarten gegenüber unregistrierter Wertkarten beim Ziel der Verbrechensaufklärung oder gar der Prävention attestierbar ist, wird durch den Verwaltungsaufwand und die entstehenden Kosten, werden sie auch teilweise durch den Bund getragen werden, der Wertkartenmarkt schrumpfen. Das Marktregulierungsziel wird damit konterkarieret. Auch die MRK-Grundrechte auf Achtung des Familien- und Privatlebens sind beeinträchtigt (Etwa, wenn Simkarten auf die Eltern unmündigen Kinder registriert werden, was de facto auch ein nach der DSGVO falsches personenbezogenes Datum ergibt; oder der Weiterverkauf eines Startpakets, wenn die Netzqualität für den Erwerber nicht ausreichend ist, und ein Rechtsanspruch auf Rückgabe nicht vorgegesehen ist oder im Bagatellbereich liegt.). Weiters wird damit in den Handel mit Startpaketen etwa bei Touristen eingegriffen. Das kann als Maßnahme gleicher Wirkung gelten, und so den Binnenmarkt behindern, denn der Erwerb von roamingfähigen österreichischen Startpaketen durch EU-Ausländer wird damit behindert. Lustig wird das dann mit mit Wertkartenprodukten für 5G oder -weniger wahrscheinlich: M2M ...
 

rage4

Mobilfunk Teilnehmer
Jul 5, 2014
1.909
940
#4
Weiters wird damit in den Handel mit Startpaketen etwa bei Touristen eingegriffen. Das kann als Maßnahme gleicher Wirkung gelten, und so den Binnenmarkt behindern, denn der Erwerb von roamingfähigen österreichischen Startpaketen durch EU-Ausländer wird damit behindert.
T-Mobile, Telering, SBM und HoT verlangen bereits seit 2017 eine Registrierung ihrer Wertkarten um diese ohne Preisaufschlag in der EU nutzen zu können und haben sich damit einiges an Verlusten erspart. Als "EU-Ausländer" zahlt man jetzt schon fürs Roaming kräftig drauf.

Die "gesetzliche Registrierungspflicht" hat auch einige Vorteile für die Betreiber......
- 80 % der Kosten übernimmt der Steuerzahler
- für einen Rückgang bei den Wertkartenkunden kann man den Gesetzgeber verantwortlich machen, ebenso für die "Unannehmlichkeiten"
- Simkarten bleiben länger "aktiv" bzw. sinkt die Kündigungsquote, daher weniger Kosten
- einige Kunden werden wohl auf Vertragstarife wechseln

mfg
 

telephon

Mobilfunk Teilnehmer
Nov 20, 2018
87
29
#5
T-Mobile, Telering, SBM und HoT verlangen bereits seit 2017 eine Registrierung ihrer Wertkarten um diese ohne Preisaufschlag in der EU nutzen zu können und haben sich damit einiges an Verlusten erspart. Als "EU-Ausländer" zahlt man jetzt schon fürs Roaming kräftig drauf.
Das ist es ja gerade. Als Tourist kauft man sich einfache eine Wertkarte, wenn man ins Ausland fährt. Wer nach Österreich kommt, und sich hier eine Datenwertkarte oder dgl. für seine zwei Wochen hier kauft, wird auch noch mit Registrierungsklimbim behelligt.

Wer im Rahmen der Personenfreizügigkeit oder im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit eine österreichische SIM benötigt, wird somit durch das Prozedere behindert beim Erwerb behindert. Der freie Warenverkehr ist umgekehrt auch betroffen, allerdings eher im Sinne der Inländerdiskrimierung gegenüber ausländischen Roamingnutzern, aber auch direkt, wenn österreichische SIMs im (EU-)Ausland verkauft würden. Was ja legitim ist, etwa im Rahmen von Reisevorbereitungen. Wie auch immer - im Endeffekt wir sachliches Gleiches ungleich und sachlich Ungleiches somit gleich behandelt. Der Nutzen für die Sicherheit ist aber überschaubar gering, eher wird ein Schwarzmarkt für Karten entstehen, oder Leute werden vergessen, die Daten zu aktualisieren, wenn etwa die Ex-Freundin mit der auf den Ex-Freund registrierten SIM davonzieht... Da auf eine konsistente Datenpflege zu hoffen ist genauso verfehlt, wie bei der zumindest halbjährlichen Überprüfung von geographisch gebundenen Nummern im Zusammenhang mit VoIP. Hauptsache die Verwaltungskosten steigen - wieder eine Rechtfertigung mehr für SIM-Pauschalen und monatliche Aktivierthaltungsentgelte usw.
 
Zuletzt bearbeitet:

traunseer

Mobilfunk Teilnehmer
Dez 6, 2016
133
91
#6
In Deutschland ist es ja noch viel schlimmer. Wenn man eine Wertkarte anmelden will, muss man eine deutsche Wohnsitzadresse angeben - gut ich habe eine angegeben, die es zumindest wirklich gibt :oops:
 

rage4

Mobilfunk Teilnehmer
Jul 5, 2014
1.909
940
#8
"Die Verordnung ist fertig und befindet sich in der Spiegelung", heißt es auf Anfrage der "Presse" aus dem BMVIT am Donnerstag. Das bedeutet, dass es zur letzten Begutachtung im Spiegelministerium, in dem Fall im Innenministerium, zur Begutachtung liegt. Im BMVIT geht man davon aus, dass sie in einer Woche veröffentlicht werde.


https://diepresse.com/home/techscie...rten_Minister-Hofer-laesst-Mobilfunker-warten

Endlich ein Artikel der etwas genauer auf die aktuelle Lage eingeht. Danke ! mfg
 

McMephistoXXL

Mobilfunk Teilnehmer
Apr 17, 2014
440
251
#9
Das ist es ja gerade. Als Tourist kauft man sich einfache eine Wertkarte, wenn man ins Ausland fährt. Wer nach Österreich kommt, und sich hier eine Datenwertkarte oder dgl. für seine zwei Wochen hier kauft, wird auch noch mit Registrierungsklimbim behelligt.
Ach ja? Das hängst aber sehr(!) stark davon ab wohin du in der EU fährst ! Sehr viele Länder hast du da aber nicht mehr zur Auswahl ;)
Siehe Grafik unten, Quelle dazu hier

Den Aufschrei bzgl. Aufwand verstehe ich, aber ich kann nicht nachvollziehen, wo das Problem bei "ich muss unbedingt eine anonyme Telefonnummer haben" liegt. Dann registriere ich eben meine 4 Wertkarten, und wenn ich zum Verkaufen bei z.B. willhaben.at so eine Nummer angebe und nur für die Dauer eines Angebots bis zur endgültigen Abwicklung erreichbar sein will, dann nutze ich das auch weiterhin so. Für mich ändert sich da nichts.
Es mag wirklich viele Einsatzgebiete für Wertkarten geben, aber ich werde mein Verhalten deshalb nicht wirklich ändern.
Wenn man eine anonyme Rufnummer haben möchte (warum auch immer), dann wird man sich auch den Aufwand antun - Terrorschutz ist es keiner, das sehe ich auch so, aber ich weiss dann zumindest wenn mich eine österreichische Rufnummer anruft, dass da ein (hoffentlich) registrierter Ansprechpartner dahinter verbirgt, egal ob Vertrag oder Prepaid. Belästigungen ("Stalking") und andere "anonyme" Tätigkeiten könnten da ev. schwieriger werden, unmöglich ist es natürlich nicht.

prepaid.JPG
 

telephon

Mobilfunk Teilnehmer
Nov 20, 2018
87
29
#10
https://derstandard.at/200007501525...ierung-will-Millionen-Sim-Karten-registrieren

Zitat daraus: „Tschechien, Neuseeland, Kanada, Rumänien, Großbritannien und die EU-Kommission haben die Maßnahme analysiert und sich aufgrund der fehlenden Belege dagegen entschieden. Nach den Terroranschlägen in London 2005 hat sogar eine eigene Kommission von Sicherheitsbehörden diese Maßnahme geprüft und, weil es keine Belege für die Nützlichkeit für die Sicherheit gab, von einer Einführung abgeraten.“

Der Abschnitt zu Mexiko ist auch lesenswert.

Wenn schon die EU-Kommission keinen Nutzen erkennt, dann darf man sich fragen, wieso es dann dennoch geschieht.

Es folgt Ironie

Ad Verbrechen mit Simkarten - dann sollten wir Küchenmesser auch registrieren lassen, denn das Küchenmesser ist die häufigste Tatwaffe; Schraubenzieher und Hämmer sind auch gefährlich. Noch besser - wir brauchen eine verpflichtende Vorab-Lenkerauskunft bei jedem Betanken eines Fahrzeugs, denn Kraftfahrzeuge sind an sich gefährlich.

Aber man darf nicht über alles schimpfen. So wird das Waffengesetz für legale Waffenbesitzer etwas gelockert.
Ich würde aber empfehlen, dass das Handy in Hinkunft verdeckt zu tragen, und es wäre ein verpflichtender Handyführerschein einzuführen. Keine Handys mehr an Unter-18-Jährige!

Ironie Ende.