Netgear M2 (MR2100) Review

Netgear Nighthawk M2

Der mobile Router Netgear Nighthawk M1 war unter den LTEForum Usern äußerst beliebt. Das Diskussionsthema im LTEForum zum Netgear M1 enthält mehr als 1.700 Beiträge. Seit einigen Wochen ist nun mit dem Netgear Nighthawk M2 auch schon der Nachfolger am Markt, welchen wir uns in diesem Artikel näher widmen:

Netgear Nighthawk M1 Netgear Nighthawk M2
Modem Qualcomm Snapdragon-X16-Modem Qualcomm Snapdragon-X24-Modem
LTE Cat. LTE Cat. 16 bis zu 1 GBit/s Download LTE Cat. 20 bis zu 2 GBit/s Download
MIMO 4 x 4 MIMO 4 x 4 MIMO
CA 4-fach Carrier Aggregation bis zu 10 gleichzeitige LTE-Streams 5-fach Carrier Aggregation bis zu 20 gleichzeitige LTE-Streams
256QAM DL / 64QAM UL CA 3C, 7C
LTE-Bänder Band 1/3/7/8/20/28/38/40/41
WLAN 802.11a/b/g/n/ac, dual-band 2.4GHz & 5GHz
LAN Gigabit-LAN (bis zu 500 Mbit/s) Gigabit-LAN-Anschluss
Akku 5.040 mAh wechselbarer Akku
Antenne zwei TS9 Buchsen für LTE-Antennen
Display 2,4“ Display 2,4“ Touch-Display
Abmessungen 105,5 x 105,5 x 20,35 mm, 240 Gramm

Der Nighthawk M2

Netgear Nighthawk M2 Anschlüsse
2x Antennenanschlüsse, USB-A, USB-C und LAN

Der Netgear Nighthawk M2 zählt wie schon sein Vorgänger M1 zur Kategorie der mobilen LTE Hotspot Router mit integriertem Akku. Dank seiner leistungsfähigen Hardware kommt er aber häufig auch stationär zum Einsatz. Ein Betrieb mit Netzteil und ohne Akku ist ebenso möglich. Gegenüber Smartphones mit Hotspot-Funktion bietet er den Vorteil, dank ausgefeilter Antennentechnik und optionaler externer Antennenanschlüsse, in der Regel eine höhere Datenrate und besser Leistungsfähigkeit bei schwacher Verbindung erzielen zu können.

Was ist neu?

Der M2 verspricht dank dem neuen Qualcomm Snapdragon Modem nun eine theoretische Übertragungsrate von bis zu 2 GHz. Das neue größere Display erlaubt nun auch eine Bedienung über Touch und das Verändern einiger Einstellungen direkt am Gerät. Es handelt sich um eine konsequente Weiterentwicklung des Erfolgsrezepts des Vorgängers M1 mit Verbesserungen in einigen Bereichen.

Die Inbetriebnahme

Netgear Nighthawk M2 SIM
SIM-Karten Slot des M2

Eigentlich geht die Inbetriebnahme ganz einfach: SIM-Karte und Akku einsetzen und einschalten. Nach dem Booten mit unser Magenta Telekom SIM schlägt der Router automatisch die richtigen APN-Einstellungen vor. Der M2 erkennt sogar SIM-Karten von Diskontern (wie z.B. HoT) korrekt, alternativ können die APN Einstellungen aber natürlich auch manuell eingetragen oder geändert werden.

Die integrierte Funktion zum Empfangen und Senden von SMS erweist sich beim Empfang von Aktivierungscodes als äußerst hilfreich. Und für die Erstverbindung mittels WLAN zeigt der Router die SSID und das WLAN-Passwort am Display an. Allerdings empfiehlt sich wie immer aus Sicherheitsgründen ein Ändern des Standard-Passworts.

Die Verbindungsarten (LTE)

Wie schon der Vorgänger M1 unterstützt der Netgear Nighthawk M2 alle wichtigen europäischen Netzstandards und Frequenzbänder inkl. der Möglichkeit bis zu fünffacher Carrier Aggregation (CA) und 4×4 MIMO. Ein Blogger aus Finnland hat alle theoretisch möglichen Kombinationsmöglichkeiten aufgelistet und kommt auf 309 (im Vergleich zu 121 vom M1).

Ist der Empfang schwach oder möchte man diesen noch weiter optimieren, kann man an den zwei TS9-Antennenanschlüssen auch eine externe LTE-Antenne mit besseren Leistungswerten anschließen. Man sollte bei der Auswahl jedoch darauf achten, dass diese die gewünschten Frequenzbänder abdeckt.

Bezogen auf die LTE-Abdeckung in Europa bleiben somit kaum Wünsche offen, nur für einen Einsatz außerhalb Europas sollte man sich besser vorab über die dort genutzten Frequenzen informieren. Netgear produziert für die USA und Australien jeweils angepasste Version des M2 mit besserer lokalen Frequenzunterstützung.

Auffällig abwesend ist die Unterstützung für die neue Mobilfunkgeneration 5G. Zur Zeit ist jedoch die Auswahl an 5G-Router am Markt noch recht gering und bei den wenig verfügbaren handelt es sich um große stationäre Geräte. Sowohl Huawei als auch Netgear haben aber bereits entsprechende mobile 5G-Hotspots angekündigt.

Die Verbindungsarten (Netzwerk)

Das integrierte WLAN-Modul lässt sich für den Betrieb mit 2.4 GHz, 5 GHz oder Dual-Band (2.4 + 5 GHz) konfigurieren. Bei der WLAN Reichweite stehen zwei Einstellungsmöglichkeiten zur Wahl: Kurz oder Lang. Der Kurz-Modus ist für typische Situationen gedacht, bei denen der mobile Hotspot direkt neben dem PC/Laptop/Tablet/Smartphone steht. Die Modus „Lang“ bietet mehr Reichweite, verbraucht aber auch mehr Strom und ist besser für stationäre Einsatzzwecke geeignet. In beiden Modi können sich bis zu 20 Geräte mit dem Router gleichzeitig verbinden.

In der österreichischen Praxis wird man mit der Verbindungsgeschwindigkeit über WLAN meist auskommen. Um die volle theoretische Leistungsfähigkeit des Routers abzurufen, müsste man ihn aber über USB-C verbinden, über den das Gerät auch geladen werden kann. Alternativ steht auch noch ein verbauter Gigabit-LAN-Anschluss zur Verfügung. Beim Vorgänger M1 war dieser allerdings auf max. 500 Mbit/s limitiert.

Mittels verbauter USB-A 3.0 Schnittstelle können USB-Sticks oder externe Festplatten angeschlossen werden. So lässt sich der Hotspot zusätzlich zum Medienserver bzw. NAS erweitern.

Das Display

Netgear M2 Display

Auf dem neuen Touch-Display werden am Homescreen der Akkustand des großen 5.040 mAh Akkus dargestellt, die Signalstärke und der Name des verbundenen Mobilfunknetzes samt Verbindungsart (z.B. 4G+ für LTE-Advanced). Optional lassen sich auch der WLAN-Name und das WLAN-Passwort anzeigen, um sich schnell mit dem Router verbinden zu können.

Als ein weiteres nützliches Feature erweist sich die Anzeige des Datenverbrauchs. In den Einstellungen des Netgear Nighthawk M2 lässt sich das monatliche Kontingent des Mobilfunktarifs und der jeweilige Abrechnungsstichtag eintragen. So behält man den Überblick, wie viel man während der Abrechnungsperiode bereits in etwa verbraucht hat.

Die Einstellungsmöglichkeiten

Die Konfiguration kann entweder direkt am Router über das Touchdisplay, über den Browser mittels 192.168.1.1 (per USB-C oder LAN) oder über die mobile Netgear Mobile App für iOS und Android per WLAN erfolgen.

Netgear Web Diagnose
Diagnose Statistik

Neben zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten sind die Menüpunkte „Netzwerk“ und „Diagnose“ interessant. Unter Netzwerk findet man Informationen zur Verbindungsart (z.B. LTE), der IPv4 / IPv6 Adresse, Gateway und Submaske sowie zur übertragenen Datenmenge. Im Diagnose-Menü findet man nützliche Infos zu RSRP, RSRQ und Signal-Rauschabstand sowie dem genutzten Frequenzband, MCC, MNC, LAC, RAC, Cell-ID, MNC-Format und der Kanalnummer.

Die erweitere Einstellungsmöglichkeiten

Netgear Nighthawk M2 Einstellungen
Einstellungen: begrenzte Bandauswahl

Einen großen Wermutstropfen gibt es jedoch für alle Profis. Leider fehlt die Möglichkeit die zu nutzenden Frequenzbänder zu fixieren. Konnte man beim Vorgänger M1 noch inoffiziell über den Zugriff mittels Telnet die gewünschten LTE-Bänder festlegen, wurde in der M2 Firmware bis jetzt noch keine Telnet Zugriffsmöglichkeit gefunden.

Zur Leistungsfähigkeit

In unserem Vergleichstest mit einem Apple iPhone XS Max erzielte der Netgear Nighthawk M2 fast immer höhere Übertragungsgeschwindigkeiten im Down- wie Upload sowie eine bessere Signalstärke. In den wenigen Fällen, in denen das nicht der Fall war, war der Abstand sehr gering und dürfte auf die Messtoleranz sowie den zeitlichen Abstand zwischen den Vergleichsmessungen (und der aktuellen Zellauslastung) zurückzuführen sein. Der mobile Hotspot Router ist auf Höchstleistungen getrimmt und bei der Datenübertragung wahrscheinlich jedem aktuellen Smartphone überlegen und konkurriert vielmehr mit wesentlich größeren stationären LTE-Routern, wobei er diesen dank seiner modernen Technik und dem verbauten Chipsatz meist ebenfalls überlegen oder zumindest ebenbürtig ist.

Unser Fazit

Die gute Nachricht zuerst: Schon der Vorgänger M1 konnte durch sehr gute Empfangswerte überzeugen und der Nighthawk M2 enttäuscht hier nicht. Der weiterentwickelte M2 ist technologisch gesehen beeindruckend und das Touchdisplay erlaubt es Einstellungen direkt am Gerät selbst zu ändern.

Aufgrund des vergleichsweise höheren Preises (UVP: 429 Euro) und der derzeit fehlenden Möglichkeit des Telnet Zugriffs sowie den andererseits ausgezeichneten Anleitungen und Hilfestellungen für den Vorgänger Nighthawk M1 ist dieser noch immer eine ebenso interessante Alternative.

Als technologisches Highlight und vermutlich „Endausbaustufe“ eines reinen LTE-Routers kann der Netgear Nighthawk M2 überzeugen, auch wenn sich so mancher technisch-versierte Nutzer manuelle Einstellungsmöglichkeiten zum Fixieren der Frequenzbänder wünschen würde. Einsteiger oder Gelegenheitsnutzer können sich jedoch problemlos auf den Automatikmodus verlassen.

Mehr Details:

Der Redaktion von LTEForum.at wurde der Netgear Nighthawk M2 zu Testzwecken von Netgear zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt.

mensa

Mobilfunk Teilnehmer
19 Apr 2016
418
47
Gibt's da nicht sogar schon einen Nighthawk mit 5G? Oder wäre das eh dieser hier?
 

lfile

Mobilfunk Teilnehmer
10 Mai 2014
1.259
1.020
Den Netgear Nighthawk M2 gibt es laut Geizhals ab 422 Euro. Das ist schon a bisserl heftig :oops:
Aber das "haben wollen" wäre da ...
 

Schuttwegraeumer

Mobilfunk Teilnehmer
1 Jan 2015
1.768
478
Was kann der denn so gut besser wie der M1?
Ok, 5CA statt 4CA.
Aber was nutzt das bei uns?
Beim Upload kann er genau das gleiche wie der M1.
Gehäuse ist empfindlicher.
Viel teurer.

Kann mal wer per USB Kabel nachschauen welche Bänder der unterstützt?

AT!BAND=? müsste der Befehl sein.
 
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Reaktionen: EDGE-Surfer

maultier

Mobilfunk Teilnehmer
26 Mrz 2014
3.434
1.992
Ok, 5CA statt 4CA.
Aber was nutzt das bei uns?
Beim Upload kann er genau das gleiche wie der M1.
Bei uns zahlt sich sowas gar nicht mehr aus.

4CA ist vielleicht bei Magenta oder A1 an wenigen Sendern verfügbar. ZB 800+1800+2100+2600 MHz oder 800+1800+1800+2600 (Intraband CA bei A1 bis zum Jahresende). Bei dem Preis zahlt sich das gar nicht mehr aus und 5G steht vor der Türe.