HoT erhält Ausnahmegenehmigung zur Verrechnung von EU-Roamingaufschlägen

Dem Mobilfunkdiskonter HoT (im Netz von Magenta) wurde von der RTR eine Ausnahme von der EU-Roamingverordnung gewährt. Diese gilt vorerst befristet ein Jahr bis zum 18.12.2020.

Begründet wird die Ausnahme einmal mehr damit, dass das EU-Roaming die Tragfähigkeit des inländischen Geschäftsmodells gefährden könnte. Die RTR hat die Ausnahme für alle aktuellen und künftigen HoT-Tarife gewährt.

Anders als beispielsweise bei der vergangenen Ausnahmegenehmigung von spusu reduziert bzw. streicht HoT nicht das in der EU-nutzbare Inklusivvolumen, sondern kann die Preise nach Verbrauch des tariflich vereinbarten in der EU nutzbaren „Out of bundle“ Volumens erhöhen:

  • 0,0384 Euro pro Minute für abgehende „Out of bundle“ Anrufe
  • 0,012 Euro pro „Out of bundle“ SMS (inklusive Umsatzsteuer)
  • 0,0042 Euro pro „Out of bundle“ MB (inklusive Umsatzsteuer)

jeweils zusätzlich zum inländischen Endkundenpreis. Sollte aber das inkludierte Datenvolumen im Inland bereits ausgeschöpft sein, kann sich der zu zahlende Preis pro MB auf bis zu 0,0132 Euro erhöhen. Am größten dürften die Auswirkungen daher für den Standard-Tarif HoT flex (ohne inkludiertes Volumen) ausfallen.

Bei Kunden der anderen Tarife mit inkl. Volumen wären ohne Überschreitung keine Auswirkungen spürbar. Sollte HoT nicht zu viel schlechter Presse ausgesetzt werden, ist es durchaus denkbar, dass auch andere Diskontanbieter dem Beispiel von HoT folgenden werden und eine solche Ausnahme beantragen.

Update 16.1.2020, 15:30
Gegenüber Futurzone.at gibt HoT (Ventocom) Geschäftsführer Michael Kramer Entwarnung. Das Ansuchen an die RTR zur Genehmigung dieser Aufschläge sei nur zum Zwecke von Verhandlungen mit der EU gestellt worden. Man werde sich an das Versprechen „HoT wird niemals teurer“ halten, für HoT Kunden soll es daher in der Praxis keine Verteuerung geben.

Mehr Infos:
HoT: www.hot.at/eu-roaming.html
RTR: www.rtr.at/de/tk/S_20_19

Vielen Dank an den LTEForum User „rage4“ für den Hinweis!

sergio_eristoff

Mobilfunk Teilnehmer
25 Mrz 2014
4.641
2.964
weiters für Datenreserve 3.000 MB, Datenreserve 5.000 MB und für zukünftige Datenreserven, oder Anpassungen der bestehenden Datenreserven in Höhe von maximal
Heißt das jetzt das Hot für die Datenreserve ein normales EU Roaming erlaubt oder bleibt diese Sonderlösung bestehen das man hier differenziert rechnen muss?
 

chris82

Mobilfunk Teilnehmer
22 Mrz 2014
1.348
327
Gibt es damit kein Inklusive Roaming bei Hot oder ist das erst Fällig wenn man das Inkludierte Roming Volumen verbraucht hat?
 

Uli

Mobilfunk Teilnehmer
21 Feb 2016
176
66
Bei mir steht aktuell in der App zum gebuchten Hot Data 6000 und den EU-Einheiten:

2.8 GB 0ct (ohne Aufschlag, wie auch schon vorher)
3 GB 0,42ct (also der Rest auf die 6000 MB)
0 MB 0,9 ct (nix zum normalen Flex-Preis)
danach 1,32ct/MB

Für 5,90€ kann ich damit gut leben ;-)
 

Redaktion

LTEForum Redaktion
1 Sep 2018
403
310
Dem Mobilfunkdiskonter HoT (im Netz von Magenta) wurde von der RTR eine Ausnahme von der EU-Roamingverordnung gewährt. Diese gilt vorerst befristet ein Jahr bis zum 18.12.2020.

Begründet wird die Ausnahme einmal mehr damit, dass das EU-Roaming die Tragfähigkeit des inländischen Geschäftsmodells gefährden könnte. Die RTR hat die Ausnahme für alle aktuellen und künftigen HoT-Tarife gewährt.
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jungbaerchen

Mobilfunk Teilnehmer
1 Nov 2017
1.239
387
Wieso schreiben die für ein Jahr wenn Sie nur bis Samstag gültig ist weil der 18.01.2020 ist dieser Samstag
 

rage4

Mobilfunk Teilnehmer
5 Jul 2014
2.627
1.609
Sollte HoT nicht zu viel schlechter Presse ausgesetzt werden, ist es durchaus denkbar, dass auch andere Diskontanbieter dem Beispiel von HoT folgenden werden und eine solche Ausnahme beantragen.
Andere "unabhängige Diskontanbieter" (neben HoT und Spusu) spielen am österr. Markt kaum noch eine Rolle bzw. schaffen diese nicht einmal eine negative Marge von 3 % (deswegen wurde der Antrag von Vectone 2017 abgelehnt). Dabei hat HoT noch Glück gehabt, denn die max. Großhandelspreise in der EU waren zum Marktstart 2015 bei 5 Cent (ohne Steuer) je Minute bzw. MB und hätten bis 2022 gültig sein sollen. Da konnte man sich schon damals ausrechnen das man bei 3,9 Cent je Minute und 0,9 Cent je MB in die Verlustzone kommt. Hauptsache man war um 0,1 Cent billiger als Yesss mit den Vertragstarifen.

Es schaut viel mehr so aus das sich die drei großen Netzbetreiber auf ihre eigenen Diskontmarken konzentrieren.
3,9 Cent je SMS und Gesprächsminute bzw. 0,9 Cent je MB ohne Aufpreis fürs EU-Roaming gibt es für registrierte Wertkarten mit Inlandsbezug bei Yesss/Georg (A1), Lidl Connect (Drei) und seit 14.1. 20 auch bei S-Budget-Mobile (Magenta). Für diese Diskontmarken wird es wohl keine Ausnahme geben...……..

"HoT wird niemals teurer" - das könnte durchaus für eine negative Presse sorgen und auch die Freude beim Hofer
dürfte sich in Grenzen halten. Oder zählen solche Anpassungen beim EU-Roaming nicht dazu ????

mfg

PS: Durch die gesetzliche Registrierungspflicht verliert HoT auch ein schönes Körberlgeld. Bereits seit Dez.2017
zahlte man mit unregistrierten Wertkarten in der EU einen Zuschlag (was viele Kunden wohl nicht mitbekommen
haben). Diese Einnahmen fallen ab Sept. 2020 zur Gänze weg. Kein Wunder das Krammer von der gesetzlichen
Registrierungspflicht alles andere als begeitert ist, während die freiwillige keine Probleme machten.
 
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