Apple Watch Series 5 Review

Nachdem wir uns letztes Jahr die Cellular Version der Apple Watch Series 4 angesehen haben, werfen wir nun einen Blick auf den Nachfolger, die Apple Watch Series 5 mit WatchOS 6.

Die Entwicklung der Apple Watch:

  • Apple Watch Series 0: Erstes Modell mit 32-bit 520 MHz CPU, 512 MB RAM, Bluetooth 4.0
  • Apple Watch Series 2: Dual-Core 2x 780 MHz, GPS, helleres Display, 50m Wasserschutz
  • Apple Watch Series 3: Mehr Arbeitsspeicher (768 MB), Bluetooth 4.2, LTE-Variante
  • Apple Watch Series 4: Größere Displays, 64-bit CPU, 1GB RAM, Bluetooth 5.0, EKG-Funktion
  • Apple Watch Series 5: Always-On-Display, mehr Speicherkapazität, Kompass

Der Fortschritt seit der ersten Apple Watch Generation (heute bekannt als Series 0) von 2016 wird im direkten Vergleich zur nun bereits 5. Generation sehr deutlich. Die ursprünglich Single-Core-CPU wurde zu einer deutlich schnelleren 64-bit Dual-Core-CPU, der Arbeitsspeicher hat sich verdoppelt, das Display wurde größer, heller und kann nun ständig die Uhrzeit anzeigen und nützliche Features wie GPS, Kompass oder EKG-Funktion kamen hin zu. Seit der 3. Generation gibt es auch optional eine Cellular-Version mit integriertem 3G/LTE-Modem für den eigenständigen Betrieb ohne iPhone.

Design

Das Design zum Vorgänger (Apple Watch Series 4) blieb unverändert. Nur die rote Markierung der Cellular-Version wurde etwas dezenter. Wer jedoch von einer etwas älteren Apple Watch upgradet wird von dem größeren Display begeistert sein. Durch die schmäleren Ränder wirkt es, vor allem in der spacegrauen Variante, fast rahmenlos und nicht mehr „eingekastelt“ wie bei den ersten Generationen.

Apple Watch Vergleich
Apple Watch Series 0 (38mm Silber) vs. Apple Watch Series 5 (40mm spacegrau)

Dabei kam ich schon erstaunlich gut mit der kleineren 40mm Größe zurecht, welche durch kleinere Seitenränder eine höhere Auflösung als die frühere 42mm Variante (der Series 3 und früher) bietet. Die neue kleine entspricht also gewissermaßen der alten großen Apple Watch. Wer ein großes Handgelenk hat oder eine noch größere Darstellung wünscht, kann auch zur 44mm Apple Watch greifen.

Display

Das Display der Apple Watch der 5. Generation bietet als Neuerung ein Always-On-Display. Akkuschonend realisiert werden konnte dies dank einer neuen OLED-Technologie mit variabler Refreshrate. Dabei passt das Display seine Bildwiederholungsfrequenz je nach Anwendungsfall zwischen 1 und 60 Hz automatisch an. Zusätzlich wird im Standby die Displayhelligkeit gedimmt, ist aber noch immer hell genug, um einen schnellen Blick auf die Uhrzeit zu ermöglichen. Eine neue Einstellungsmöglichkeit erlaubt es sensible Komplikationen (z.B. nächster Kalendereintrag) im Standby auszublenden. Damit kann verhindert werden, dass andere Personen im Vorbeigehen private Informationen von der Apple Watch, deren Display nun standardmäßig immer an ist, ablesen können.

Die Smartwatch wirkt dank des Always-On Displays in der Praxis nicht mehr als „toter“ ausgeschalteter kleiner Computer am Handgelenk, sondern fühlt sich in der subjektiven Wahrnehmung mehr wie eine aktive intelligente Armbanduhr an.

Fitness & Health

Einer der Bereiche, in der die Apple Watch seit der Erstvorstellung im Jahr 2016 viele Fortschritte erzielt hat, ist zweifelsohne der Fitness und Health Bereich. Die vielfältigen Fitnesstrackingfunktionen, welche fast mit jeder neuen WatchOS Version ergänzt und verbessert wurden kombiniert mit besseren Sensoren und der seit der 4. Generation integrierten EKG-Funktion machen die Apple Watch zu einem perfekten Begleiter bei sportlichen Aktivitäten.

Die Aktivitätsringe und die Atem-App erinnern einen daran, gerade in der jetzigen Home-Office-Zeit aktiv zu bleiben und Pausen zu machen.

Apple Pay

Bereits die allererste Generation der Apple Watch brachte Unterstützung für Apple Pay mit. Aber erst mit der Einführung von Apple Pay in Österreich und der Unterstützung von immer mehr Banken wird die Funktion auch im Alltag nützlich. Im Vergleich zum iPhone geht der kontaktlose Bezahlvorgang sogar noch eine Spur schneller vonstatten, da der Schritt der Authentifizierung mittels FaceID oder TouchID entfällt. Die Apple Watch bleibt so lange entsperrt, so lange sie nicht vom Handgelenk genommen wird. Der Zahlungsvorgang dürfte damit ähnlich sicher wie auf dem Smartphone erfolgen.

Für die Einrichtung von Apple Pay auf der Apple Watch sind neben den allgemeinen Voraussetzungen (eine kompatible Bankomat-, Debit- oder Kreditkarte einer offiziell unterstützten Bank) entweder ein Hinzufügen über die Wallet App oder die Einrichtung über die bankeigene App notwendig.

Phone & Messages

Im Vergleich zu der im letzten Jahr getesteten Cellular-Version der Apple Watch benötigt die GPS-Version der Apple Watch zwingend das Pairing mit einem iPhone. Solange sich das iPhone in Reichweite befindet, gibt es jedoch praktisch keinen Unterschied zur Cellular-Version, da der gleiche Funktionsumfang zur Verfügung steht.

So kann man mit der Apple Watch Anrufe tätigen und entgegennehmen sowie Nachrichten verfassen und empfangen. Die Sprachqualität fiel zwar etwas schlechter aus als am iPhone, jedoch war sie über die Freisprechfunktion der Smartwatch noch immer ausreichend gut. Während der Empfang und die Darstellung der Nachrichten gut funktioniert, verhält es sich beim Verfassen von Nachrichten etwas anders. Hier ist man beschränkt auf vorgegebene Antworten oder dem Diktieren von individuellen Texten.

Im Internet surfen

Über einen typischen Webbrowser verfügt die Apple Watch nicht. Bekommt man jedoch einen Link per E-Mail oder Nachricht zugeschickt kann man diesen öffnen. Die Darstellungsmöglichkeiten der Apple Watch sind zwar etwas eingeschränkt, jedoch reicht es um notfalls kurze Texte lesen zu können oder um eine Webseite auf Neuigkeiten zu prüfen.

Cellular-Version

Braucht man nun die Cellular-Version der Apple Watch? Dies ist eine sehr individuell zu beantwortende Frage, der wir uns bereits letztes Jahr gewidmet haben. Schließlich bleibt es nicht bei den 100 Euro Aufpreis für die Smartwatch, auch die monatlichen Mobilfunkkosten steigen. Je Mobilfunknetzbetreiber werden zwischen 3 und 6,90 Euro pro Monat zusätzlich fällig. Im Moment wird die Apple Watch nur von A1 und Magenta unterstützt, eine Inbetriebnahme mit einem Smartphonetarif von Drei oder anderen Mobilfunkmarken funktioniert nicht. Drei unterstützt zwar mittlerweile die eSIM, scheut sich im Moment jedoch offensichtlich noch die recht hohen Investitionskosten für den benötigten Entitlement-Server zu tätigen.

Fazit

Ohne Zweifel ist die neue Apple Watch die bisher beste Apple Watch Generation. Und während die vorherige vierte Generation gleich mehrere Neuigkeiten zu bieten hatte (neuer Prozessor, neue Displaygrößen, EKG-Sensor, …), fällt die Liste der Neuerungen bei der Series 5 vergleichsweise kurz aus. Kurz aber bedeutsam. Das Always-On-Display ist ein Game-Changer, der die Smartwatch in der subjektiven Wahrnehmung deutlich aufwertet und zu einem ständig aktiven Begleiter macht. Sie ist der perfekte Begleiter für das iPhone und bietet eine unübertroffene Integration in alle Apple Dienste (iCloud, iMassage, Apple Music, Apple Pay, usw.). Ob die Apple Watch jedoch ein Nice-to-have oder Must-have ist, muss jedoch jeder für sich und seinen Anwendungszweck selbst entscheiden.

Madrox

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22 Mrz 2014
200
76
mit dem erscheinen der 2. watch hat apple für kurze zeit auch eine version der 1. generation mit dual core cpu (series 1) vertrieben die auch watchOS 6.1 unterstützt im gegensatz zur series 0.
 
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RealMartin

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20 Sep 2015
2.819
1.842
Schöner Testbericht! 👍
Dann mach ich mal mit meinen Erfahrung weiter, denke das passt hier ganz gut zum Thema dazu. :)

Die Apple Watch series 5 44 mm ist meine erste Apple Watch & ganz ehrlich es ist definitiv die beste Smartwatch die ich bis jetzt hatte, der Funktionsumfang ist top, die EKG Funktion inkl der pulsmesser sind auch mMn sehr zuverlässig. Apple Pay am Handgelenk ist gerade jetzt in der Corona kriese ein tolles "nice to have" feature & seit ich die Watch trage schaue ich tatsächlich seltener aufs iPhone.

Einen kleinen Wermutstropfen hat's dann doch, der Preis. Ich habe sie direkt bei Apple für 479€ gekauft. Ist schon viel Geld für eine "Uhr" - aber ich hab es bis heute nicht bereut diesen Preis zu zahlen, weil man bekommt auch was dafür. Die Konkurrenz hebt den Preis langsam auch, deshalb finde ich die AW s5 nicht so überteuert. Die Akkulaufzeit ist auch naja, aber das ist soviel ich weiß seit der 1 Generation so bei der AW.
 
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longtom

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18 Mai 2019
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Die 5er würde ich IMMER der 4er vorziehen.
LTE ist bei mir jetzt nicht SO notwendig, weil ich zu 99% das iPhone in der Nähe habe.
Aber ich habe bei unserem A1 Firmentarif eine eSIM dabei, deshalb wird auch die nächste vermutluch mit LTE.
 

Zernichter

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30 Jul 2019
17
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Sehr schönes Review. Ich würde die Uhr gerne meiner Mutter zum Geburtstag schenken. Aber ganz habe ich das nicht verstanden, also kann man auch mit der "nur" GPS Variante telefonieren? Nur eben muss das iPhone in der nähe sein, habe ich das korrekt verstanden? Da ich eigentlich die Celluar Version kaufen wollte, aber das mit den tarifen nicht sehr durchsichtig ist bei tele.ring (jetzt Magenta). Also wenn sie das iPhone in der Handtasche hat, das Sie trotzdem die Anrufe am Display der Uhr sieht. Kann mir das jemand beantworten bitte? Wäre echt nett, müste die Uhr spätestens Dienstag bestellen :). Danke!
 
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longtom

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18 Mai 2019
90
19
Genau. Wenn das iPhone in Reichweite ist können alle Funktionen auch ohne LTE Warch verwendet werden.
 

jb-net

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21 Mrz 2014
970
766
... genau. Wichtig ist, dass das iPhone in Reichweite ist, dann fungiert die Watch quasi als Freisprechung für das iPhone.
 

alex34653

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13 Mai 2014
2.381
1.650
Anregung @Admin: Es trifft das Thema „LTE“ und „Mobilfunk“ zwar nicht zu 100%, aber gehört doch irgendwie dazu - wie wär es mit einer eigenen Rubrik „Wearables“ in „Technologie“?
 

Slavi

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19 Nov 2014
155
23
ich finde es echt Schade das man mit der Galaxy Watch Gear nicht zahlen kann, das ist echt ein riesen Pluspunkt bei der Apple Watch (Y)
 

alex34653

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13 Mai 2014
2.381
1.650
Ebenso bei der Huawei Watch GT2 (Sport 42mm). Die hat meine Frau seit kurzem, ist super und wirklich langlebig was den Akku betrifft (13.05., abends, vom Strom genommen, aktuell am 18.05. nach erstmaliger Ladung immer noch 25%).

Vorteil des eigenen OS ist auch gleichzeitig ein Nachteil, da keine Emojis bzw. Sticker (Telegram) angezeigt werden, kein NFC vorhanden.