Netgear Nighthawk M5 Router 5G Review

Nach dem vielfach empfohlenen und diskutierten Netgear M1 (MR1100) sowie unser ausführlicher Testbericht zum Nachfolger Netgear M2 (MR2200) widmen wir uns nun der neusten 5G-fähigen Variante des mobilen Routers und testen das Modem im 5G Netz von A1.

Lieferumfang
Lieferumfang, Foto © LTEForum.at

Warum sind die Mobilfunkrouter der Nighthawk Reihe eigentlich so beliebt? Das ist einfach erklärt. Der Hersteller verbaut leistungsstarke Qualcomm Snapdragon, welche auch in den Top-Smartphones zum Einsatz kommen und nicht nur alle wichtigsten Frequenzbänder unterstützen, sondern auch Features wie z.B. Carrier-Aggregation unterstützen. Hinzu kommt eine große Community, welche Mods entwickelt. Die Router gelten daher mitunter zu den besten ihrer jeweiligen Klasse. Ob das auch beim neuen 5G New Radio Modell so sein wird?

Der Nighthawk M5 (MR5200)

Der Netgear Nighthawk M5 zählt wie schon seine Vorgänger M1 & M2 zur Kategorie der mobilen Hotspot Router mit integriertem Akku. Dank seiner leistungsfähigen Hardware kommt er aber häufig auch stationär zum Einsatz. Ein Betrieb mit Netzteil und ohne Akku ist ebenso möglich. Gegenüber Smartphones mit Hotspot-Funktion bietet er den Vorteil, dank ausgefeilter Antennentechnik und optionaler externer Antennenanschlüsse, in der Regel eine höhere Datenrate und besser Leistungsfähigkeit bei schwacher Verbindung erzielen zu können.

Nighthawk M1 Nighthawk M2 Nighthawk M5
Qualcomm Snapdragon X16-Modem Qualcomm Snapdragon X24-Modem Qualcomm Snapdragon X55-Modem
LTE Cat. 16 bis zu 1 GBit/s Download LTE Cat. 20 bis zu 2 GBit/s Download LTE Cat. 22 bis zu 2,5 GBit/s Download
4-fach Carrier Aggregation bis zu 10 gleichzeitige LTE-Streams 5-fach Carrier Aggregation bis zu 20 gleichzeitige LTE-Streams 7-fach Carrier Aggregation bis zu 24 gleichzeitige LTE-Streams
256QAM DL / 64QAM UL
LTE-Band 1/3/7/8/20/28/38/40
Kein 5G 5G-Band n1, n3, n5, n7, n8, n20, n28, n38, n40, n77 und n78
WiFi 5 (802.11 a/b/g/n/ac, dual-band 2.4GHz & 5GHz) WiFi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax, dual-band 2.4GHz & 5GHz)
1x USB-A (für Medienserver) und 1x USB-C 1x USB-C
Gigabit-LAN (500 Mbit/s) Gigabit-LAN-Anschluss
5.040 mAh wechselbarer Akku
zwei TS9 Buchsen für externe Antennen
2,4“ Display 2,4“ Touch-Display
105,5 x 105,5 x 20,35 mm, 240 Gramm 105 x 105 x 21,5 mm, 240g

Während der M2 als direkter Nachfolger des M1 betrachtet werden kann und dieser diesen über kurz oder lang ablösen wird, soll der M5 als eigenständiges High-End-Modell parallel zum günstigeren M2 existieren.

Was ist neu?

Der M5 unterstützt dank dem neuen Qualcomm Snapdragon X55 Modem nun auch 5G im Sub 6GHz-Bereich (wie es in Europa und Österreich zum Einsatz kommt) und ermöglicht eine theoretische Übertragungsrate von bis zu 4 Gbit/s. Unter LTE sind dank mehrfacher Carrier Aggregation theoretisch nun bis zu 2,5 Gbit/s möglich.

Um die hohe Bandbreite auch intern zur Verfügung zustellen, wurde das WLAN von WiFi 5 (IEEE 802.11ac) auf WiFi 6 (IEEE 802.11ax) upgegradet. Der LAN-Anschluss arbeitet wie schon beim Vorgänger mit Gigabit-Anbindung und der USB-C Anschluss setzt auf den USB 3.1 Standard (und ermöglicht Laden sowie Datenübertragung). Der alte USB-A Anschluss für den Betrieb eines Medienservers oder NAS entfällt jedoch. Offenbar wurde diese Funktion zu selten genutzt und nachgefragt.

Vergleich: Netgear Nighthawk M5 (oben) vs. M2 (unten)
Vergleich: Netgear Nighthawk M5 (oben) vs. M2 (unten)

Der wechselbare Akku weist weiterhin eine Kapazität von 5.040 mAh auf, hat jedoch veränderte Anschlüsse und ist nicht mehr mit den Vorgängermodellen kompatibel. Unter typischen Nutzungsszenarien reicht der Akku ca. 6-8 Stunden, unter 5G Volllast aber entsprechend weniger. Für die stationäre Nutzung würden wir aber ohnehin einen Betrieb ohne Akku empfehlen, da das Gerät sonst schnell recht warm werden kann.

Das Gehäuse wurde überarbeitet und füllt sich nun eine Spur wertiger als beim Vorgänger an (obwohl noch immer rundherum aus Plastik). Statt einer Micro-SIM setzt man nun auf eine Nano-SIM. Ansonsten hat sich bei den Abmessungen und Gewicht fast nichts geändert.

Die Konfiguration kann direkt am Gerät über Touchscreen, per Webbrowser oder Netgear Smartphone Apps erfolgen. Der Router bietet dabei einen guten Kompromiss aus Übersichtlichkeit, Featureumfang und Usability:

Einzig eine Option zur Fixierung des gewünschten Frequenzbands wird schmerzlich vermisst. Eine manuelle Konfiguration ist somit leider nicht möglich.

LTE / 4G Verbindung

Wie schon der Vorgänger M1 und M2 unterstützt auch der Netgear Nighthawk M5 alle wichtigen europäischen Netzstandards und Frequenzbänder inkl. der Möglichkeit bis zu siebenfacher Carrier Aggregation (CA) und 4×4 MIMO.

Ist der Empfang schwach oder möchte man diesen noch weiter optimieren, kann man an den zwei TS9-Antennenanschlüssen auch eine externe Antenne mit besseren Leistungswerten anschließen. Man sollte bei der Auswahl jedoch darauf achten, dass diese auch die gewünschten Frequenzbänder abdeckt.

Bezogen auf die LTE-Abdeckung in Europa bleiben somit kaum Wünsche offen, nur für einen Einsatz außerhalb Europas sollte man sich besser vorab über die dort genutzten Frequenzen informieren. Netgear produziert für die USA und Australien jeweils angepasste Version des M5 mit besserer lokalen Frequenzunterstützung.

New Radio / 5G Verbindung

Neu ist hingegen die Unterstützung für 5G im Sub 6-GHz New Radio (NR) Frequenzbereich. Dieses lang ersehnte Feature verspricht einen deutlichen Sprung bei der maximal erzielbaren Download-Bandbreite.

Der Router von Netgear setzt dabei abermals auf einen Chipsatz von Qualcomm, der häufig auch in High-End Smartphones zu finden ist. So verbaut beispielsweise Apple beim iPhone 12 ebenfalls das Snapdragon X55 Modem.

Unterstützt werden die meisten wichtigen 5G Bänder, wovon für Österreich vor allem n1, n28 und n78 relevant sind. Die Unterstützung für n75 im Frequenzbereich 1500 MHz, welcher von allen drei Anbietern A1, Magenta und Drei für schnellen Download genutzt wird, fehlt jedoch leider.

5G Netztest 750 Mbit/s
Bis zu 750 Mbit/s bei A1

Etwas schlecht gelöst ist hingegen die Anzeige der 5G-Verbindung. Während bei verfügbarer Netzabdeckung das Symbol von 4G oder 4G+ (für LTE Advanced) auf 5G wechselt, ist es schwierig herauszufinden über welches Frequenzband die 5G-Verbindung aufgebaut wird. Bedingt durch den Umstand, dass bei der aktuellen Ausbaustufe NSA der Verbindungsaufbau noch über LTE erfolgt, zeigt auch der Netgear Router nur das LTE Trägerband, jedoch nicht das zum Einsatz kommende 5G Band an.

Den Fakt, dass man 5G nutzt merkt man jedoch auch ohne Anzeige recht deutlich an der max. Bandbreite. In unserem Test im A1 5G Netz haben wir Spitzenwerte bis zu 750 Mbit/s im Download gemessen. Wichtig ist, dass der eigene Tarif sowohl die 5G-Nutzung als auch die max. Bandbreite erlaubt. Nur die wenigsten Tarife erlauben solche Bandbreiten in der Praxis.

WiFi 6 Verbindung

Das integrierte WLAN-Modul lässt sich für den Betrieb mit 2.4 GHz, 5 GHz oder Dual-Band (2,4 + 5 GHz) konfigurieren. Im Vergleich zum Vorgang lassen sich nun bis zu 32 (statt max. 20) Endgeräte verbinden.

In der Praxis ist die Mobilfunkverbindung jedoch oft schneller als das 2,4 GHz WLAN, wodurch dieses einen limitierenden Faktor darstellen könnte, deswegen empfehlen wir für die maximale Geschwindigkeit dringend das 5 GHz WLAN zu aktivieren. Oder gleich auf USB-C oder LAN zu setzen, was meist auch mit einem etwas niedrigeren Ping belohnt wird.

Praxistest

Um die Leistung des neuen Routers in der Praxis beurteilen zu können, haben wir mehrere Testreihen an verschiedenen Standorten zu verschiedenen Zeiten durchgeführt:

Szenario Netgear M5 Netgear M2 iPhone 12 Pro
Standort 1 Indoor
Schwacher Empfang
Auslastung: Stoßzeit
USB: 96 / 11 (15ms)
LAN: 98 / 11 (15ms)
WiFi: 57 / 11 (18ms)
USB: 43 / 6,5 (20ms)
LAN: 41 / 9,4 (20ms)
WiFi: 41 / 3,7 (20ms)
iOS: 37 / 1,1 (15ms)
 
 
Standort 2 Outdoor
guter Empfang
Auslastung: Stoßzeit
USB: 580 / 80 (18ms)
LAN: 570 / 73 (16ms)
WiFi: 570 / 58 (19ms)
USB: 320 / 58 (20ms)
LAN: 320 / 58 (20ms)
WiFi: 280 / 54 (20ms)
iOS: 300 / 43 (16ms)
 
 
Standort 3 Outdoor
guter Empfang
Auslastung: Randzeit
USB: 550 / 73 (17ms)
LAN: 590 / 81 (20ms)
WiFi: 560 / 78 (19ms)
USB: 470 / 55 (20ms)
LAN: 460 / 52 (20ms)
WiFi: 320 / 51 (20ms)
iOS: 320 / 50 (20ms)
 
 
Werte: Download Mbit/s / Upload Mbit/s (Ping in ms)

Info: Alle Tests wurden mehrmals mit dem Netztest der RTR im Netz von A1 Telekom Austria durchgeführt. Es werden die Durchschnittswerte der jeweiligen Testreihen angegeben.

Alternativen

Die Liste an 5G-Alternativen ist nicht besonders lang. Der stationäre Router ZTE MC801 setzt noch auf ein älteres Qualcomm Snapdragon X50 Modem und ist somit unterlegen und der ebenfalls stationäre HUAWEI 5G CPE Pro 5 nutzt den eigenen Balong 5000-Chipsatz.

Am ehesten vergleichbar ist der Netgear M5 mit dem mobilen ZyXEL 5G NR NR2101, der ebenfalls auf das Snapdragon X55 Modem setzt und ähnlich kompakte Abmessungen aufweist. Das verbaute WLAN-Modul setzt jedoch nur auf 2×2 MIMO (statt 4×4 MIMO) und die Anzahl der max. verbundenen WLAN Geräte ist auf 16 (statt 32) begrenzt. Dafür gibt es das ZyXEL Modem bereits zu einem günstigeren Preis.

Fazit

Schnell, schneller am schnellsten. So lassen sich die Netgear Nighthawk Modems M1, M2 und M5 einordnen. Die neuste Version macht alles noch ein bisschen besser und schneller als die Vorgänger. Jedoch hat das seinen Preis und in diesem Fall einen recht hohen Preis von aktuell ca. 780 Euro. Das lohnt sich vor allem für alle, die 5G nutzen können und auch einen unlimitierten Tarif haben der eine hohe Bandbreite erlaubt. Dann kann sich auch ein solch teurer Router schnell lohnen, um die maximal erreichbare Bandbreite auch tatsächlich nutzen zu können.

Für alle anderen gibt es aber auch eine gute Alternative vom selben Hersteller. Auch heute im Jahr 2021 ist es noch erstaunlich wie gut sich der Vorgänger schlägt, der selbst unter LTE fast 500 Mbit/s im Download erreichen konnte.

Mehr Details:

Disclamer:

Der Redaktion von LTEForum.at wurde der Nighthawk M5 zu Testzwecken von Netgear zur Verfügung gestellt.
Die Redaktion von LTEForum.at erhielt von A1 eine 5G-fähige SIM-Karte für Testzwecken zur Verfügung gestellt.
Eine Einflussnahme des Herstellers bzw. des Netzbetreibers auf den Testbericht fand nicht statt.

21 März 2014
1.050
869
Ich nehme mal an der verbaute X55 Chip von Qualcomm wird kein Schnäppchen sein. Günstige 5G Smartphone setzen schließlich alle auf den schwächeren X52 bzw. chinesische Alternativen. Zahlt sich halt nur aus, wenn man 5G hat. In ein 1-2 Jahren, wenn der Ausbau vorangeschritten ist, sicher ein gutes Gerät.
 
26 April 2014
1.586
472
Ich nehme mal an der verbaute X55 Chip von Qualcomm wird kein Schnäppchen sein. Günstige 5G Smartphone setzen schließlich alle auf den schwächeren X52 bzw. chinesische Alternativen. Zahlt sich halt nur aus, wenn man 5G hat. In ein 1-2 Jahren, wenn der Ausbau vorangeschritten ist, sicher ein gutes Gerät.

ein günstiges smartphone ist das realme GT um 460 € mit snapdragon 888 und x60 modem das man derzeit nur bei tradingshenzen und cect shop bestellen kann . wann der weltweite launch den realme gt ist kann ich nicht sagen aber das realme gt ist der nachfolger des realme X50 smartphones.

Wenn Geräte mit dem X60 Chip am Markt kommen werden die Preise etwas günstiger

das Vivo iqoo 7 hat Snapdragon und x60 modem das realme GT und viele andere.
 
1 Januar 2015
2.408
724
Zugriff über Telnet?
Kann man dort vieleicht auch Einträge machen um die Bänder einzuschränken?
Macht bei 5G derzeit (noch) nicht viel Sinn aber wer weiss?
Wie sieht die Diagnoseseite aus?