Apple iPad Pro (2021) 5G Cellular

iPad Pro 5G (2021)

Das neue iPad Pro ist da. Und wie schon sein Vorgänger kommt es in zwei Größen: Der portablen 11“ Variante und der großen 12,9“ Variante. Bei beiden neu ist jedoch die Mobilfunk-Konnektivität, die erstmals neben LTE auch 5G New Radio inkludiert und der wir in diesem Review noch sehr detailliert widmen werden.

Das neue iPad im Allgemeinen

Jedes iPad ist besser als der Vorgänger und auch diesmal scheint sich der Vorsprung auf die Konkurrenz noch weiter zu vergrößern. Dank dem neuen M1 (eine leistungsstärkere Variante des A14) mit 4 High Performance CPU-Kernen und 8 GPU-Kernen ist das iPad bis zu 50% schneller als der Vorgänger. Der RAM wächst von 6GB auf 8GB bzw. 16 GB (bei 1TB und 2TB Modellen) an und der interne Flashspeicher (SSD) arbeitet nun doppelt so schnell als bisher. Dank verbauten Thunderbolt Anschluss (statt USB-C auf Basis von USB 3.1) steigt die maximale Datenrate für Periphere von max. 10 Gbit/s auf bis zu 40 Gbit/s an.

Sowohl das iPad Pro 11″ als auch das 12,9″ iPad Pro profitieren von einer Ultraweitwinkel Facetime Frontkamera, welche einem dank des intelligenten Folgemodus automatisch im Bild behält. Während die Kameras auf der Rückseite hardwaretechnisch unverändert blieben, profitieren sie doch vom neuen ISP im M1 Chip und unterstützen nun auch SmartHDR in der Version 3.

Doch alle die exzellente Hardware wird weiterhin gebremst durch die Einschränkungen durch iPadOS 14. Trotz gutem App Ecosystem fühlt es sich primär nach einem sehr leistungsstarken Consumtion Device an – ideal zum Video schauen und Internet surfen auf dem Sofa oder unterwegs – doch für echte Arbeiten greift man dann doch oft lieber zu einem klassischen Notebook, PC oder Mac. Trotz Adobe Photoshop oder Microsoft Office – irgendwas fehlt – es fehlt die Flexibilität des Betriebssystems. Multitasking, Multiwindows und Dateibrowser – all das gibt es zwar bereits, aber gleichzeitig fühlt sich all das noch immer als „light“ Version von echtem Multitasking, echtem Multiwindows und einem echten Dateibrowser an.

iPad Pro 11″ oder 12,9″ – welche Größe ist besser?

Das größere iPad Pro 12,9″ verfügt über ein neues Mini-LED Display, welches das Prinzip von Local-Dimming der OLED-Technik ohne deren andere Nachteile (Burn-in-Risiko und Blickwinkelabhängig) mit der bisherigen farbgenauen hintergrundbeleuchteten IPS-Technik vereinen soll. Das Ergebnis dürfte vor allem bei HDR-Inhalten ein tieferes Schwarz, leuchtendere Farben und ein höheres Kontrastverhältnis ermöglichen. Das kleinere iPad Pro 11″ muss leider auf die neue Displaytechnik verzichten und setzt wie die Vorgängergeneration auf das bekannte IPS Liquid Retina Display mit ProMotion Technik.

iPad Pro 11" vs. 12,9"
Foto: Durch das größere Display und die höhere Auflösung kann das 12,9″ mehr Inhalte einer Website darstellen.

Abgesehen von diesem technischen Unterschied ist die Wahl der richtigen Displaygröße geschmacksabhängig und kaum objektiv zu beurteilen. Manche bevorzuge die ursprüngliche handliche Tablet-Größe, andere wiederum kann ein Tablet nicht groß genug sein. Speziell Filme oder Productivity Apps profitieren natürlich von dem größeren Display und der höheren Auflösung.

Doch nicht immer ist größer auch besser. Durch die größeren Abmessungen und vor allem durch das höhere Gewicht ist das Tablet auch unhandlicher als die Originalgröße (zwischen 9,7 und 11″). Längere Lese-Sessions, bei denen man das iPad in der Hand hält, werden schneller unbequem. Oder bei beengten Platzverhältnissen, wie zum Beispiel auf Reisen, hat die kleinere Variante ihre Vorteile. Ebenso funktioniert das Spielen von manchen Games, welche die Bewegung oder Position des iPads gesteuert werden deutlich einfacher und besser auf dem kleineren der beiden Tablets.

LTEForum Größen-Faustregeln:

  • Videos/Filme schauen: 12,9″
  • Mit Apple Magic Keyboard (oder einer anderen Tastatur) als Laptop-Ersatz arbeiten: 12,9″
  • Mit Apple Pencil zeichnen oder Notizen machen: 12,9″ oder 11“
  • Bequem am Sofa oder im Garten sitzen und im Internet surfen: 11″
  • Mit dem iPad reisen, im Auto, in der Bahn oder im Flugzeug: 11″
  • Games am iPad spielen: 11″

5G New Radio Cellular im iPad Pro

Steckte im ersten iPad Pro 11″ (2018) noch ein Intel XMM 7560 Modem mit LTE Cat. 16 und Unterstützung für 29 LTE-Bänder für bis zu 1 Gbit/s im Download, besserte der Nachfolger (2020) mit dem Intel XMM 7660 Modem und LTE Cat. 19 und Unterstützung für 30 Bänder nochmals ein wenig nach. Dieses Jahr fällt die Weiterentwicklung jedoch wesentlich größer aus. Apple tauscht nicht nur das Intel Modem gegen eines von Qualcomm, sondern unterstütz nun erstmalig für ein iPad auch die neuste Mobilfunkgeneration 5G.

Der im diesjährigen Tablet verbaute Qualcomm X55, den wir auch schon aus dem iPhone 12 Pro kennen, beherrscht nicht nur LTE Cat. 22 und bringt Unterstützung für 32 LTE-Bänder mit (neu hinzugekommen sind Band 14 und 71), sondern auch 5G New Radio (NR) im Sub 6 GHz Bereich.

Das iPad Pro unterstützt dabei die NR Frequenzbänder n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78 und n79. Wovon für Österreich zur Zeit jedoch nur n1, n28, n75 und n78 relevant sind. Vermisst wird aber eine Unterstützung für n75 im Frequenzbereich von 1.500 MHz, welcher von allen drei Netzbetreibern A1, Magenta und Drei für schnellen Download genutzt wird.

Wie auch schon beim iPhone gibt es einige Einstellmöglichkeit zur Datenverwendung mit zum Teil sehr fragwürdigen Standardeinstellungen, bei denen primär noch auf LTE zurückgegriffen wird und nicht die volle Bandbreite für Videostreaming in hoher Qualität genutzt wird:

5G Modus

Während die energiesparenden Einstellungen am iPhone 12 Pro eventuell noch Sinn machen, fragt man sich, warum man am iPad Pro mit einem vergleichsweise großen Akku (und ohnehin wesentlich energiehungrigeren Display) noch so einen starken Fokus darauf legt, das letzte bisschen Energie beim Mobilfunkchip zu sparen. Denn der Unterschied zwischen 5G und LTE würde sich beim Gesamtverbrauch wohl kaum niederschlagen, könnte aber einen deutlichen Unterschied in der Performance bringen. Zum Glück lässt sich diese Einstellung jedoch ändern.

Fazit

Die Hardware Performance des neuen iPad Pro ist schlichtweg beeindruckend. Es gibt derzeit einfach kein schnelleres Tablet und Apple’s Mitbewerber kommen nicht mal in die Nähe der neuen Leistungsdaten. Ich habe den Entwurf zu diesem Review auf dem iPad Pro mit externer Tastatur geschrieben. Das iPad ist definitiv erwachsen geworden und entwickelt sich immer mehr zu einer potenziellen Notebookalternative als ultraportabler Computer.

Jedoch wird die neue Hardware von der Software zurückgehalten. Apple’s iPadOS & Apps können die Leistung nicht annähernd ausreizen und verhindert mit seinen Limitierungen in der Funktionsweise, dass die Benutzer selbst in der Lage wären das iPad mit einer flexiblen und fordernden Arbeitsweise auszulasten.

Mit der nun hinzugekommenen Unterstützung für 5G macht das iPad nun einen großen Schritt nach vorne. Doch braucht man 5G in einem Tablet? Vermutlich noch eher als in einem Smartphone. Doch nicht nur 5G selbst bringt Vorteile. Durch den Wechsel von Intel zu Qualcomm Modems konnte auch der LTE Speed dazu gewinnen (durchschnittlich ca. 10%, nicht weltbewegend, aber spürbar).

Wäre nicht der hohe Preis, wäre das neue iPad Pro uneingeschränkt zu empfehlen. Für viele Heimanwender, die auf 5G und das letzte bisschen Performance verzichten können, gibt es mit dem iPad Air jedoch eine attraktive Preis-/Leistungs-Alternative.

21 März 2014
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Bei Magenta und Drei fehlt derzeit noch ein Carrier Profile Update um 5G am iPad zu unterstützen. Eine hardware-technische Limitierung gibt es nicht, da die selben Frequenzen genutzt werden. Es hängt an der Freigabe des Carrier Profils für 5G. Eine ärgerliche Sache für Magenta und Drei Kunden.
 
3 Mai 2015
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Also ich hab die Info heute erhalten von einem Mitarbeiter das Magenta 5G am iPad erst möglich ist wenn man kein extra Carrier Profil mehr benötigt. :(