iPhone 13 Pro: Kamera mit Smartphone

Apple iPhone 13 Pro

Die neue iPhone Generation bringt einen schnelleren Apple A15 Chip (CPU & GPU), Verbesserungen beim 5G Modem (Qualcomm X60), ein Display mit schnellerer Refresh-Rate und einen stärkeren Akku. Doch die mit Abstand größten Entwicklungsschritte verstecken sich in den neuen Kameramodulen.

Nach rund einem Monat Alltagserfahrung ist ein guter Zeitpunkt gekommen, um ein erstes Fazit des neuen Top-Modells zu ziehen, dass sich im Vergleich zum Vorgänger wie folgt unterscheidet:

iPhone 13 ProiPhone 12 Pro
CPUA15 High Performance Cores: 2x 3.23 GHz
A15 High Efficiency Cores: 4x 2.00 GHz
A14 High Performance Cores: 2x 3.00 GHz
A14 High Efficiency Cores: 4x 1.82 GHz
GPU5x A15 GPU Cores4x A14 GPU Cores
Speicher6 GB RAM / bis zu 1 TB SSD6 GB RAM / bis zu 512 GB SSD
Display6,1″ oder 6,7″ OLED HDR Display
120 Hz Refresh Rate (Pro Motion)
6,1″ oder 6,7″ OLED HDR Display
60 Hz Refresh Rate
Kameras (Rückseite)Hauptkamera:
12 MP, f/1.6, AF, OIS, 26mm

Weitwinkelkamera:
12 MP, f/1.8, 13mm, AF

Telekamera:
12 MP, f/2.8, 77mm, AF, OIS
Hauptkamera:
12 MP, f/1.6, AF, OIS, 26mm

Weitwinkelkamera:
12 MP, f/2.4, 13mm

Telekamera:
12 MP, f/2.0, 52mm, AF, OIS
Kamera (Frontseite)12 MP, f/2.2, 23mm12 MP, f/2.2, 23mm
SIM1x Nano-SIM + 1x eSIM, Dual-SIM1x Nano-SIM + 1x eSIM, Dual-SIM
LTEGigabit-LTE mit 4×4 MIMOGigabit-LTE mit 4×4 MIMO
5G5G NSA & SA
n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n30, n38, n40, n41, n48, n66, n77, n78, n79
5G NSA & SA
n1, n2, n3, n5, n7, n8, n12, n20, n25, n28, n38, n40, n41, n66, n77, n78, n79
NetzwerkWLAN 6 & Bluetooth 5.2WLAN 6 & Bluetooth 5.2

Die iPhone 13 Pro Kameras

Die größte Neuerung betrifft wohl die Kameras. Alle drei Objektive (Ultra-Weitwinkel, Weitwinkel und Tele) sind neu. Die Hauptkamera erhält die Sensor-Shift-Stabilisierung, die wir letztes Jahr erstmals im großen Pro Max gesehen haben, sowie einen komplett neuen Sensor, der nochmals größer und damit lichtstärker ist als bisher. Auch die Telekamera ist neu und bietet nun 3x statt bisher 2x Zoom, was einer Brennweite von 77mm entspricht. Die Ultraweitwinkelkamera erhält Autofokus und einen Makromodus, der Detailfotografien aus nächster Nähe ermöglicht:

Schon bisher hatten die iPhone Kameras den Ruf zu den besten am Markt zugehören und mit den diesjährigen Neuerungen festigt Apple diese Position abermals. Ein zuverlässiger Autofokus, natürliche Farbwiedergabe und ein für Smartphones vergleichsweise großer Pixelabstand sorgen für gute Aufnahmen. Zu kritisieren sind jedoch unschöne Lichtspiegelungen und Artefakte bei Nachtaufnahmen, die von den komplex konstruierten Objektiven stammen.

Die beste Bildqualität liefert mit Abstand die Hauptkamera. Die Telekamera ist gut für Porträtaufnahmen, kommt aber an die Qualität der Hauptlinse nicht ganz heran. Ebenso wenig gelingt das erwartungsgemäß der Ultraweitwinkelkamera, die dieses Jahr aber mit dem neuen Makro-Modus für Begeisterung sorgt. Durch den geringen Abstand zum Fotoobjekt entsteht automatisch eine „echte“ Tiefenschärfe, die man sonst nur von wesentlich größeren und teureren Amateur- und Profikameras kennt. Bei genauerem Hineinzoomen merkt man aber schnell, dass das Bokeh natürlich nicht ganz so fein auflöst wie bei DSLRs. Für den Einsatzzweck als Smartphonekamera aber mehr als Ausreichen und anderen Smartphones weit voran.

Viel Hype bildete sich auch rund um die neuen Videofunktionen ProRes und Kino-Modus. ProRes erlaubt das Speichern von Videos mit einer geringen Verarbeitungskomplexität im Vergleich zu h264 oder h265. Das bedeutet, dass die Dateigrößen zwar wesentlich größer ausfallen, sich die Videos aber später in einer professionellen Videoschnittsoftware schneller bearbeiten und rendern lassen. Sprich, es handelt sich hauptsächlich um eine Verbesserung des Videoproduktionsworkflows zulasten der Dateigröße, weshalb Apple die Auflösung bei der kleinsten Speichervariante mit 128 GB sinnvollerweise auf 1080p (statt bis zu 4k bei den größeren Speichervarianten) beschränkt.

Für Privatanwender wesentlich interessanter dürfte hingegen der Kinomodus sein. Dieser besteht eigentlich aus zwei Teilen: Zum einen ermöglicht er den schon bekannten Porträtmodus für Fotos nun auch für Videos, zum anderen erlaubt er das nachträgliche Verändern des Fokus vom Vordergrund zum Hintergrund und umgekehrt. Da diese Aufgabe extrem rechenintensiv ist, ist diese Funktion derzeit noch auf eine Auflösung von 1080p begrenzt. Das wäre auch noch verschmerzbar, aber leider war das Ergebnis in unserem Test wenig überzeugend. Die Freistellung der Objekte erfolgte im Bewegtbild noch nicht verlässlich genug. Zwar könnte man sicherlich nachträglich noch etwas nachbearbeiten und verbessern, allerdings dürfte dies nicht der Sinn der Sache sein. Hier muss Apple noch nachbessern.

Das iPhone 13 Pro Display

Das neue Display bietet erstmals 120 Hz Display mit adaptiver Bild­wiederholrate (Pro Motion) in einem iPhone. In der Praxis bedeutet das ein etwas flüssigeres Scrollen und Abspielen von Systemanimationen. Anders als bei Android-Smartphones fällt der Unterschied beim iPhone jedoch nicht ganz so groß aus. Während Animationen unter Android selbst bei 60 Hz öfters noch leicht stockten und holprig wirken, laufen diese unter iOS bereits mit nur 60 Hz relativ flüssig. Zwar ist der Unterschied zu 120 Hz im direkten Vergleich sichtbar, in der Praxis fällt dieser aber gar nicht so stark auf. Sicherlich ein Nice-to-Have, aber wohl für die wenigsten ein entscheidendes Kaufkriterium.

Schon deutlich praktischer erweist sich hingegen die gesteigerte max. Displayhelligkeit im Freien. Statt den schon recht guten 800 Nits des Vorgängers schafft das neue iPhone nun für kurze Zeit bis zu 1.000 Nits, was die Lesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung nochmals verbessert.

Foto: iPhones im Vergleich – 5,8″, 6,1″ und 6,7″ Display

Geschmacksache bleibt weiterhin die Wahl der Displaygröße. Die Pro-Reihe gibt es wahlweise mit 6,1″ Display (2532 x 1170 Pixel mit 460 ppi) oder 6,7″ Display (2778 x 1284 Pixel mit 458 ppi). Anders als beim Vorgänger sind diesmal die beiden Varianten bis auf Displaygröße und Akkukapazität ident. Zweifellos liegt das 6,1″ Modell besser in der Hand und ermöglicht unter Umständen auch eine Einhandbedienung. Wer aber auf keinen Millimeter Displaygröße verzichten will, wird mit dem großen 6,7″ glücklich werden.

Die iPhone 13 Pro Chips (CPU, GPU & Mobilfunk)

Es nicht leicht die Performance der Apple A-Serie Chips ohne den Einsatz von Superlativen wie imposant, hervorragend oder überlegen zu beschreiben. Schließlich gibt es keinen anderen Smartphone-Chip, der auch nur annähernd an die Leistung des neuen A15 herankommt. Versuchen wir es trotzdem. Falls man ein Haar in der Suppe finden möchte, so könnte man argumentieren, dass sich der Fortschritt verlangsamt und die jährlichen Verbesserungen geringer werden. Schließlich verbesserte sich die CPU-Performance in unserem Vergleichstest nur um ca. 6-7% im Vergleich zum Vorgänger, welche in der Praxis kaum merkbar ist:

Geekbench 5 BenchmarkCPU Single CoreCPU Multi CoreGPU Metal
Apple iPhone 13 Pro1.7094.47514.499
Apple iPhone 12 Pro1.6004.1209.189
Apple iPhone 11 Pro1.3353.3907.391
Apple iPhone XS1.1172.3165.429
vivo X60 Pro (Snapdragon 870)1.0073.405
Google Pixel 4a5G (Snapdragon 765G)5831.379

Aber auf der anderen Seite legt die Grafikleistung der GPU gleich um rund 50% zu. Ein deutlicher Sprung. Und das zeigt, wo Apple’s Fokus lagt. Nicht auf noch brachialerer CPU-Performance, sondern auf Verbesserungen im Grafikbereich, Unterstützung für die adaptive Bildwiederholungsrate und dem ISP (Image Signal Prozessor für Fotos) und der Renderengine (für ProRes Video und Cinematic Mode).

5G New Radio Mobilfunk

Doch auch beim Mobilfunk hat sich was getan, das Qualcomm Modem X55 wurde gegen den Nachfolger X60 ausgetauscht. Auch dieser unterstützt Dual-5G-Standby und 5G Standalone Netze. Neu ist hingegen die Nutzungsmöglichkeit von 2x eSIMs im Dual-SIM-Modus (alternativ zur Nano-SIM + eSIM Kombinationsmöglichkeit).

Darüber hinaus kam Support für neue New Radio Frequenzbänder hinzu. Die europäischen Modelle unterstützen nun auch 5G bei 2.300 MHz (n30) und 3.600 MHz (n48), die jedoch in Österreich derzeit keine Bedeutung haben. Vermisst wird aber weiterhin eine Unterstützung für n75 im Frequenzbereich von 1.500 MHz, welcher von allen drei Netzbetreibern A1, Magenta und Drei künftig für schnelle Downloads genutzt werden wird.

Akku

Die Akkulaufzeit hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert. Einerseits ist die physikalische Kapazität des Akkus gestiegen, andererseits hilft der sparsamere A15 Chip in kleiner Fertigungsstruktur und die adaptive Bildwiederholungsrate des Displays beim Stromsparen. Apple gibt je nach Nutzungsszenario ca. +30% mehr Akkulaufzeit an, was viele unabhängige Testberichte auch bestätigen.

Fazit

Wie bei jeder neuen iPhone Generation spricht Apple vom besten iPhone aller Zeiten. Doch viele iPhone Nutzer fragen sich berechtigterweise, ob die neuen Funktionen ein Upgrade aufs neuste Modell rechtfertigen. Schließlich sind viele der Kernfunktionalitäten eines Smartphones (Telefonie, Internet, Videostreamen, usw.) wohl schon so weit perfektioniert, dass keine größeren Entwicklungssprünge oder Verbesserungen erwartet werden können.

Das weiß natürlich auch Apple und legt den Fokus auf Bereiche wie Fotografie oder Videografie, wo noch große Fortschritte erzielt werden können und beim Betrachter unter Umständen einen gewissen „Wow“-Effekt auslösen. Wer sich mit Kameratechnologie auskennt, kann nachvollziehen, wie groß der technologische Entwicklungssprung dieses Jahr ausgefallen ist. Und das sieht man auch in der Praxis an der Bildqualität der aufgenommen Fotos und Videos.

In Sachen Mobilfunk gab es letztes Jahr mit dem iPhone 12 einen großen Sprung (Einführung von 5G), sodass wir dieses Jahr mit Detailverbesserungen (mehr Frequenzbänder und Dual-eSIM-Support) auskommen müssen.

Mehr Details: www.apple.com/at/iphone-13-pro/

Disclaimer: Auf einen direkten Vergleich mit Android Smartphones verzichten wir in diesem Testbericht bewusst. Die Präferenz eines Betriebssystems ist oft persönliche Geschmacksache oder mit subjektiven Glaubenseinstellungen verbunden, die wir in einem Testbericht nicht objektiv wiedergeben können. Dies sollte bitte auch beim Verfassen von Kommentaren berücksichtigt werden.

25 Mai 2014
3.758
1.470
Danke für deinen Hinweis! Ich hoffe, dass ich den Fehler jetzt gefunden und behoben habe.
Die Fotos mit den Blumen werden etwas größer als am PC angezeigt, aber man kann alles lesen.

Bezüglich des neuen iPhone: es ist das erste Mal, seitdem ich ein iPhone habe (Februar 2011 iPhone 4 damals gekauft) mit dem ich in jeder Hinsicht sehr zufrieden bin! 👍

Ich habe das 13 Pro Max und hier gefällt mir am meisten der Akku! Dieses Mal hat Apple wirklich ihr Versprechen eingehalten! 👏👏 Natürlich ist dann die Kamera, das Display mit 120Hz (man merkt den Unterschied sehr offensichtlich wenn man ein iPhone 12 oder älteres Modell nimmt und da bei Safari zB scrollt 🙂) und andere Neuerungen.
 
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Reaktionen: Fabey
5 Juli 2020
731
304
Wie schon unten verharmlost beschrieben wird "keine Vergleiche zu Android Smartphones" aber angeblich nur wegem dem OS. Hardware und Preis Leistung darf also verglichen werden? 😆
Automatisch zusammengeführt:

Da hier die CPU Leistung mit Androiden verglichen wird sollte man es auch beim Zoom (zb 10X) oder viele andere Aspekte vergleichen. 😉
Und bei Benchmarks auch welche anführen wo nicht das IPhone den höchsten Wert hat zb Antutu.
 
Zuletzt bearbeitet:
19 November 2014
230
37
ist der unterschied bei der Kamera zum 12 PRO wirklich so hoch, von den Daten her scheinen die Ident oder hab ich da was überlesen ?
 
5 Juli 2020
731
304
ja das dachte ich auch, aber dann lese ich das und denk ma was hab ich doch für ein schlechtes Handy gekauft
Nein die grösste Entwicklung hatte das Display endlich 120Hz. Das pro max 12 ist wohl das teuerste 60Hz Smartphone der Welt 😄. Ja und der Akku das 13 pro max hält echt wirklich sehr sehr lange.
 
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