Inflation: Warum es günstiger ist die Handy-Weihnachtstarife erst im Jänner anzumelden

Ein wenig bekannter Abschnitt in den kleingedruckten AGB der Mobilfunkanbieter führt dazu, dass es deutlich günstiger sein kann, die Weihnachtstarife erst ab 1. Jänner 2023 anzumelden, anstatt dieses Jahr bis Jahresende. Grund dafür ist paradoxerweise die hohe Inflation.

Preise für Handytarife werden bei Inflation erhöht

Inflation führt zur Wertsicherunng von Mobilfunkverträgen

Denn viele Handytarife sind wertgesichert (an den österreichischen Verbraucherpreisindex VPI gekoppelt) und können bei steigender Inflation auch während der Vertragslaufzeit erhöht werden. Bei allen drei großen Mobilfunknetzbetreibern (A1, Magenta und Drei) findet sich ein solcher Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB):

Wir sind berechtigt Entgelte für das folgende Kalenderjahr entsprechend der Steigerung des Jahres-VPI zu erhöhen. (A1 AGB)

Die mit dem Kunden vereinbarten fixen monatlichen Entgelte (laut dem gewählten Tarif) sind wertgesichert. (Magenta AGB)

Sofern mit dem Kunden nichts anderes vereinbart wird, sind alle fixen monatlichen Entgelte (Grundgebühr, Mindestumsatz) wertgesichert. Das bedeutet, sie sind an die allgemeine Preisentwicklung in Österreich (anhand des von der Statistik Austria veröffentlichen Verbraucherpreisindex) gebunden. (Drei AGB)

Diese Erhöhung der Tarifentgelte kann einmal pro Kalenderjahr erfolgen. Aktuell ist die Inflation und damit verbunden die Steigerung des Verbraucherindexes mit rund 10% sehr hoch. Demnach werden sich die wertgesicherten monatlichen Tarifpreise nächstes Jahr (2023) deutlich verteuern – auch für Kunden mit aufrechter Vertragsbeziehung.

Weihnachtstarife können ab April 2023 erhöht werden

Während die Mobilfunkanbieter aktuell zur Weihnachtszeit mit attraktiven Angeboten, Weihnachtstarifen und günstigen Grundgebühren werben, werden genau diese monatlichen Grundgebühren in vielen Fällen schon nächstes Jahr deutlich steigen. Wer heute einen neuen Mobilfunkvertrag mit 24 Monate Vertragsbindung abschließt, kommt der nächstjährigen Wertsicherung/Indexanpassung nicht mehr aus.

Erstmalige Erhöhung im Folgejahr nach Vertragsabschluss

Wer sich jedoch etwas in Geduld übt und seinen Mobilfunkvertrag erst ab 1. Jänner 2023 abschließt, kann sich die nächstjährige Tariferhöhung und damit mitunter viel Geld sparen. Den Grund findet man in den kleingedruckten AGB bei A1, Magenta und Drei. Denn die erste Wertsicherungsanpassung kann erstmalig frühestens im Jahr nach dem Vertragsabschluss erfolgen:

Anpassungen der Entgelte erfolgen im Folgejahr der Änderung der Indexbasis, frühestens jedoch im Folgejahr des Vertragsabschlusses. (A1 AGB)

Erstmalig kann bzw. muss gegebenenfalls eine solche Anpassung in dem auf das Zustandekommen (bzw. die einvernehmliche Verlängerung) des Vertragsverhältnisses folgenden Kalenderjahr vorgenommen werden. (Magenta AGB)

Erstmalig kann bzw. muss gegebenenfalls eine solche Anpassung in dem auf das Zustandekommen (bzw. die einvernehmliche Verlängerung) des Vertragsverhältnisses folgenden Kalenderjahr vorgenommen werden. (Drei AGB)

In der Praxis bedeutet dies, dass bei Vertragsabschluss im Dezember 2022 der Tarif erstmals im April 2023 erhöht werden kann, während bei einem Vertragsabschluss im Jänner 2023 der Tarif erstmals im April 2024 erhöht werden kann. Man spart sich somit die nächstjährige Grundgebühr-Anpassung von ca. 10%, denn ein Nachholen einer verpassten alten Preisanpassung ist nicht möglich.

Viele Weihnachtsangebote auch noch im Jänner anmeldbar

Mobilfunk Weihnachtsangebote

Übrigens gibt es keinen Grund zur Eile. Die aktuellen Weihnachtstarife sind bei A1 und Magenta werden auch Anfang Jänner noch erhältlich sein. Und auch wenn der Mobilfunkanbieter Drei noch keine Verlängerung seiner Aktion bekannt gegeben hat, zeigt die Erfahrung aus den letzten Jahren, dass eine Verlängerung des Aktionzeitraums bis Jänner 2023 wahrscheinlich ist:

  • A1 Weihnachtsangebote: Gültig bei Neuanmeldung bis 6.2.2023
  • Magenta Weihnachtsangebote: Gültig bei Neuanmeldung bis 9.1.2023
  • Drei Weihnachtsangebote: Vorerst gültig bis Jahresende, Verlängerung wahrscheinlich

Alternative: Tarife ohne Wertanpassung vom Diskonter

Unabhängig davon empfiehlt es sich stets, vor Vertragsabschluss die Handytarife zu vergleichen. Bei vielen kleineren Mobilfunkanbietern (MVNO) oder Mobilfunkdiskonter gibt es Tarife ohne eine solche Wertsicherungsklausel mit automatischer Gebührenanpassung. So kann man die automatischen Gebührenerhöhungen schon von vorneherein vermeiden.

sdg

25 Juni 2018
419
248
Die Weihnachtstarife von Drei gelten nicht bis Jahresende, sondern "bis auf Widerruf".
 
Hinweis der Redaktion: Drei hat auf Anfrage des LTEForums bestätigt, dass die Tarife mindestens bis Jahresende anmeldbar sind. Eine Verlängerung bis Anfang Jänner gilt als wahrscheinlich.
4 Mai 2019
57
62
Z.B. Klausel der Wertsicherung bei Magenta
ja, dem entnehme ich aber nicht, dass bei einem Vertragsabschluss im Dezember 2022 die Ausgangsbasis für den Index der April 2022, also 8 Monate vor Vertragsabschluss, sein darf.
Dass sie damit eine Indexanpassung im April 2023 durchführen dürfen, bestreite ich nicht, aber ich meine das darf dann nur eine Indexänderung zwischen Dezember 2022 und April 2023 betreffen.
 
Anmerkung der Redaktion: Das stimmt leider nicht. Es wird immer der Ganzjahres-VPI herangenommen (siehe AGB). Die Erhöhung im April 2023 basiert daher auf der Preissteigerung von Jänner bis Dezember 2022 (unabhängig vom Anmeldezeitpunkt).
27 Juni 2019
6.288
3.949
Welcher Jahres- oder Monats-VPI als Basis herangezogen wird ist die eine Sache, aber es ist deutlich interessanter den Stichtag gleich um ein ganzes Jahr nach hinten verlegen zu können, und genau darum geht's in diesem Thread! ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
22 März 2014
809
396
ja, dem entnehme ich aber nicht, dass bei einem Vertragsabschluss im Dezember 2022 die Ausgangsbasis für den Index der April 2022, also 8 Monate vor Vertragsabschluss, sein darf.
Dass sie damit eine Indexanpassung im April 2023 durchführen dürfen, bestreite ich nicht, aber ich meine das darf dann nur eine Indexänderung zwischen Dezember 2022 und April 2023 betreffen.
Wennst im Dezember abschließt, kannst im April schon die erste Anpassung bekommen.
Wennst im Jänner abschließt, hast über ein Jahr Ruhe.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: email.filtering
5 Juli 2014
3.826
2.886
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube am Dach ?

A1 wird im Jänner 22 wohl keine weitere Aktion mit - 20 % auf die Weihnachtstarife anbieten

Magenta hatte vor einigen Tagen 100 Euro Gutschrift auf die Grundgebühr (aufgeteilt auf 24 Monate) bei Neuanmeldung eines Smartphone-Tarifs. Das gleicht die Indexanpassung für 2023 aus. Die Frage wird sein
ob die Gerätepreise ab 1.1.23 erhöht werden (z.B. gibt es dzt. im Gold-Tarif das das Iphone 14 um 0 Euro)

"3" rechnet wohl selbst mit einen bescheidenen Weihnachtsgeschäft und verkauft das Iphone 14 seit Wochen
auf "Dreiland" mehr oder weniger zum "Bestpreis"
https://geizhals.at/apple-iphone-14-128gb-product-red-a2807103.html

mfg
 
Anmerkung der Redaktion: Beide Aktionen (A1 und Magenta) waren unabhängig von der typischen Weihnachtsaktion nur rund um den 8. Dezember erhältlich und sind aktuell nicht mehr verfügbar.
25 März 2014
7.597
5.529
A1 wird im Jänner 22 wohl keine weitere Aktion mit - 20 % auf die Weihnachtstarife anbieten
Das ist bei A1 sowieso traditionell, da kommt nicht mehr viel bis Ostern dann. Vielleicht so 1 Tages Aktionen zum Valentinstag.

"3" rechnet wohl selbst mit einen bescheidenen Weihnachtsgeschäft und verkauft das Iphone 14 seit Wochen
auf "Dreiland" mehr oder weniger zum "Bestpreis"
https://geizhals.at/apple-iphone-14-128gb-product-red-a2807103.html
Vielleicht ist auch das Iphone 14 ein Ladenhüter, da alle Leute mit einem Iphone 12/13 eigentlich ein Iphone 14 haben, da die Unterschiede so marginal sind. Klassische Marktsättigung.
Dazu muss man sagen, die Weihnachtstarife von Drei sind einfach nicht gut. Ab dem Ideal Xmas L hätte man unlimitiert Daten anbieten müssen um hier etwas interessantes zu bringen, sowie den Ideal Xmas M mit 5G befeuern.
 
21 März 2014
1.246
1.152
ja, dem entnehme ich aber nicht, dass bei einem Vertragsabschluss im Dezember 2022 die Ausgangsbasis für den Index der April 2022, also 8 Monate vor Vertragsabschluss, sein darf.
Dass sie damit eine Indexanpassung im April 2023 durchführen dürfen, bestreite ich nicht, aber ich meine das darf dann nur eine Indexänderung zwischen Dezember 2022 und April 2023 betreffen.
Du liegst einem groben Irrtum auf, natürlich wird immer ausgehend vom ganzen Jahreszeitraum erhöht, steht auch so in den AGB. Ab April 2023 zählt also die Veränderung des Jahres VPI von 2021 auf 2022 - natürlich jeweils das gesamte Jahr. Selbst wenn du am 31.12.2022 anmeldest, trifft dich die gesamte Preissteigerung Jänner bis Dezember 2022 laut Jahres-VPI-Entwicklung. Dass das nicht besonders fair ist bestreitet niemand, ist aber bekannt.

Aber genau darum geht es ja in dem Artikel. Ein paar Tage können hier einen großen Unterschied machen. Meldest du den Vertrag erst ab 1.1.2023 an, ersparst du dir die gesamte VPI-Anpassung für 2022 (wahrscheinlich rund 10%). Die kann dann auch 2024 nicht mehr nachgeholt werden. 2024 bekommst du dann nur die VPI-Anpassung fürs Gesamtjahr 2023. Je nach weiterer Inflationsentwicklung könnte diese z.B. wieder deutlich geringer ausfallen (keine Ahnung, aber vielleicht 4%).

Eine paar Tage Unterschiede können daher große Auswirkungen haben.